Kindersex in der (katholischen) Kirche

In der evangelischen Kirche … sind Exzesse in diesem Ausmaß unbekannt, es ist ein Problem der kath. Kirche.
Nö. Wir gucken nur nicht so genau hin. Weil sich die evangelische Kirche nicht so aufplustert. Die Pille nicht verbietet, Homosexuelle verheiratet. Da ist die Fallhöhe nicht so sensationell hoch wie bei Katholikens, um so größer immer noch das Elend, weil niemand hinsieht. Tja, alles Einzelfälle.
 
Die heilige Schrift hat eine göttliche Herkunft? Nein, nein. Die Bibel ist durch sehr viele Autoren verfasst worden.
Du argumentierst historisch bzw. literaturwissenschaftlich. Das interessiert vom theologischen Standpunkt nicht. Wer immer die Evangelien oder die einzelnen Bücher des AT aufgeschrieben hat, war vom Geist Gottes durchströmt. D. h. Gott sprach durch sie, offenbarte sich ihnen als ausgewählte Propheten oder Künder der frohen Botschaft. Die Bibel ist nicht heilig durch ihre Autoren, sondern durch Gottes Wort, das die Autoren zu seinen Instrumenten macht.

Die Heiligsprechung Woytylas durch Franziskus 2014, der die Seligsprechung durch Ratzinger vorausgegangen war, ist mit Blick auf den Begriff des Heiligen (siehe oben: heilige Schrift) und mit Blick auf den systematischen, beinahe industriellen Kindesmissbrauchs in seiner langen Amtszeit ein einziger Skandal. Entwürdigung des Pontifikats und der Begriffe.
 
Du argumentierst historisch bzw. literaturwissenschaftlich. Das interessiert vom theologischen Standpunkt nicht. Wer immer die Evangelien oder die einzelnen Bücher des AT aufgeschrieben hat, war vom Geist Gottes durchströmt. D. h. Gott sprach durch sie, offenbarte sich ihnen als ausgewählte Propheten oder Künder der frohen Botschaft. Die Bibel ist nicht heilig durch ihre Autoren, sondern durch Gottes Wort, das die Autoren zu seinen Instrumenten macht.
Das meinst du doch wohl ironisch, oder?
 
Das tue ich und dazu nehme ich noch den gesunden Menschenverstand zu Hilfe.
Es kann ja sein das diejenigen, die die Bücher geschrieben haben, sich vom Geist Gottes durchdrungen glaubten, wahrer wird es deswegen nicht.
Wahr oder nicht wahr, keines der Evangelien wurde zu Jesu mutmaßlichen Lebzeiten geschrieben. Ich habe schon im Konfirmandenunterricht anno dunnemals gelernt, dass das Markus-Evangelium das früheste ist und den Kern enthält und die anderen eine ganze Menge Ausschmückung und Dazudichtung, und ganz besonders viel Beiwerk enthält das Lukasevangelium mit der schönen Weihnachtsgeschichte.
 
Ich meine erst mal gar nichts, vielmehr paraphrasiere ich die Dogmatik der Offenbarungstheologie. Und aus Sicht der Offenbarungstheologie spielen die historischen Umstände keine Rolle. M. a. W. aus historischer Sicht gibt es immer noch berechtigte Zweifel an der historischen Existenz Jesu. Diese berechtigten Zweifel spielen für die christlichen Kirchen und die Bedeutung der Bibel als Heilige Schrift aber gar keine Rolle.
Durchaus spielt der Begriff des Heiligen eine außerordentliche Rolle. Das Heilige, ob als Wort oder in Person, ist heilig, weil es direkt mit Gott verbunden ist. Logisch betrachtet (es gibt viele Aristoteliker im Vatikan) ist die Heilige Schrift nicht heiliger als als etwa der Hl. Franziskus oder der HL. Johannes Paul II. Im Angesicht des systematischen Kindermissbrauchs unter dem Pontifikat des von Ratzinger selig- und von Franzikus heiliggesprochenen Woytyla, entwertet diese Heiligsprechung nicht nur das Amt des Pontifikats, sondern auch die "Schrift". Soll sie "heilig" bleiben, muss Woytyla entheiligt und entseligt werden. So geht Dogmatik in der Logik des Aristoteles.
Was ich meine, ob die Schrift oder der Pontifex heilig sind, habe ich nicht zum Ausdruck gebracht. Aus meiner Sicht ist die Bibel ein historisches und literarisches Dokument, das uns Auskunft über die religiösen Überlegungen und Praktiken der antiken Welt gibt. Und der Papst ist nichts weiter als ein Mensch, fehlbar, und nicht von Gott, sondern von Bischöfen an seinen Platz gesetzt. Dafür muss ich keine Ironie bemühen.
 
M. a. W. aus historischer Sicht gibt es immer noch berechtigte Zweifel an der historischen Existenz Jesu.
Nebengleis, aber: und die wären?

Geht man davon aus, Jesus habe nie gelebt, dann muß man zeigen, wie es zur Existenz mehrer christlichen Gemeinden, nachweisbar ab etwa 50n.Chr. kommt, die Paulus teilweise ja auch schon vorfindet, nicht gründet. Es ist wesentlich einfacher, anzunehmen, Jesus habe es gegeben.
 
Immerhin. In Bayern werden neue Arbeitsplätze geschaffen. In den Standesämtern.
 
Top