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Danke. Aber wie ich schon schrieb: sehr zynisch.
Das war aber 1989 nicht mehr die Diskussion. Die Frage war, was bleibt denn überhaupt noch von der DDR, wenn sie der Bundesrepublik einfach einverleibt wird, ihr komplett bundesdeutsches Recht übergestülpt wird? War sie nur ein unproduktiver Seitenzweig der deutschen Geschichte, der nun einfach eingestellt wurde? Findet sich in einer gesamtdeutschen Identität eigentlich überhaupt etwas von immerhin 50 Jahren DDR
Die Frage war, ob sich DDR und BRD wenigstens auf einer symbolischen, kulturellen Ebene vereinigen, nämlich in der Hymne, oder ob die DDR selbst hier rückstandslos geschluckt würde. Wird Deutschland vereinigt, oder schließen sich nur fünf weitere Bundesländer der BRD an? Was bleibt von der sozialistischen Teilgeschichte Deutschlands? In Neufünfland würde sich alles verändern. Was verändert sich eigentlich für uns Wessis, außer daß wir jede Menge Geld würden überweisen müssen?
Unter'm Strich, Bilanz: Was hat sich denn für uns Wessis geändert? Mir fällt als sozialistische Errungenschaft, die wir 50 Jahre DDR im Westen zu verdanken haben, nur an der Ampel der Grüne Pfeil ein.
Dagegen eben der Vorschlag, zumindest die Hymnen zu vereinigen. Zumal „Deutschland einig Vaterland“ zu einem Demoschlachtruf geworden war, auch mit ihm war der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung herbeidemonstriert worden.