Türkei ruft Botschafter aus USA ab

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von Farina, 5 März 2010.

  1. sdost
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    sdost Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Das hat unterschiedliche Gründe. Man hat Angst so wie Deutschland Entschädigungszahlungen leisten zu müssen und gegebenfalls sogar Gebiete abzutreten. Dann der Ruf der untadeligen Armee. Es waren ja gerade die "Jungtürken" , die wie Enver aus der Armee kamen und die Macht inne hatten und schlimmstes anrichteten. Das bewog Atatürk später die Angelegenheit nicht mehr zur Sprache zu bringen. Außerdem hat man 95 Jahre seine Version erzählt und kann nicht einfach davon abrücken. Welche Märchen und Tatsachenverdrehungen üblich sind, zeigen sehr eindrucksvoll almanaydins Beiträge. Immerhin leugnet die offizielle Türkei nicht mehr, dass es Massaker gegeben hat. Es geht nach wie vor um den Begriff Genozid
     
  2. sommersonne
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    sommersonne Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab



    Aha. Das mit den Entschädigungszahlungen ist, na ja nachzuvollziehen. Es wäre sicher nicht wenig. Das fett markierte ist einfach eine Verzögerungstaktik.

    Aber ich glaube wir sind beide deutsch und deshalb nicht emotional involviert.
    Vielleicht kann ja mal ein türkischstämmiger User was dazu sagen. :lol:
     
  3. sdost
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    sdost Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Ich habe sowohl deutsche als auch türkische und armenische Vorfahren. Von allem etwas:wink:
     
  4. sommersonne
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    sommersonne Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Oh, pardon, na Du hast es gut.

    sommersonne :lol:
     
  5. Pit63
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    Pit63 Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Nichts für ungut, Skeptiker, aber das kann jetzt nicht Dein Ernst sein, oder?
    Wenn die Einstufung des Vorgehens gegen die Indianer als Völkermord für diskutabel gehalten wird, können wir dieses Thema getrost vergessen.

    Tatsächlich gibt wenig so eindeutige Verbrechen, welche genau diese Einstufung zulassen- die Amerikaner werden von den Europäern aus falschen Loyalitätsgründen geschont, das ist alles- die Australier übrigens auch.

    Abgesehen davon, im Zuge des Imperialismus gab es zig Völkermorde.
     
  6. Pit63
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    Pit63 Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Zu den Armeniern eine grundlegende letzte Bemerkung von mir.
    Nur weil es Krieg und nationalistische Aufstände gibt, deportiert man kein Volk in die Wüste, selbst dann nicht, wenn das Verhältnis nicht mehrheitlich so gut war, wie es hier beschrieben worden ist.

    Zu dieser Vorgehensweise könnte man ja mal im Hinblick auf die Kurdenproblematik anregen, sollte der Ärger mit der PKK und ihren Anhängern in einen Kriegszustand ausarten...
     
  7. Skeptiker
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    Skeptiker Well-Known Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab



    Das ist mein voller Ernst und ja, dann ist auch diese Frage, wie man eben an der Disussion sieht, sehr diskutabel!

    Lies dir bitte den ersten Link durch den ich dazu geposted habe....und diese Argumentation kann man auch auf die Armenierfrage anwenden!

    Das ist eben das Problem auf dessen grundlage almanaydin hier argumentiert! Ich habe nirgends gelesen das er die Massaker an den Armeniern bestreitet, jedoch sieht er keine Absicht der Führung (also Regierung) des Osmanischen Reiches das die Armenier ausgerottet werden sollten.

    Im Falle der US-Regierung gibt es auch keine einzige Weisung welche auf die Ausrottung der Indianer abziehlt, im Gegenteil! Die Weisungen für die Armee waren klar und deutlich, "Zivilpersonen" zu schonen. Wie erklärst du dir sonst, das Indianer meist nach Schlachten medizinisch versorgt wurden? Wie erklärst du dir, das am Wounded Knee Frauen und Kinder größtenteils verschont wurden? Diese Indizien sprechen nicht für einen staatlich angeordneten Genozid! Das es, vor allem in Californien, Genozide gab, ist nicht abzustreiten, aber jene Fälle auf die gesamte USA auszudehnen wäre zu weit gegriffen!

