Einige Argumente hier sind echt zum Piepen. Warum sollte eine vom deutschen Volk in demokratischer Wahl bestimmte Vertreterin deutscher Herkunft (was man ist, wenn man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist) sich in irgendeiner Form dazu veranlasst fühlen, die Interessen von Türken oder der Türkei zu vertreten? Interessen von Türken in Deutschland höchstens insoweit, dass ihr Ministerium die notwendigen Dinge veranlasst, damit Bürger ausländischer Herkunft in Deutschland gut Fuß im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt fassen und damit ihren Beitrag zu der Solidargemeinschaft leisten, in der sie sich entschieden haben, zu leben. Ein Integrationsministerium hat wie alle anderen Ministerien auch der Gesellschaft und ihrem Fortkommen zu dienen.
Die USA sind ja eine Weltgegend, die ich ungerne als Beispiel zitiere. Aber dort hat nun einmal jeder eine andere Herkunft, was sich jedoch nach und nach (bis auf unverbesserliche Ecken) zunehmend relativiert. Und ein Obama macht nicht Politik als Schwarzer sondern als seinem Land und dessen Wohl verpflichteter Bürger.
Ansonsten habe ich mich mit der Biographie der Dame nicht befasst und kann daher nicht großartig mitreden. Ist sie denn aufgrund von Ausbildung und Tätigkeit qualifiziert für dieses Amt? Wie wir an der Besetzung des Verteidigungsministeriums gesehen haben, muss man ja nicht qualifiziert sein. Qualifikation sollte der einzige Maßstab sein. Wer in ethnischen Schubladen denkt, hat es immer noch nicht kapiert. Sollte die Besetzung des Amtes mit dem Hintergrund "Ah, nehmen wir mal was Türkischstämmiges, kommt gut" erfolgt sein, wäre das beschämend.