AW: Türkische Mafia und die Liebe
...ich verliebte mich jeden Tag mehr in ihn..
Der Urlaub ging zu schnell vorbei. Ab dem Tag, an dem ich die Boots-Tour unternahm schlief ich nicht mehr im Hotel. Jeden Morgen standen wir gemeinsam auf, er ging in die Arbeit, ich zurück ins Hotel um mit meiner Freundin zu frühstücken. Seine Wohnung war groß, in etwas desolatem Zustand, aber das Wohnzimmer beinahe prunkvoll eingerichtet. Neue Möbel, eine große, fast protzige Sitzgarnitur, ein Esstisch mit 6 mit weißem Leder bezogene Sessel. Das Schlafzimmer mit großen Spiegelschränken und einem breiten, ebenfalls sehr reichlich verschnörkeltem Bett. Er ergänzte die Möbel fortwährend, war ja erst einen Monat in dieser Wohnung. Woher er das Geld dafür hatte, ist mir bis heute ein Rätsel.
Unser Abschied war gar nicht so schmerzlich, weil ich wusste, ich würde zu Hause sofort ins nächste Reisebüro gehen und wieder zu ihm fliegen. Ich hatte noch die erste Septemberwoche frei. Genauso geschah es auch, eine Woche später saß ich schon wieder im Flugzeug nach Antalya. Er hatte keinen Führerschein mehr, den muss man anscheinend nach einem Gefängnisaufenthalt abgeben und bekommt ihn für eine gewisse Zeit nicht wieder. Also waren es immer Freunde von ihm, die mit ihm, teils mit eigenem, teil mit gemietetem Auto, nach Antalya kamen um mich abzuholen. Die Fahrt zürück nach Alanya war immer herrlich. Wir besorgten uns gleich auf der Fahrt ein paar Biere, saßen am Rücksitz, tranken, küssten uns und genossen die gemeinsame Zeit. Diese zweite Woche mit ihm im September war wunderschön. Er verwöhnte mich, wie er nur konnte. Beinahe täglich bekochte er mich mit verschiedensten Speisen, ließ mich sein spezielles Güvec kosten, grillte für mich auf dem Balkon, ging einkaufen, er tat alles um mich rundum glücklich zu machen. Tagsüber verbrachte ich meine Zeit teilweise am Strand, teilweise bei ihm im Office. Manchmal half ich mit, zeigte Touristen die Informationsmappen, erzählte vom Bootsausflug, half mit meinem "Deutsch" aus..Nachts waren wir unterwegs, tranken sehr viel, konnten nie die Hände von uns lassen, küssten uns ununterbrochen...wir waren ein gutes Team...