Ist die Republik Türkei mittelbar bedroht?

Novus

Well-Known Member
Insbesondere nicht, was Erdogan eigentlich will. Und ich glaube, daß Erdogan es selbst nicht mehr so recht weiß.

Er wollte schon immer, schon seit Jahren der große Führer einer sunnitisch Islamistisch geprägten Nahen Ostens sein. Bush hat es ihm versprochen und die Türken nennen es BOP, Büyük ortadogu Projesi, (großer mittlere osten Projekt). Da passt eine sozialistisch geprägte Kurdenrepublik vor der Nase nicht rein. Also es hat weniger mit einem Kurdenstaat zu tun, denn da würde man ja die Peschmerga bombadieren, die sind viel näher an einer Staatgründung und sind im gegensatz zu den Syrischen Kurden alleine überlebensfähig. Es geht um die Tatsache das ein sozialistischer Staat an der türkischen Grenze nicht sein darf, der von da aus Einfluss auf die Türkei nehmen könnte und fernab der AKP Ideologie steht und somit nicht zu kontrollieren ist. Es geht also nicht unbedingt um Terrorismus der YPG, nicht um Kurden ansich, klar ist sie PKK nah, aber die gibt es auch schon fast so lang wie die PKK, gegen sie wurde nie wirklich vorgegangen, auch im Krieg nicht. Man erinnere sich nur an einen Korridor, in der Quer durch die Türkei Peschmerga Kämpfer und Waffen nach Kobane geliefert wurden!!
Der Grund warum jetzt gerade, ist einfach, dass sie trotz anderer Hoffnung und Planung der Türkei, den Krieg zu überleben scheinen und gar stärker werden.
Kurz, wären die YPG Kurden im Kern islamistisch und der kurdischer Hizbullah Nahe, gäbe es eine breite Unterstützung dieser bei der Errichtung eines Kurdenstaates und beim Kampf gegen die anderen. Sie wäre nähmlich Erdogan Ideologie nahe, wäre ohne die Türkei nicht überlebensfähig und stünde unter Kontrolle Erdogans. Wären es aber sozialistische Turkmenen, wären es auch Erdogans Feinde.
 
Zuletzt bearbeitet:

Msane

Well-Known Member
Sein Traum von der Türkei als große sunnitische Führungsmacht mit ihm als Machthaber kann sich Erdogan sowas von abschminken, als Ergebnis seiner Politik ist die Türkei nur noch von Feinden umgeben.
Ich frage mich wielange die Türken das noch mitmachen, eigentlich ist Erdogan nicht mehr tragbar.


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Mendelssohn

Well-Known Member
Kurz, wären die YPG Kurden im Kern islamistisch und der kurdischer Hizbullah Nahe, gäbe es eine breite Unterstützung dieser bei der Errichtung eines Kurdenstaates und beim Kampf gegen die anderen. Sie wäre nähmlich Erdogan Ideologie nahe, wäre ohne die Türkei nicht überlebensfähig und stünde unter Kontrolle Erdogans. Wären es aber sozialistische Turkmenen, wären es auch Erdogans Feinde.
Das halte ich für einen wichtigen Hinweis. Erdogan fühlt sein System der Vetternwirtschaft - nichts anderes verdeckt sein glühendes Bekenntnis zum Islam - vor allem von linken Kräften bedroht. So gesehen hat er ja noch eine weitere Kriegsfront an der er kämpft: den liberalen Geist in der Westtürkei, den er im Gezipark niedergeknüppelt hat.
 

Leo_69

Well-Known Member
Das halte ich für einen wichtigen Hinweis. Erdogan fühlt sein System der Vetternwirtschaft - nichts anderes verdeckt sein glühendes Bekenntnis zum Islam - vor allem von linken Kräften bedroht. So gesehen hat er ja noch eine weitere Kriegsfront an der er kämpft: den liberalen Geist in der Westtürkei, den er im Gezipark niedergeknüppelt hat.

Der glühende Geist seines Bekenntnisses zum Islam ist für mich nichts anderes als das er genau erkannt hat wie leicht sich Menschen im Islam zu seinen Zwecken manipulieren lassen. Warum lässt er sonnst wie wild Überall und in der kleinsten Provinz wie wild Koranschulenbetonklötze bauen?
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Der glühende Geist seines Bekenntnisses zum Islam ist für mich nichts anderes als das er genau erkannt hat wie leicht sich Menschen im Islam zu seinen Zwecken manipulieren lassen. Warum lässt er sonnst wie wild Überall und in der kleinsten Provinz wie wild Koranschulenbetonklötze bauen?
Die absolutistischen Monarchen Europas haben die Erziehung ihrer Untertanen auch den Kirchen überantwortet. Thron und Altar waren z. B. in Deutschland bis zur Weimarer Republik eine Einheit. D. h. Religion, nicht nur der Islam, ist seit jeher, mal mehr, mal weniger Instrument der Politik. Der christliche Staat wird neuerdings sogar von besorgten Bürgern verteidigt, die gar keine Christen, sondern bloß besorgte Egoisten sind.
Erdogan und alle Kräfte, die sich hinter ihm versammeln, wollen Untertanen, die ihm legal nicht in die Bücher gucken dürfen. Dafür instrumentalisiert er die Religion und die türkische Tradition, die so einheitlich ja gar nicht ist, und nimmt die Spaltung seines Landes in West und Ost, für die nächsten Jahrzehnte billigend in Kauf.

Es geht immer nur um Geld, nie um Religion, Moral oder Rechtsstaat.
 

NeoAslan+

Well-Known Member
Die Türkei hat den Kurden für das Attentat in Ankara Vergeltung angedroht und Stellungen im Nordirak bombardiert. Was bedeutet diese Eskalation für die Region?

..."Nach dem Anschlag von Ankara eskaliert der Kurdenkonflikt in der Türkei, im Irak und in Syrien gleichzeitig. Die Kurdenrebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) lobten den Autobombenanschlag in der türkischen Hauptstadt und kündigten weitere Gewaltaktionen an. Die PKK werde ab sofort „in den Bergen, in den Städten und überall aktiver werden“, sagte Cemil Bayik, einer der Anführer der Kurdenrebellen. Bayik sagte, die PKK wisse nicht, wer den Anschlag von Ankara begangen habe. Möglicherweise handele es sich um eine Vergeltung für das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte gegen die PKK in Südostanatolien.

Dort liefern sich türkische Sicherheitskräfte und PKK-Einheiten seit Monaten schwere Gefechte. Bei der Explosion einer offenbar von der PKK gelegten Bombe an einer Landstraße in Südostanatolien starben am Donnerstag sechs türkische Soldaten. Türkische Kampfflugzeuge bombardierten unterdessen PKK-Stellungen im Nordirak, wo die Rebellengruppe ihr Hauptquartier unterhält. Auch auf syrischem Gebiet eskalierten die Spannungen. Die Volksschutzeinheiten (YPG) und die Demokratische Unionspartei (PYD), Ableger der PKK in Syrien, wiesen die Verantwortung für den Anschlag von sich und warfen der Türkei vor, eine Intervention vorzubereiten."...

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-anschlag-in-ankara-die-tuerkei-macht-front/12985172.html

Dann sehen wir mal weiter!
 
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