Flüchtlingskrise

Bintje

Well-Known Member
So viel zum Thema Spurwechsel ...


Aus dem Text zum Beitrag (vom 26. Juni 2023):
"Deutsche Minister und Ministerinnen reisen gerade um die Welt, um für Fachkräfte zu werben. Dabei sind bereits Tausende qualifizierte Menschen in Deutschland. Menschen, die hier eine Ausbildung gemacht haben, oder sogar bereits einen Arbeitsplatz haben. Viele von ihnen werden in der Reform des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes nicht berücksichtigt. Ihnen wird auch weiterhin verboten zu arbeiten. Vielen droht sogar die Abschiebung, weil sie als Flüchtlinge nicht anerkannt wurden. Dabei handelt es sich um Menschen, die in der Pflege oder beim Handwerk dringend benötigt werden.

Hinweis: Das Video gibt den Recherchestand von Anfang Juni 2023 wieder. Im Anschluss ist das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz nochmals überarbeitet worden. Vom sogenannte "Spurwechsel" sollen neue Asylbewerber:innen oder Menschen, die hier "geduldet" sind, weil sie als Flüchtlinge abgelehnt wurden, nach wie vor nicht profitieren."
 

Msane

Well-Known Member
So viel zum Thema Spurwechsel ...


Aus dem Text zum Beitrag (vom 26. Juni 2023):
"Deutsche Minister und Ministerinnen reisen gerade um die Welt, um für Fachkräfte zu werben. Dabei sind bereits Tausende qualifizierte Menschen in Deutschland. Menschen, die hier eine Ausbildung gemacht haben, oder sogar bereits einen Arbeitsplatz haben. Viele von ihnen werden in der Reform des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes nicht berücksichtigt. Ihnen wird auch weiterhin verboten zu arbeiten. Vielen droht sogar die Abschiebung, weil sie als Flüchtlinge nicht anerkannt wurden. Dabei handelt es sich um Menschen, die in der Pflege oder beim Handwerk dringend benötigt werden.

Hinweis: Das Video gibt den Recherchestand von Anfang Juni 2023 wieder. Im Anschluss ist das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz nochmals überarbeitet worden. Vom sogenannte "Spurwechsel" sollen neue Asylbewerber:innen oder Menschen, die hier "geduldet" sind, weil sie als Flüchtlinge abgelehnt wurden, nach wie vor nicht profitieren."

Worauf möchtest du jetzt hinaus, sollen wir jetzt alles abblasen und Hunderttausenden die Gelegenheit auf Teilhabe am Arbeitsmarkt und rechtmäßigen Aufenthalt verwehren, nur weil im Einzellfall irgendwo der Amtsschimmel wiehert ?


.
 

Bintje

Well-Known Member
Worauf möchtest du jetzt hinaus, sollen wir jetzt alles abblasen und Hunderttausenden die Gelegenheit auf Teilhabe am Arbeitsmarkt und rechtmäßigen Aufenthalt verwehren, nur weil im Einzellfall irgendwo der Amtsschimmel wiehert ?
Nee, das hast du falsch verstanden. Ich finde es nur absolut widersinnig, gut integrierte Arbeitskräfte abzuschieben.
Das Problem existiert ja schon lange, und "natürlich" pickt man sich der Einfachheit halber vor allem Leute heraus, die sich eben nicht zeitig absetzen, nicht abtauchen, sondern arbeiten, Steuern zahlen und sich so angepasst verhalten wie andere auch (was gute Integration hinreichend belegen sollte!). Aber dass der geplante Spurwechsel, so wie ich ihn verstanden hatte, solche Altfälle offenbar ausschließt oder ABH'en die neuen Vorgaben offenbar ignorieren und/oder absichtlich restriktiv interpretieren, finde ich daneben.

Was die von der Pflegekraft geforderten Sprachkenntnisse mit Niveau B2 betrifft: Tatsächlich kenne ich Geflüchtete, die sogar mit B1 eine Ausbildung erfolgreich absolviert und abgeschlossen haben. Natürlich mit viel Unterstützung von der Berufsschule, Arbeitgeber usw., die Theorienoten waren nicht berühmt, klar; und B2 wäre natürlich weitaus besser, um an der Berufsschule mitzuhalten - aber wenn jemand kann, was praktisch gefordert ist? Einfach kann? Wahrscheinlich immer noch eine Frage der Region und Linie des jeweiligen Bundeslandes.
 
