Sind wir zusammengewachsen?.....Oder: Fluch und Segen der Wiedervereinigung!

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von Skeptiker, 18 Februar 2015.

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Meine persönliche Meinung zur Wiedervereinigung ist:

  1. durchgehend positiv

  2. weitgehend positiv

  3. positiv

  4. negativ

  5. weitgehend negativ

  6. durchgehend negativ

  7. mir egal

  8. baut die Mauer wieder auf!

Das Ergebnis kann erst nach Abgabe einer Stimme betrachtet werden.
  1. Sithnoppe
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    Sithnoppe Moderator

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    Deutschland ist einfach nur größer geworden, hat mehr Einwohner.
    Das einzig positive ist, dass man ohne viel Theater die Verwandten im Osten besuchen kann.
    Meine Mutter kommt aus der DDR (ist vor dem Mauerbau über Berlin abgehauen) und wir haben früher oft die Sommerferien bei der Oma und den anderen Verwandten verbracht, mit allen Schwierigkeiten, die damit verbunden waren. Da sie auf dem Land gelebt hat, war das für uns Kinder immer wie Abenteuerurlaub auf dem Bauernhof.
    Daran habe ich schöne Erinnerungen.
    Nach der Wiedervereinigung haben wir den verschissenen Soli-Zuschlag, ungerechtfertigt zu niedrige Löhne im Osten, verrottete Straßen im Westen, westliche Spekulanten, die sich im Osten ne goldene Nase verdient haben, massig polnische Autos auf unseren Straßen, ein rechtsextremes Problem im Osten und auch nach 25 Jahren kein richtiges Zusammenwachsen des Landes.
    Aber dafür sind 25 Jahre wohl auch viel zu kurz. Wahrscheinlich müssen erst alle weggestorben sein, die die BRD und die DDR noch von früher in Erinnerung haben.
    Für mich ist, ehrlich gesagt, auch nach 25 Jahren, der Osten immer noch der eher etwas schmuddelige Hinterhof des Westens. Auch wenn alles schön rausgeputzt ist.
    Und gelernt hat der Westen vom Osten nichts. Das wollte er auch gar nicht. Dazu hat der Westen sich viel zu sehr als überlegen gefühlt.
     
  2. YALOVALI
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    YALOVALI Gesperrt

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    Ich bin auch sehr angetan von Stralsund, Rügen und der Museumsinsel in Berlin. Auf Rügen haben wir in Sellin übernachtet (Für Binz muss man wohl ein Jahr vorher buchen, aber wir haben einen Tagesausflug dorthin gemacht). Sehr schön der Kreidefelsen und die Küste. Tolle Altstadt in Stralsund und sehr schön gelegen. Würde wieder dorthin reisen.
     
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  3. Skeptiker
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    Skeptiker Well-Known Member

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    Zum einen das aber es war auch von den Verhandlungs"partnern" der DDR überhaupt nicht gewünscht. Es sollte alles schnell gehen und es wurde kein Gedanke daran verschwendet nicht doch eine Verfassung zu kreieren. Art.23 reichte den Ostlern. Auch wenn man kritische Meinungen sagte die in die Richtung gingen, daß es zu schnell geht. Das dieser Prozeß länger braucht, mehr Überlegung. Oh, man war gleich eine rote Socke. Der Spruch: "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehn wir zu ihr!" sagt doch alles über die damalige Stimmung aus. Nein, der Osten wollte nichts herüberretten, auch nicht die Bevölkerung. Alles was in der DDR war, war auf einmal alles Scheiße. Kurze Zeit später wurde Kohl mit Eiern beworfen........den Leuten ist bewußt geworden, daß in ihrer Verhaltensweise als Lemminge ein Fehler lag und nun sucht man einen Schuldigen....den Westen.
     
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  4. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Danke für diesen Beitrag, @Skeptiker . Dieser Tage fühlte ich mich wieder in 'ner Zeitschleife gefangen.
    Vergangenes Jahr wurden 30 Jahre Mauerfall abgefeiert, übermorgen ist der 3. Oktober. Tag der deutschen Einheit, Feiertag. Ganz ehrlich? Reicht. Wäre schön, einfach zur Tagesordnung übergehen zu können oder vielmehr zu "dürfen", ohne subliminal oder offen dem altbekannten Klagesong lauschen zu müssen: wie schön es doch im Osten war und shice angeblich der Westen ist. An allem schuld. Und überhaupt.

