Integration? Was ist das?

efsane

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AW: Integration? Was ist das?

Zitat: "Und hier ist das nächste Problem, wie so oft, es wird einfach abgestritten weil man es selber nicht erlebt hat, höre ich immer und immer wieder. Oder es wird angenommen das der gegenüber, also meine wenigkeit, für die Reaktion gerade stehen muss. Wie du allerdings darauf kommst das mir evtl. jemand physisch etwas angetan haben könnte, verstehe ich nicht."


Ich streite nichts ab lieber Thomas! Es gibt nichts, was es nicht gibt! Aber Du musst doch zugeben, dass Du provozieren möchtest. Das sehe ich an Deinen Posts hier und ich kann mir nicht vorstellen, dass Du im Alltag anders bist. Und wenn ein weniger besonnener Mensch auf Dich trifft, kann ich mir vorstellen, dass es auch zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen kann. Dabei muss es nicht einmal ein Türke sein, der seinem Unmut auf diese Weise Luft macht!
 

efsane

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AW: Integration? Was ist das?

Wenn jemand zu dem Wort Deutsch so ein gestörtes Verhältnis hat wie ich es bei einigen erlebt habe und dies betrifft nicht nur ethnische Türken. Dann kann das nicht gut gehen, dort muss ich mich dann auch fragen, warum haben diese Personen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen?

Es ist faszinierend zu sehen, wie Du nur das aus meinerArgumentation rauspickst, was Dir passt! Ich streite nicht ab, dass ich ein gestörtes Verhältnis zu Deutschland habe, aber nicht zum Wort Deutsch! Aber falls es Dir nicht aufgefallen ist, habe ich dieses gestörte Verhältnis auch zur Türkei! Ich bin hier in Deutschland aufgewachsen und habe mich meinem Herkunftsland entfremdet. Ich habe mich für die deutsche Staatsbürgerschaft beworben und habe sie nach 6 (!) Jahren und zahlreichen Behördengängen bekommen (das nannte sich übrigens nach dem alten Ausländergesetz die vereinfachte Einbürgerung), weil mir ein "Übel" (Deutschland), das ich seit 28 Jahren kenne, lieber ist als womöglich ein "Übel" (Türkei), das ich nicht kenne. Ausserdemhabe ich gehofft, dass ich mit dem deutschen Pass hier weniger Probleme bekomme, als mit dem Türkischen undmanche Dinge sind tatsächlich besser geworden. Es war einer der aufregendsten Tage, als ich das erste mal wählen durfte! Am liebsten hätte ich die Weltbürgerschaft, aber die gibts noch nicht und solange ich hier lebe, möchte ich auch in der Lage sein, die Politik in Deutschland, und somit meine Zukunft hier, mitzubestimmen. Was wäre denn die Alternative gewesen? Staatenlosigkeit?
 

efsane

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AW: Integration? Was ist das?

Zitat: "Und hier ist das nächste Problem, wie so oft, es wird einfach abgestritten weil man es selber nicht erlebt hat, höre ich immer und immer wieder. Oder es wird angenommen das der gegenüber, also meine wenigkeit, für die Reaktion gerade stehen muss. Wie du allerdings darauf kommst das mir evtl. jemand physisch etwas angetan haben könnte, verstehe ich nicht."


Ich streite nichts ab lieber Thomas! Es gibt nichts, was es nicht gibt! Aber Du musst doch zugeben, dass Du provozieren möchtest. Das sehe ich an Deinen Posts hier und ich kann mir nicht vorstellen, dass Du im Alltag anders bist. Und wenn ein weniger besonnener Mensch auf Dich trifft, kann ich mir vorstellen, dass es auch zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen kann. Dabei muss es nicht einmal ein Türke sein, der seinem Unmut auf diese Weise Luft macht!