Zuletzt bearbeitet:

EnRetard

Well-Known Member
Nee, das hast du falsch verstanden. Ich finde es nur absolut widersinnig, gut integrierte Arbeitskräfte abzuschieben.
Das Problem existiert ja schon lange, und "natürlich" pickt man sich der Einfachheit halber vor allem Leute heraus, die sich eben nicht zeitig absetzen, nicht abtauchen, sondern arbeiten, Steuern zahlen und sich so angepasst verhalten wie andere auch (was gute Integration hinreichend belegen sollte!). Aber dass der geplante Spurwechsel, so wie ich ihn verstanden hatte, solche Altfälle offenbar ausschließt oder ABH'en die neuen Vorgaben offenbar ignorieren und/oder absichtlich restriktiv interpretieren, finde ich daneben.

Was die von der Pflegekraft geforderten Sprachkenntnisse mit Niveau B2 betrifft: Tatsächlich kenne ich Geflüchtete, die sogar mit B1 eine Ausbildung erfolgreich absolviert und abgeschlossen haben. Natürlich mit viel Unterstützung von der Berufsschule, Arbeitgeber usw., die Theorienoten waren nicht berühmt, klar; und B2 wäre natürlich weitaus besser, um an der Berufsschule mitzuhalten - aber wenn jemand kann, was praktisch gefordert ist? Einfach kann? Wahrscheinlich immer noch eine Frage der Region und Linie des jeweiligen Bundeslandes.
Heute wurde im ZDF-Mittagsmagazin der Fall eines brasilianischen Krankenpflegers vorgestellt, der trotz Qualifikation und Deutschkenntnissen monatelang auf seine Arbeits-und Aufenthaltserlaubnis warten musste. weil ABH Stuttgart und BA nicht aus dem Quark kamen. DIe ABH Stuttgart berief sich auf Fachkräftemangel. Ich empfehle die umgehende Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, die sinnvollerweise ihre Anträge gleich selbst bearbeiten, damit es schneller geht.
 

Bintje

Well-Known Member
Aber dass der geplante Spurwechsel, so wie ich ihn verstanden hatte, solche Altfälle offenbar ausschließt oder ABH'en die neuen Vorgaben offenbar ignorieren und/oder absichtlich restriktiv interpretieren, finde ich daneben.
Gestern erfahren: Die Änderungen sollen erst zum 18. November 2023 in Kraft treten (aber dann spätestens, weil sonst offenbar EU-Fristen u. Bestimmungen greifen) und teils zum 1. Dezember. Jetzt beantragte Visa werden noch nach alten Regeln erteilt. Das soll mit Rücksicht auf das Personal in den ABH'en so geregelt worden sein, die bis dahin geschult werden. Und die neu eingeführte Chancenkarte, also das Punktesystem, soll ab 1. April 2024 gelten.
 

Bintje

Well-Known Member

Das Abkommen wird die Briten einiges kosten - wie viel, ist noch unklar; der zuständige Staatsminister Großbritanniens hüllte sich in Schweigen.
Im vergangenen Jahr hatte bereits Frankreich ein Abkommen mit den Briten geschlossen, wofür GB 72 Mio. Euro an Frankreich zahlen soll.

"Zuletzt verkündete die konservative Regierung in London mehrere - oft sehr umstrittene - Vorhaben, um potentielle Asylbewerber von der Überfahrt nach Großbritannien abzuhalten. So wurde beispielsweise damit begonnen, einige Asylsuchende auf ein großes Wohnschiff an der Südküste zu verlegen. Zudem drohte sie gerade mit lebenslanger Haft für Anwälte, die Migranten bei der Fälschung von Asylanträgen helfen.
Der britische Premierminister Rishi Sunak hatte die Verringerung der Zahl von Migranten, die ohne Erlaubnis einreisen, zu einem politischen Ziel für dieses Jahr erklärt. Den großen Vorsprung der oppositionellen Labour Party in den Meinungsumfragen will er damit verringern."
 

EnRetard

Well-Known Member
PM Rishi Sunak und Innenminsterin Suella Braverman sind beide Kinder von indischstämmigen Einwanderern aus Ostafrika. Ich bin sicher, nach den gegenwärtigen Regeln hätten ihre Eltern bzw. Großeltern nicht nach GB einwandern können. Die Familiengeschichte von Rishi Sunak ist hier nachzulesen.
Ich finde es grotesk, dass ausgerechnet diese beiden glauben, sie könnten mit einer inhumanen, mit rassistischen Tönen unterlegten Abschottungspolitik die Parlamentswahl gelingen. Zumal der alte Clinton-Grundsatz immer noch gilt: "It's the economy, stupid."
 
Top