gestern bei aldi....

therengarenk

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AW: gestern bei aldi....

Das Du jetzt auf "alte Roma Frauen" verweist ist doch nicht etwa der unglückliche Versuch, einigen Usern Rassismus in ihrer Hilfsbereitschaft zu unterstellen, oder?

oh mein Gott, nein.....was geht denn bei dir ab? das sagt ja schon viel über deine Denkweise aus!
Ich habe gefragt, weil diese Frauen auch "alt" sind, trinken und offensichtlich Geld benötigen!

gegen gutes Tun spricht nix, aber in diesem Fall sehe ich kein Bedürfnis dazu. Jedem das seine.
 
P

pauline09

Guest
AW: gestern bei aldi....

(...)
aber, im nachdenken über deine kritik, bin ich trotzdem zu dem schluss gekommen, das sie trinkt..
ihr ganzer bewegungsablauf, ihre fahrigkeit, ihr abwägen zwischem dem schnaps und dem fleisch..etc..

also sie hatte ein problem, ohne alkohol.denke ich..

ansonsten sah sie zwar ärmlich gekleidet aus, aber nicht wie eine obdachlose..

sie war sauber, roch auch nicht nach schweiß oder dreck..

also ein reines " ich hab keine kohle aber brauch den stoff problem" würde ich meinen ..

Genau so las sich das auch. Du hattest ja exakt beschrieben, was sie aufs Band legte und wofür sie sich letztlich entschied. Und da der Korn (und sei er noch so billig) so ziemlich das Teuerste davon gewesen sein dürfte, war klar, dass der in ihrer Wertigkeitsskala wichtiger war als Essen, abgesehen von zwei trockenen Brötchen. Da gibt es m.E. nicht so schrecklich viel zu deuteln.. :|

jain...es ging mir um mehr in meinen fragen..
der alkohol war nur eine von mehreren..:)

mir ging es auch um die frage..warum ich nicht mehr getan habe!
warum bin ich nicht kurz stehen geblieben und habe sie gefragt, ob ich ihr nicht noch irgendwie helfen kann..oder einfach mal ein ganz einfaches.."wie geht es ihnen?"..

und noch etwas empfand ich, beim bezahlen...scham..das ich die frau womöglich noch mehr demütige, mit meinem bezahlen..

( sie hat sich im übrigen sehr nett bedankt)

am meisten aber ist mir tatsächlich dieses wegschauen der menschen aufgefallen..wegschauen vor dem leid anderer...

Das machen sehr viele mit der Begründung: wir haben einen Sozialstaat, zahlen eh schon so viele Steuern, und in Deutschland braucht niemand verhungern. Und denken nicht drüber nach, dass der Monat am Ende des Geldes möglicherweise doch noch zu viele Tage hat, weil sie sich einfach nicht vorstellen können, wie es ist, buchstäblich mit dem Cent rechnen zu müssen. Wir hatten vor ein paar Monaten mal einen Thread von Aylin zu dem Thema, fiel mir grad ein, er hieß "Wege zu Glück" und entwickelte sich recht interessant.

http://www.turkish-talk.com/showthread.php?t=54536

Da ging es mit ganz anderem Aufhänger auch um die Frage, ob und wenn ja, unter welchen Umständen man anderen was spendet.
 
L

Laledevri

Guest
AW: gestern bei aldi....

oh nein, ich hab den Taschentuchkindern meine letzte Kohle gegeben und das war in Lire jetzt nicht allzuwenig.....sind das auch organisierte Verbrecher?

Na ja, die Taschentuchkinder gehen nicht zur Schule. Sie verkaufen eben Taschentücher. Taschentuchkauf bei ihnen unterstützt mehr oder weniger direkt, dass die Kleinen von der Schule ferngehalten und auf die Strasse geschickt werden.
 

Annie

Active Member
AW: gestern bei aldi....

Mein "Lieblingsklient" (Alkoholiker, Borderline-Störung vermutet, Gewaltstraftäter) hat mir ein Gedicht geschickt mit dem Zusatz : "Mein absoluter Favorit momentan was Texte betrifft. Richtig utopisch und unerreichbar aber erstrebenswert nett."
Ich schreibe dies deshalb um zu zeigen, dass Menschen mit Suchtproblemen, psychischen Problemen usw. sich sehr wohl Gedanken machen, reflektieren, was im Kopf und vor allem im Herzen haben...

