Phu, ich musste jetzt oft leer schlucken. Deine Geschichte, die Gefühle, die Probleme - das alles erinnert mich ungemein an mich selbst, daran, wie diese Liebe in die Brüche ging. Kurz zusammengefasst; anfangs war es toll, dann habe ich mir von ihm gewünscht dass er sich ändert, ich habe ihm Dinge verboten, ich habe ihn eingeengt, er gab sich völlig auf und ich war sein einziger Lebensinhalt. Ich hatte die Macht ihm Schmerzen zuzufügen, er war teilweise ein kleines Nichts. Es war dramatisch zu Ende. Er hat gelitten. Damals habe ich ihm gesagt "wenn du bereit bist wünsche ich mir dass ich deine Hand loslassen kann, ich will sehen dass du wieder alleine Laufen kannst, du musst das können, sonst gehst du in diesem Leben unter". Wir haben es erneut versucht. Wir haben nicht mehr offen geredet, aus Angst den anderen zu verletzen. Es ging nicht mehr, ich konnte nicht mehr mich selbst sein, er hat sich wieder aufgegeben. Ich sah ihn an und dachte "wann macht er etwas, wann"... Und sagte nichts. Irgendwann konnte ich ihn nicht mehr ansehen, ich hab mich konzentriert. Und dann kam der Punkt den du oben angesprochen hast. Nachdem ich das zweite Mal gegangen bin war er so wütend, dass er sein Leben wieder in die Hand genommen hat. Er hat berufliche Fortschritte gemacht, er hat sein Leben wieder gelebt. Und ich auch. Wir sind wieder eigenständige Menschen geworden. Und als wir uns vor wenigen Wochen gesehen haben; ich kann dir sagen, das war das grösste Gefühl! Das war genau das; wir konnten gelöst miteinander umgehen, ohne uns etwas vorzuspielen. Wir haben von unseren Träumen geredet - jeder von seinem Traum - ohne Angst zu haben einander zu verletzen. Es war so, wie es all die Jahre davor lange nicht oder noch nie war.
Ich weiss nicht ob ich dir Wünschen soll dass es bei euch auch eines Tages so ist. Ja, vielleicht wünsch ich dir das... Das, oder dass du weitergehen kannst, und irgendwo anders wieder ankommst. Das habe ich mir auch gewünscht, nur hat mein Weg wieder ein grosser Bogen gemacht, zu ihm. Ich weiss nicht Aylin, ihr liebt euch auf jeden Fall, aber ich denke deine oder euere Entscheidung war die Richtige - denn ihr müsst leben und leben lassen, frei sein und euch selbst sein können. Man muss nicht ganze Träume aufgeben für einen Menschen, man sollte zusammen an den Träumen arbeiten können. Und glücklich sein dabei.
Er hat mir gesagt vor wenigen Tagen "Ich habe gelernt dass das Leben wie das Wasser ist, welches man irgendwo ausleert. Es ist da, es fliesst, es geht seinen Weg, aber man kann ihn nicht bestimmen. Genauso ist das Leben. Ich lasse mich treiben, und ich geniesse jeden Moment, weil ich weiss, dass ich irgendwann ankommen werde." Und ich denke dass es genau so ist... Das Wasser fliesst, vielleicht landest du irgendwann wieder bei ihm, vielleicht auch nicht.
Ich wünsche dir alles Gute.
PS: du hast mich echt an soooo viel erinnert, mann mann mann....