Was denkt Ihr gerade? (38)

Alubehütet

Well-Known Member
Das finde ich auch richtig gute Gedanken. Man kann nicht früh genug beginnen zu warnen, denn Menschen vergessen wirklich schnell unangenehme Dinge.
Für euch noch schnell unbeschrankt gesichert. :)


(Hatte den Link 16:56 Uhr aufgerufen, und dann stand da „Kostenfrei bis 17:00 Uhr“. Puh, das war knapp :rolleyes:)
 
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Burebista

Well-Known Member
Es war Ironie, die helfen Rumänien ja nicht wirklich, sie wollen Geld bei euch verdienen. Das hilft vielleicht ein wenig denjenigen die in den Unternehmen arbeiten.
Es hilft nicht nur "vielleicht ein wenig". Es hilft, es bringt Blut in der Wirtschaft.
Du kannst Dir nicht vorstellen, wie bedeutend Deutschland für Rumänien ist. Vielleicht bin ich zu naiv. Ich glaube nicht. Kommt doch da, am Ort.

Rumänien, der "Hidden Champion" der deutschen Wirtschaft
Cristian Ștefănescu
29.09.202329 September 2023
Rumänien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Südosteuropa. In diesen Tagen wird in Berlin über Möglichkeiten des Ausbaus dieser Partnerschaft diskutiert und der Ton ist unerwartet optimistisch.

Deutsche Unternehmen sehen in Rumänien große Chancen für wirtschaftliches Wachstum. "Es ist der größte Markt in Südosteuropa mit einer starken Industrieproduktion und einem stetigen Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent", erklärte Volker Treier, Außenwirtschaftskoordinator des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), am Donnerstag (29. September 2023) bei der Eröffnung des zweiten Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsforums in Berlin.

Eine optimistischere Rede als die Prognosen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBR), die ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr für Rumänien (und andere Länder der Region) auf nur 1,8 % des BIP gesenkt hat, gegenüber 2,5 %, wie im Sommer angenommen. Und für das nächste Jahr gibt die EBRD noch niedrigere Zahlen an: 3,2 % Wachstum statt 3,5 %.

Doch Rumänien ist der Hidden Champion für die deutsche Wirtschaft", ein wichtiger Partner, der von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt bleibt, so Treier. Als zweitgrößter Gasproduzent der EU und sechstgrößter Automobilproduzent im gemeinsamen europäischen Markt biete Rumänien bereits sehr attraktive Standortbedingungen.

Die Veranstaltung wird vom DIHK gemeinsam mit dem Ostdeutschen Wirtschaftsausschuss und in Kooperation mit der AHK Rumänien, der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer, organisiert. Neben Regierungs- und Wirtschaftsvertretern aus beiden Ländern ist erstmals auch eine Delegation aus der Republik Moldau unter der Leitung von Premierminister Dorin Recean eingeladen. Neben der Videobotschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag, wurde der zweite Tag am Freitag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck eröffnet.

Am ersten Konferenztag ging es um Lösungen für eine möglichst marktnahe Produktion, um Forschung und Entwicklung sowie um die Digitalisierung. Heute stehen die Themen Energie und Lebensmittelversorgung im Mittelpunkt der Diskussionen. Laut dem bayerischen Außenwirtschaftsförderungsportal sind sowohl Rumänien als auch Moldawien wichtige Akteure im Agrarsektor mit großem Potenzial im Bereich "Farm to Fork", bei dem es darum geht, die Handelswege zwischen Erzeuger und Verbraucher zu verkürzen und den Pestizideinsatz in den Betrieben zu reduzieren. Dasselbe Portal lobt auch den dynamischen Energiemarkt der beiden Länder.
Deutschlands wichtigster Handelspartner in der Region

Laut DIHK sind in Rumänien mehr als 9.500 Unternehmen mit deutschem Kapital vertreten, was einer Viertelmillion Arbeitsplätzen entspricht. "Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft", sagte Treier. Vor dem Hintergrund der geplanten internationalen Unterstützung für den wirtschaftlichen Aufschwung und die Entwicklung der Ukraine rückt Rumänien durch die geostrategische Nähe noch stärker in den Fokus der deutschen Unternehmen. Von Bedeutung ist auch die enge Partnerschaft Rumäniens mit Moldawien.

Rumänien "ist schon heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands in Südosteuropa. Es ist nicht mehr nur ein Ziel für Billigproduktion, sondern ein echter Innovationspartner, vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Digitalisierung und ökologische Transformation", so Philipp Haußmann, Vorstandsmitglied des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Der Ost-Ausschuss ist die Dachorganisation der Investoren in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Russland und Zentralasien, also praktisch dem gesamten ehemaligen kommunistischen Block. "Wie in Deutschland steht auch in Rumänien der Umbau des Energiesystems ganz oben auf der Agenda", so Haußmann, der als boomende Branchen die Automobilindustrie, den IT-Sektor, die Energieversorgung und die Lebensmittelindustrie nannte.

Deutsche Investoren optimistisch

Rumänien ist mit seiner wirtschaftlichen Dynamik ein beeindruckendes Beispiel für die erfolgreiche europäische Integration in der Region. Und dieses Beispiel sei auch ein wichtiges Signal an die Vertreter der Republik Moldau, so Haußmann. Moldawien ist seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine im vergangenen Jahr ein Kandidat für die EU-Mitgliedschaft: "Wir brauchen mehr Tempo bei der Erweiterung der EU in Südosteuropa, um einen größeren, global wettbewerbsfähigen europäischen Binnenmarkt zu schaffen." Und "dazu gehört auch die rasche Integration Rumäniens in den Schengen-Raum", so der deutsche Wirtschaftsvertreter abschließend.