Nachtrag: Zumindest dachte ich dass Du Übergriffe gemeint hast, als Du in deinem ersten Post geschrieben hast : "Das geht soweit das ein Deutscher Staatsbürger ausrastet wenn man ihn als Deutschen bezeichnet, verstehst du? " Also, wiie komme ich nur drauf?
 

marleen

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AW: Integration? Was ist das?

nein ich fühle mich nicht angegriffen..ich möchte halt nur klar machen,dass es funktionieren kann wenn wir was dafür tun!ich hab selbst erlebt,dass jemand mich wegen meiner nationalität nicht akzeptiert hat,aber das ist eine andere geschichte und ich habe selbst von deutschen diskriminierung erlebt,weil ich einen türkischen freund hatte.ich versteh schon wie es einem damit manchmal ergeht.ich erlebe selbst wie leute abwertend über türken reden,obwohl sie längst keine türken mehr sind,weil sie wie wir alle hier geboren sind und eben "nur noch"türkische wurzeln haben,was auch gut so ist.wenn ich solchen menschen über den weg laufe versuche ich sie auch aufzuklären,dass das klischee bild vom" türken"nicht zutrifft.und wenn sie mir dann kommen mit arbeitsplätzen frage ich sie,ob sie sich mal gedanken gemacht haben,weil es sehr viele türkischstämmige menschen gibt,die einfach besser gebildet sind und dass ein arbeitgeber seine jobs nun mal an qualifizierte leute vergibt.wenn man halt nicht mal nen quali schafft,aber denkt man könne manager werden gehts halt nicht und wenn dann jemand kommt der 1-er mittlere reife oder abi hat ist schon klar wen man da nimmt?ich erlebe selbst auch immer die kommentare über "türken",die eigentlich witzig gemeint sein sollen,aber eben trotzdem verletzend sind.und ich kenne jemand,der seine lehre mit 1 abgeschlossen hat,aber sich in der berufsschule wegen seiner abstammung von einer lehrerin blöd anmachen lassen musste,die es ihm auch versauen wollte...gegen solhce kann man nur was tun wenn man es ihnen zeigt,zB auf intelektueller ebene...solche leute wie thomas sind die unbelehrbaren da kann man nix machen und es wäre auch zeitverschwendung!
außerdem thomas warum hast du so eine abneigung?haben sie nicht zum beispiel im 1.weltkrieg mit uns gekämpft?gerade du müsstest so etwas doch wissen!oder hast du gegen österreicher auch so eine abneigung?und isst du ab und zu döner oder pizza?-bestimmt,denn gerade solche wie du tun das dann....
 
M

mar

Guest
AW: Integration? Was ist das?

die typen wie thomas sind rechte stänkerer und sollte man LINKS liegenlassen.
MAR:idea:
 

efsane

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AW: Integration? Was ist das?

Schon aber Überzeugte überzeugen wäre ja wie Uhus nach Athen zu tragen oder so! Oder anders gesagt eine faule Gurke (Stänkerthomas) verdirbt zehn Gesunde, also kann ich ihn nicht links liegen lassen! Ist der immer so angriffslustig? Na, angriffslustig ist auch ein komisches Wort! Können Angriffe lustig sein? Wenn sie lustig wären, wären es doch keine Angriffe...
 

Schokolore

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AW: Integration? Was ist das?

Aufgrund der "christlichen Feiertage", die ich mit meiner Familie gefeiert habe, komme ich jetzt erst dazu, zu diesem Thread etwas beizutragen.
Erst einmal ein großes Lob an dich, efsane. Du hast die Problematik der Integration wirklich sehr gut aufzeigen können. Obwohl deine Beiträge eine unermessliche Länge hatten, war es mir eine Freude diese zu lesen!

Und jetzt kurz zu meiner Integrationsgeschichte: Ich bin in Deutschland geboren und hatte ein weniger problematisches Leben bezüglich diverser Vorurteile. Ich glaube aber, dass das nicht nur auf meinem weniger türkischen Aussehen basiert, sondern auf den Bestrebungen meiner Mutter. Als ich in den Kindergarten kommen sollte, wollte sie auf gar keinen Fall, dass ich türkische Freunde habe. Das hört sich für manche vielleicht sehr rassistisch an, aber der Sinn lag dabei darin, dass ich deutsch lernen sollte. Bereits nach kurzer Zeit konnte ich deutsch und hatte einen deutschen Freundeskreis, was sich mein ganzes Leben bis heute durchgezogen hat.