Ich wünsche mir, dass du mir zuhörst ohne über mich zu urteilen.
Ich wünsche mir, dass du deine Meinung sagst, ohne mir Ratschläge zu erteilen.
Ich wünsche, dass du mir vertraust, ohne etwas zu erwarten.
Ich wünsche mir, dass du mir hilfst, ohne für mich zu entscheiden.
Ich wünsche mir, dass du für mich sorgst, ohne mich zu erdrücken.
Ich wünsche mir, dass du mich umarmst, ohne mir den Atem zu nehmen.

ich wünsche mir, dass du mir Mut machst, ohne mich zu bedrängen.
Ich wünsche mir, dass du mich hältst, ohne mit festzuhalten.
Ich wünsche mir, dass du all das kennst, was dir an mir missfällt,
dass du all das akzeptierst - versuch es nicht zu ändern.

Ich will, dass du weißt, dass du heute auf mich zählen kannst.
Bedingungslos.

(Jorge Bucay)
 

Faktotum

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AW: gestern bei aldi....

oh mein Gott, nein.....was geht denn bei dir ab? das sagt ja schon viel über deine Denkweise aus!
Ich habe gefragt, weil diese Frauen auch "alt" sind, trinken und offensichtlich Geld benötigen!

gegen gutes Tun spricht nix, aber in diesem Fall sehe ich kein Bedürfnis dazu. Jedem das seine.

Aha, Rosen verkaufende Roma Frauen sind Trinkerinnen? Sorry, das wusste ich nicht. Sonst hätte ich deinen Beitrag sicher besser verstanden.

"Kein Bedürfnis dazu ..." ist so nicht ganz korrekt.

Nur damit ich Dich nicht wieder falsch verstehe ... meinst Du "Jedem das seine" im antiken Sinne oder eher so wie am Tor in Buchenwald?
 
P

pauline09

Guest
AW: gestern bei aldi....

Sie meint es wahrscheinlich im tatsächlichen Sinne: Soll jeder machen, wie er meint.
Warum man ständig auf das Tor im Buchenwald verweisen muss, wenn dieser Spruch fällt, ist mir schleierhaft.

Er ist eindeutig besetzt, ich zucke da auch öfters mal zusammen, aber in Foren muss es häufiger als 'Totschlagargument' herhalten, sich an der Formulierung aufzuhängen, statt auf den übrigen Inhalt einzugehen.

Suum cuique geht als Grundsatz auf das antike Griechenland zurück. In der Politeia stellte Platon fest, dass Gerechtigkeit besteht, „wenn man das Seine tut und nicht vielerlei Dinge treibt“ (τὸ τὰ αὑτοῦ πράττειν καὶ μὴ πολυπραγμονεῖν δικαιοσύνη ἐστί, to ta autou prattein kai me polypragmonein dikaiosyne esti, IV 433a). Jeder soll das Seine tun, und zwar in Art und Umfang so, wie es seinem Wesen, seinen Möglichkeiten und den individuellen Umständen entspricht. Ergänzend erklärte Platon, dass auch jeder das Seine bekommen soll und dass niemandem das Seine genommen werden soll (433e).

http://de.wikipedia.org/wiki/Jedem_das_Seine

Vielleicht war das Faktotum nicht geläufig. Der Bezug auf Buchenwald gehört nur zur jüngeren deutschen Geschichte.
 

Faktotum

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AW: gestern bei aldi....

Sie meint es wahrscheinlich im tatsächlichen Sinne: Soll jeder machen, wie er meint.
Warum man ständig auf das Tor im Buchenwald verweisen muss, wenn dieser Spruch fällt, ist mir schleierhaft.

Weil bestimmte Redewendungen seit der Zeit des Nationalsozialismus belegt sind und "jedem das seine" heute vielleicht gar nicht mehr so gebräuchlich wäre, wenn es nicht über Buchenwald am Tor gestanden hätte?
 

Faktotum

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AW: gestern bei aldi....

Er ist eindeutig besetzt, ich zucke da auch öfters mal zusammen, aber in Foren muss es häufiger als 'Totschlagargument' herhalten, sich an der Formulierung aufzuhängen, statt auf den übrigen Inhalt einzugehen.



http://de.wikipedia.org/wiki/Jedem_das_Seine

Vielleicht war das Faktotum nicht geläufig. Der Bezug auf Buchenwald gehört nur zur jüngeren deutschen Geschichte.

Liebe Pauline,
der Bezug ist mir geläufig, sonst hätte ich ja nicht gefragt.
 
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