    Manchmal möchte ich solche Menschen durchschütteln oder einfach nur an die Hand nehmen und ihnen das Niemandsland bei mir um die Ecke zeigen. Frühere Zonengrenze, Todesstreifen; dieser Tage war ich wieder dort. Surreale Szene: Sonnenuntergang, menschenverlassene Landschaft, ein ungetrübtes Naturidyll, wenn man die DDR-Geschichte ostalgisch verdrängt hat oder nicht kennt. Entlang der Grenze gab es viele kleine Dörfchen auf DDR-Gebiet, deren Bewohner auf Geheiß Ostberlins in Nacht-und-Nebel-Aktionen zwangsumgesiedelt wurden.
    Ihre Häuser, ganze Dörfer wurden geschleift, gründlich plattgemacht. Die DDR-Regierung erklärte die Bewohner einfach zu "politisch unzuverlässigen" Personen, deren Deportation ins Landesinnere zur "Festigung" der innerdeutschen Grenze gedacht war. In Nachbarorten, in denen es kleinere Grenzübergänge gab, bekamen handverlesene Linientreue moderne Wohnungen in Plattenbauten.
    Die zynische Bezeichnung dieser offiziellen Maßnahmen ließ keine Fragen offen. Wer mehr wissen will, googele beispielsweise mal mit "Aktion Ungeziefer" (sic!). Hier eine Liste der betroffenen Orte:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Ungeziefer#Betroffene_Orte_(unvollständig)

    [​IMG]

    [​IMG]

    Quelle

    Wie gesagt: bestaunen kann man solche Überreste entlang schmaler Seitenstraßen an der früheren Grenze, auf die man nur stößt, wenn man Bescheid weiß, sich auskennt, nicht den Hauptrouten folgt.

    Deswegen reagiere ich etwas allergisch, wenn jemand ernsthaft immer noch im "BRD"-Sprech unterwegs oder der Meinung ist, man habe sich mit dem Mauerfall "nichts Besseres eingehandelt".
     
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  5. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Das kannst du gerne tun, ich habe nichts dagegen. Aber ob ich von der Demokratie in der "BRD" enttäuscht bin, das entscheide immer noch ich selbst.
     
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  6. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    @sommersonne Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Der Westen ist auch nicht das Gelbe vom Ei und nicht das, was Ihr euch erträumt habt. Aber für deine Postings hier wärest Du in der DDR schon längst im Bau.
     
  7. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    @sommersonne sprach von der Demokratie. Der Herrschaft des Volkes. Die haben wir hier auch nicht. Unsere individuellen persönlichen Freiheiten sind größer, vor allem Informations- und Meinungsfreiheit. Je mehr Geld wir haben, umso freier sind wir. Aber herrschen tun wir, das Volk, nicht. Das tun die Besitzenden. "Freiheitlich demokratische Grundordnung" bedeutet "freie marktwirtschaftliche Grundordnung".

    Was das Verhältnis zwischen West- und Ostdeutschen aber dauerhaft vergiftet, ist die Art, wie die Vereinigung gelaufen ist: Als Annexion, was vielfach als "wehe den Besiegten" ankam, als die Wirtschaft der DDR zerschlagen und die Lebensleistung der Menschen entwertet wurde. Wenn Menschen 30 Jahre lang keine oder keine würdevolle Arbeit mehr fanden, ist es kein Wunder, dass sie für die Bananen nicht mehr dankbar sind und die gewonnen Freiheiten gering schätzen. Und es ist auch kein Wunder, dass dieses Gefühl auch die nachwachsenden Generationen erfasst hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Oktober 2020
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  8. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Was hat das damit zu tun das ich von der Demokratie enttäuscht bin? Ich stelle die Wiedervereinigung nicht in Frage.
    Ich habe mir auch nichts erträumt, ich habe Westfernsehen geschaut, mit offenen Augen und Ohren.
     
  9. Berfin1980
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    Berfin1980 Well-Known Member

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    Ich geselle mich zu dir, denn ich bin auch enttäuscht, seit gestern auch mal wider von der Judikativen. Diese Staatsgewalten sind sowieso ganz kritisch zu hinterfragen und sie gehören nun mal zu einer Demokratie.
     
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  10. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Ja, das hat gestern bei mir das Faß zum überlaufen gebracht. Ich dachte ich lese nicht richtig.
     
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