So phantastisch war die Mauer nicht, keineswegs. Bedeutete zum Beispiel, dass man als Westdeutscher einen Pass brauchte, um nach Westberlin zu fahren. Personalausweis reichte nicht. Was die Sprache betrifft, war es kein anderer Akzent, nur verschiedene regionale Dialekte, wie sie überall vorkommen - aber die Stilistik war eine ganz andere: Die gleichen Wörter waren teilweise anders konnotiert und wurden abhängig von Kontext und Situation völlig anders verwendet. Da musste ich mich erst reintasten nach der Wende, häufiger nachfragen, weil es sonst krasse Missverständnisse geben konnte.
Lustiger waren sprachliche Neuschöpfungen, die wir im Westen gar nicht kannten und die in der DDR verwendet wurden, um sich abzugrenzen:
"Engel" waren im offiziellen Sprachgebrauch zum Beispiel "geflügelte Jahresendfiguren". Bürokratischer ging's nicht.
Daneben gab es noch andere Begriffe wie "Rennpappe", fällt mir gerade ein: Eine ironische Bezeichnung für Trabis, Trabant-Autos, die aus irgendeinem Kunststoff (?) bestanden und höchstens 125 km/h erreichten. Diesen Geschwindigkeitsrausch habe ich allerdings nie erlebt.

Die betagten Trabis, in denen ich bei Kollegen oder Freunden von Freunden mitfuhr, zuckelten gemächlich mit allerhöchstens 80 oder 90 durch die Gegend. Und das war schon viel.
@sommersonne wird dir sehr viel mehr erzählen können,
@Skeptiker sicherlich auch.