    Aus diesem Link:



    Und Pit, nicht nur ab dem Imperialismus gab es Völkermorde! Wer würde aber ernsthaft auf den Gedanken kommen jetzt noch irgendwem die Vernichtung der Slawen im heutigen Thüringen, Sachsen und Brandenburg, von dem nur die Sorben übrigblieben, anzulasten?
     
  8. almanaydin
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    almanaydin New Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Ich antworte dir ungerne, weil du so verblendet bist, dass du gar nicht mehr fähig bist zu erkennen, was der andere meint. Nun, ich mach hiermit das Gleiche und zeige dir aber trotzdem, dass ich dein Verhalten vorausgesagt habe und da ist deine Antwort für die Million und die 29000 in Eriwan lebenden. War vielleicht nicht ganz fair von mir aber so konnte ich auch erkennen, ob du meine Antworten und andere "verstehend" liest oder nicht! Wenn du es nicht glaubst, klick einfach den inzwischen schwachsinnig gewordenen Disput zwischen uns beiden an und da wirst du unten stehendes finden:

    almanaydin almanaydin ist offline
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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab
     
  9. Pit63
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    Pit63 Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab





    http://www.google.de/url?sa=t&sourc...reXQDA&usg=AFQjCNHxlkqJpqv1qQEfFoth9luvRXIbOg

    Folgender Auszug aus o verlinktem Artikel ist aufschlussreich.

    "Zahlen und Fakten über die Ausrottung der Indianer

    Das Weltgewissen begrub den Indianer vorzeitig unter einem Berg künstlicher Phantasieblumen. Nach der Ausrottung der roten Stämme Nordamerikas haben Heere von Schriftstellern und Drehbuchautoren ein Panoptikum verdrehter und verniedlichter Zerrbilder vom „Indianer" geschaffen. Aber um die noch lebenden Rothäute in ihren abgeschiedenen Reservaten kümmerte sieh'dle Welt sehr wenig. Erst als mit der „Black-Po-Wer-Bewegung" der Neger auch die „Red Power" des Indianertums auftrat, erinnerte: man «gidfe ihrer: > Seit den Sympathiekundgebusgea d§s Senators Robert Kennedy sorgt sidi auck ein IMjl : der politisch aktiven amerikanischen Jugend. :üm das Schicksal der roten Rasse. Jene Stimme, |B:& ; John Adams, wie er 1812 an Jefferson sdjri%,v,)fur iisimet" zum Schweigen gebracht sehen ^ollfe:(und mit ihm wallten es die meisten weißen;Neusiedler), verlangt erneut, gehört zu werden. ■;"■.

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    Der Sucht nach Neuland und Bodenschätzen standen etwa 9ÖÖ0O0 indianische Ureinwohner des neuentdeckten Kontinents im Wege. Das langsame Sterben des roten Mannes! beginnt mit der Ankunft des ersten weißen Mannes zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Massakern und Kriegen folgten Krankheit, Alkohol, Hunger, Verelendung, die scheinbar', unvermeidbaren /Begleiterscheinungen weißer Landnahme. „Wir werden gezwungen sein, sie wie Tiere aus den Wäldern in,die Felsengebirge zu treiben", schrieb derselbe Thomas Jefferson, der dem Volk der Cherokesen, das als Musterbeispiel gelungener Anpassung an die christliche Zivilisation galt, seinen Schutz zugesichert hatte. Ein andermal bekräftigte er: „Ich werde niemals aufhören, sie zu verfolgen!"