Es fällt mir heute besonders auf, dass viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene "gleichartige" Freunde bevorzugen. Sogar in der Uni ist mir aufgefallen, dass türkische Kommilitonen immer mit anderen Türken zusammen sitzen, essen, lernen und weggehen. Diese Grüppchenbildungen sieht man ja nicht nur an Universitäten, sondern auch in jeder Klein- und Großstadt (meistens ist dieser Teil der Gegend als Klein-Istanbul bekannt). Warum diese Gruppen? - Man fühlt sich darin wohl, man wird nicht wegen seiner Hautfarbe, seiner Tradition oder Religion ausgelacht! Aber wäre da nicht eher angebracht, mit dieser Hautfarbe, mit dieser Tradition, mit dieser Religion in die Außenwelt zu treten? Um etwas bildlicher auszudrücken: Wieso geht eine türkische Frau mit Kopftuch nicht mal in den Frauenchor in ihrer Gemeinde anstatt mit ihren Freundinnen den ganzen Nachmittag Tee zu trinken? Oder warum geht ein türkisches Papa mit Schnurbart nicht mal mit seinen deutschen Kollegen zum Stammtisch anstatt sich in einem türkischen Cafe rumzutreiben? DAS ist doch eher die fehlgelaufene Integration oder sehe ich das falsch??

Ich denke, dass diese Abschottung und homogene Orientierung Schuld an der misslungenen Integration sind. Jetzt könnt ihr fragen, warum denn nicht der Hans den Ahmet fragt, ob er nicht zum Stammtisch mitkommen möchte.. Wieso soll sich ein Deutscher wagen, einen solchen Zusammenhalt zu sprengen?

Zu dem Thema Kopftuch habe ich ja bereits in anderen Threads viel geschrieben.. Meiner Ansicht nach ist das Kopftuch nur ein Zeichen für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Man muss aber nicht unbedingt ein Kopftuch tragen, um als unintegriert zu gelten. Es gibt auch genug Nicht-Kopftuchträgerinnen, die meiner Meinung nach nicht in die deutsche Gesellschaft integriert sind, aber auch viele Kopftuchträgerinnen, die sich "angepasst" haben.

==> Nicht integriert = in einer Gruppe verharren, keine anderen Gruppen an sich heranlassen (meine Definition)

Soweit erst einmal von mir.



Gruß von der vollkommen integrierten Ahenk :rolleyes:
 

ra-sim

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AW: Integration? Was ist das?

Meine..Eltern..waren..immmer...überall..dabei...um..nicht.."ausgeschlossen"..zu..sein..trotzdem..haben
sie.selbe..probleme..gehabt.Nein..ich..glaube..es.hat..weniger.mit..Stammtischen.und..Chören..zu..tun.
Ich..hatte.im..Kindergarten..türkische..und..deutsche..Freunde,dass..hat..sich..durchgezogen.bis..heute.UND.Ich.kann..deutsch!!;)
 

Schokolore

New Member
AW: Integration? Was ist das?

Meine..Eltern..waren..immmer...überall..dabei...um..nicht.."ausgeschlossen"..zu..sein..trotzdem..haben
sie.selbe..probleme..gehabt.Nein..ich..glaube..es.hat..weniger.mit..Stammtischen.und..Chören..zu..tun.
Ich..hatte.im..Kindergarten..türkische..und..deutsche..Freunde,dass..hat..sich..durchgezogen.bis..heute.UND.Ich.kann..deutsch!!;)

...aber es ist der erste Schritt in die Integration! Wie sieht es bei dir aus? Fühlst du dich hier gut aufgenommen? Wenn ja, was hast du dafür getan? Es bringt nichts, alles auf die "bösen" Deutschen zu schieben.

Gruß Ahenk
 
A

Anouk

Guest
AW: Integration? Was ist das?

Um etwas bildlicher auszudrücken: Wieso geht eine türkische Frau mit Kopftuch nicht mal in den Frauenchor in ihrer Gemeinde anstatt mit ihren Freundinnen den ganzen Nachmittag Tee zu trinken? Oder warum geht ein türkisches Papa mit Schnurbart nicht mal mit seinen deutschen Kollegen zum Stammtisch anstatt sich in einem türkischen Cafe rumzutreiben? DAS ist doch eher die fehlgelaufene Integration oder sehe ich das falsch??

Ich denke, dass diese Abschottung und homogene Orientierung Schuld an der misslungenen Integration sind. Jetzt könnt ihr fragen, warum denn nicht der Hans den Ahmet fragt, ob er nicht zum Stammtisch mitkommen möchte.. Wieso soll sich ein Deutscher wagen, einen solchen Zusammenhalt zu sprengen?