Das Geschäftsklima für deutsche Unternehmen, das der DIHK halbjährlich misst, ist in Rumänien positiv: Mehr als 90 Prozent der hier ansässigen Unternehmen bewerten die Lage als gut oder zumindest befriedigend. Ähnlich sieht es bei den Investitions- und Konjunkturerwartungen aus. Die Qualität des Investitionsumfelds in Rumänien hat "ein Niveau erreicht, das wir in unseren weltweiten Umfragen selten so deutlich messen", so Treier.

Das deutsch-rumänische Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr 37,6 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zu 2021. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres stieg es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf fast 24 Milliarden Euro, und die deutschen Direktinvestitionen in Rumänien überstiegen 13 Milliarden Euro.

ics/os (reuters, ag)

Der Unterschied zwischen den Provinzen, wo der Westen (und Deutschland an ersten Stelle) investiert und wo nicht, kann man in den rumänischen Statistiken über BIP sehen. Es wäre zu Erwünschen, dass die Deutschen auch in Ostrumänien oder Südrumänien investieren. Aber vergebens. Man spricht sich hier um, dass die Deutschen viel in HU oder SK investieren. Es mag sein, dass dort manche große Firmen investieren. Hier aber kommen viele mittlere Firmen, in einer multi-kulti-Gesellschaft, die 2-3 Sprachig ist.

PS. Ich habe nachgedacht, wieso Siebenbürgen so guten PIB hat in Vergleich zu Altrumänien, zu Ungarn, zur Slowakei, zu Kroatien. Es mag sein, dass der König Stefan I von Ungarn recht hatte:

"Make the strangers welcome in this land, let them keep their languages and customs, for weak and fragile is the realm which is based on a single language or on a single set of customs."
"(Unius linguae uniusque moris regnum imbecille et fragile est)"
St. Stephen in a letter to his son St. Emeric, 1036 A.D..

Aus Siebenbürgen wurde niemand vertrieben. Hier gibt es Mulitkulturalität, 2 oder 3 sprachlichkeit. Nirgendwo sonst noch in Südosteuropa. Und das hilft der Wirtschaft. Nicht nur wegen Sprachkenntnissen, sondern auch für gegenseitige Verständigung.
 
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sommersonne

Well-Known Member
Es ist schon richtig das die Investitionen der deutschen Firmen Aufschwung bringt. Das ist ein Nebeneffekt und der ist auch nicht unerwünscht, denn man wird dafür von den Politikern des Landes gelobt und hofiert.
Aber deswegen geht kein Unternehmen nach Rumänien oder ein anderes Land. Es geht dabei einfach darum die Gewinne zu maximieren. In Rumänien sind die Löhne niedriger und vielleicht auch die Gesetze weniger streng.
 

Burebista

Well-Known Member
PS. Ich habe nachgedacht, wieso Siebenbürgen so guten PIB hat in Vergleich zu Altrumänien, zu Ungarn, zur Slowakei, zu Kroatien. Es mag sein, dass der König Stefan I von Ungarn recht hatte:
Ich habe gestern nach dem genauen Zitat vom König Stephan I von Ungarn gesucht, der Heilig anerkannt ist auch in der orthodoxen Kirche, nicht nur in der katholischen. Es ist komisch, dass die jetzigen Regierenden von Ungarn diesen Testament ihres ersten Königs missachten :)

Aber was darunter schreibt ist Legende. Die Krone wurde nicht vom Papst Silvester II geschenkt, sondern es sind 2 übereinander gestellten Kronen, eine davon byzantinischer Herkunft .

Die "Heilige Krone" wurde bedeutend in der ungarischen Geschichte. Sie repräsentierte die Souveränität des Landes. Um wahrer König zu sein, musste man mit der wahren "Heiligen Krone" gekrönt werden, nicht mit einem Fake. Also gab es mehrere Bürgerkriege, als Jagd der wahren "Heiligen Krone". Damit die nicht gestohlen werden konnte, wurden 2 "Kronwächter" als Würdenträger des Königreiches eingestellt.
Hier die ganze Geschichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanskrone

Am 1. Januar 2000, machte Orbán Viktor eine große Zeremonie, die ich live in DunaTV sehen konnte. Hätte mir sowas nie vorgestellt. Man legte die Krone auf einem Panzer und man marschierte mit Truppen durch ganz Budapest und man brachte die Krone in der Zentralhalle des Parlamentes von Ungarn, in Pest. Nun ist wirklich die Krone zuhause, denn die Krone und das Volk repräsentieren ja den Staat :) Herzlich.
 

sommersonne

Well-Known Member
Ich habe gestern nach dem genauen Zitat vom König Stephan I von Ungarn gesucht, der Heilig anerkannt ist auch in der orthodoxen Kirche, nicht nur in der katholischen. Es ist komisch, dass die jetzigen Regierenden von Ungarn diesen Testament ihres ersten Königs missachten :)
Du wünschst dir doch ein erneuertes modernes und reiches Land. Wie soll das gehen wenn man das Testament eines abgesetzten und verstorbenen Königs Beachtung schenken und in die Tat umsetzen würde?
 
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