    Frühamerikanische Endlösung der Indianerfrage! Wie die Statistik aussagt, wurde die rote Bevölkerung in Nordamerika von ursprünglich etwa 890 000 auf 270 000 im Jahre 1901 dezimiert, also auf rund ein Drittel der autochthönen ■Bevölkerung. Im Kalifornien des Goldrausches zählte man 1848 noch 100000 Indianer, 1859 waren es nur noch 30 000, 1895 noch 15 000, bis 1911 der letzte freie Indianer wie ein von weitem zugereistes Stück Wild, verstört vor Angst und Hunger, im Hof des Schlachthauses von Orville auftauchte.' Anthropologen und Sprachforscher stürzten sich auf ihn. Er lebt seitdem unter dem Schutz eines Museums.

    Hinter solch nüchternen Zahlen verbergen sich viele Verbrechen: etwa die totale Ausrottung der reichen Büffelherden, von denen die Indianer lebten. 370 Verträge hat die Regierung gebrochen! Der" „Wilde" wurde von den puritanischen Einwanderern nicht mit dem Menschen, sondern mit jagdbarem Wild gleichgesetzt, eine halbe Stufe tiefer noch als der schwarze Sklave, den man, wie das Haustier, wohl schikanieren, nicht aber einfach abschießen zu dürfen glaubte. Es hat lange gedauert, bis diese Einstellung überwunden war. Vor 1924 ist kein Indianer in den Genuß der Bürgerrechte gekommen. Noch 1940 verweigerten sieben Staaten den Indianern das Wahlrecht."

    ME nach gab es vielfache Völkermorde an amerikanischen Indianern, die aus vielen Völkern/Stämmen bestanden, die sich nicht als Einheit verstanden. Selbstverständlich war das weder Regierungsstandpunkt noch sonst wie offizielle Politik der USA; was passierte, war von den Verantwortlichen indes zu jeder Zeit absehbar und wurde teils beabsichtigt, teils billigend in Kauf genommen.
    Dass Du da juristisch "drumherum"argumentierst und auf Vorfälle hinweist, die von der Menschenfreundlichkeit der Eroberer zeugen, erinnert mich doch sehr stark an das, was hier von Türken/Türkischstämmigen über die Freundschaft zwischen Türken und Armeniern angeführt wird.
    Nichts für ungut aber ich schreibe Deinen Standpunkt einer unbewusst subjektiven wie selektiven Wahrnehmung und Bewertung der historischen Ereignisse infolge Deiner Verbundenheit mit Nordamerika und seinen Einwohnern zu.
     
  10. Skeptiker
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    Skeptiker Well-Known Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Pit, ich glaube du hast mich hier falsch verstanden!

    Ich habe zwar meine Tendenzen, sehe aber auch, das der Tatbestand des Völkermordes a) sehr selektiv zu gebrauchen ist und b) immer schwer festzustellen ist!

    Wie auch durch den von dir verlinkten Artikel, stelle ich mir die Frage:

    Und ja, auch bei der Armenierfrage muß man darüber diskutieren, denn, und da hat sevki recht, wird der Mord und die Massaker an den Armeniern als Völkermord deklariert, fällt es schwer den Terminus Völkermord für das unendliche Leiden der "First Nations" nicht zu gebrauchen!

    Ja, es ist ein subjektives Problem und es gibt ja auch unzählige Historiker, welches dieses über Jahrhunderte dauernde Ereignis (ein Grund warum es schwer fällt, dieses als einen singulären und allumfassenden Völkermord zu sehen) als Genozid bezeichnen.

    Wieso also, anstelle den Botschafter demonstrativ und trotzig aus den USA abzuziehen, beauftragt Erdogan nicht das Parlament eine Resolution zu erlassen, das Sterben der Indianer als Genozid zu erklären? Das wäre doch die bessere und elegantere Lösung, oder?

    der Skeptiker

    P.S: Man sollte aufpassen den Begriff "Genozid" zu inflationär zu gebrauchen da ansonsten dessen Tragweite und Schrecken verwässert wird!
     
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