Insbesondere der letzte Satz gab mir zu denken. Heißt es schon, einen homogenen Zusammenhalt zu sprengen, wenn man jemanden auf einen Kaffee einlädt? Ganz sicher nicht, es ist einfach eine Frage der Offenheit, mit der man anderen begegnet. Antworten zur Frage, warum ein türkischer Papa vielleicht nicht mit deutschen Kollegen zum Stammtisch geht, kann ich mir nur aus Gesprächen mit türkischen Bekannten zusammenreimen: Dass es komische Sprüche setzt, wenn jemand keinen Alkohol trinkt, zum Beispiel. Das wird (übrigens auch unter Deutschen) nicht unbedingt akzeptiert; und nicht jeder mag lang und breit erklären bzw sich rechtfertigen (warum eigentlich?!), warum und wieso. Echte Integration, nein, kulturelle Akzeptanz: würde bedeuten, keine blöden Sprüche zu reißen wegen der völlig unwesentlichen Frage, ob jemand nun Apfelschorle, Bier oder Wein bestellt.

Und was die türkische Frau mit Kopftuch im Frauenchor ihrer Gemeinde betrifft: welcher Gemeinde? Schokolore, ich gebe Dir in allen Deinen Aussagen 100%ig recht, aber weißt Du, wie eng und stickig die Atmosphäre in (christlichen) Kirchenchören sein kann? Stelle es Dir bitte nicht ganz so einfach vor, und ich hoffe, das klingt jetzt nicht allzu schulmeisterlich. Solange alle einwandfrei das hohe C intonieren, mag es noch funktionieren, aber der Klüngel dahinter kennt seine eigenen Regeln. Die zu begreifen und zu knacken braucht mitunter wesentlich mehr Energie, als sich auf seine ureigensten Belange zu konzentrieren. Ich persönlich kann jeden begreifen, der seine eigenen Belange vorzieht... ;)

Ich hab lange in einem Stadtviertel gelebt, in dem Kirche, Moschee und Synagoge samt der dazugehörigen Menschen sich einen Quadratkilometer teilten. Eine enge Welt, fast dörflich, gab's Streit im Nachbarhaus, wusste es jeder; die Kunst war, am nächsten Tag nicht Bescheid zu wissen und einander die Privatsphäre zu lassen. Mein erster bewusster Kontakt als Erwachsene mit dem "Anderssein" türkischer Kultur (die ich bis dato nie als anders gesehen hatte) war der Blick aus dem Fenster: Frauen mit Kopftuch, die plaudernd im Hinterhof saßen, und bergeweise Schafswolle sortierten und verspannen. Zu was? Keine Idee, ich hab's nie erfahren. Aber die Szenen im Hinterhof ließen ahnen, dass es dahinter sehr viel mehr Leben gab, als die Nachbarinnen einem vermittelten, die mit gesenktem Blick auf der Straße drei Schritte hinter ihrem Mann an einem vorbeihuschten. - Einer der Männer, augenscheinlich der Älteste, war Imam der benachbarten Moschee. Soviel hatte man im Laufe der Jahre mitbekommen. Weiter nix. Und sicher wäre es so weitergegangen, hätte es nicht eines Tages ein großes Unglück gegeben: Ein Feuer im Nachbarhaus. Zwei Tote, eine junge Frau und ihr Kind. Und ein jählings verwitweter Familienvater, der nun keine Familie mehr hatte, keine Wohnung, nichts, und wie betäubt bei Nachbarn saß.
Ein Mann, der mit Toleranz weiß Gott nichts am Hut hatte. Einer, der immer über "die Türken" hergezogen war. Lautstark, plump, dumm. Und dann kam der türkische Familienvater einfach herein und kondolierte. Und mein deutscher Nachbar, der immer über "die Türken" gelästert hatte, fiel ihm um den Hals und heulte los wie ein Kind.
Es braucht keine solchen Tragödien, um zu begreifen, dass wir alle nur Menschen sind. Aber eine schlichte, menschliche Geste zum richtigen Zeitpunkt öffnet mehr Herzen als alle zeitaufwendigen Anstrengungen. Wer offen und bereit ist zu verstehen, dass wir alle nur Menschen sind, erfährt es irgendwann von selbst. So oder so. Integration ist natürlich auch, was man draus macht. Aber angesichts wesentlicher Dinge ist es manchmal auch nur eine Frage der Zeit.

lg
anouk
 
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