AfD - wo mag die Reise hingehen...

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von eruvaer, 14 März 2016.

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ist die AfD eine Alternative für Deutschland?

  1. ja, unsere einzige Chance!

    4 Stimme(n)
    10,0%
  2. ja, als Protestwahl.

    7 Stimme(n)
    17,5%
  3. ja....was soll ich sonst wählen?

    3 Stimme(n)
    7,5%
  4. ja...nein...weiss nicht...

    1 Stimme(n)
    2,5%
  5. nein.

    3 Stimme(n)
    7,5%
  6. nein, definitiv keine Alternative!

    27 Stimme(n)
    67,5%
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  1. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Warum sie abgewandert sind? Weil sie, zwar selbst nicht die Schlauesten, hier eine Bevölkerung vorfanden die sich mit den bundesdeutschen Gegebenheiten von einem Tag auf den anderen abfinden mußte. Sie/wir kannten weder Lebensart (Ellbogen raus und nicht alles glauben) noch Gesetze und lavierten so durch den Tag. Nach riesigen Hoffnungen mußte die Mehrheit bald erkennen das ihre bisherigen Leistungen nicht im geringsten anerkannt wurden, ihnen im Gegenteil Faulheit vorgeworfen wurde. Ihnen die Arbeitsplätze weggenommen wurden, die Betriebe für ein Spottgeld gekauft und dann geschlossen wurden. Alle wichtigen Schaltstellen des gesellschaftlichen Lebens wurden mit Westdeutschen besetzt und zwar nicht mit den Besten. Viele von ihnen wurden "weggelobt" und gingen unwillig in den wilden Osten und verhielten sich dann auch so. (Es gab auch andere, die waren aber in der Minderzahl.)

    Was das mit den Menschen anstellt, kann sich jemand der das nicht selbst erlebt hat, überhaupt nicht vorstellen. Ihr Protest und ihr aufbegehren wurde als Jammerei abgetan und wird es auch heute noch. Es ist ziemlich logisch das ein großer Teil, vor allem die Alten und Abgehängten, die nie wieder richtig Fuß fassen konnten, Scharlatanen in die Arme liefen und noch laufen.

    Aus der Tatsache das alle wichtigen Schaltstellen mit Westdeutschen besetzt wurden, hat sich dann auch ergeben das man sich untereinander protegierte, in Wirtschaft und Politik. Schließlich hatte man sich dann doch abgefunden im Osten zu sein und eingerichtet und verteidigt seinen Stand gegen die Ossis die so langsam begriffen wie das Spiel läuft.
    Das sollte eigentlich nach Jahrzehnten keine Frage mehr sein. Es sei denn man gibt zu das ein Zusammenwachsen der beiden Deutschlands bis jetzt gescheitert ist und nur eine Worthülse geblieben ist.
     
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  2. Mendelssohn
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    Aus ostdeutscher Perspektive ist die Vereinigung von der BRD und DDR gescheitert?
    Was ist denn dann der ostdeutsche Auftrag an die AfD? Die Vereinigung rückgängig zu machen? Re-Verstaatlichung der großen Betriebe unter bio-ostdeutscher Führung?
     
  3. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Nein, das ist der Auftrag einer anderen Partei. :)
     
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  4. sommersonne
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    Wie kommst du denn darauf? Du wolltest doch wissen wie es dazu kam das viele Ostdeutsche Scharlatanen hinterher rennen. Das habe ich erklärt.
    Veralbern kann ich mich alleine. So dumm zu glauben das das Rad der Geschichte zurück gedreht werden könnte, ist aber hier kaum einer.
     
  5. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Was ist denn die Alternative zu dem von dir als gescheitert beschriebenen Vereinigungsprozess?
    Ich z. B. sehe die die Vereinigung nicht als gescheitert an trotz zahlreicher Baustellen.
    @Alubehütet Du weißt schon, dass Die Partei mit ihrer ironischen Forderung nach der Bonner Republik den Altvorderen beider Teile Deutschlands genau diese Frage stellt, was nämlich die Alternative zum bloß vermeintlich vereinten Deutschland ("Worthülse") sei?
     
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  6. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Ich sehe ihn auch nicht als gänzlich gescheitert an, nur teilweise. Westdeutsche hatten kaum Probleme, sie kannten ja ihre Gesetze und Lebensart.
    Solange es noch Unterschiede in Lohn und Gehalt, Rente usw, gibt, solange wird sich ein Teil, der hoffentlich irgendwann immer kleiner wird, benachteiligt vorkommen. Liegt einfach auch in der Natur des Menschen.
    Es gibt keine Alternative, zurück drehen ist keine Option. Es braucht noch etwas Zeit, mehr als gedacht.

    Ich kann auch noch ein anderes Beispiel nennen welches eigentlich profan ist aber wirkungsvoll ist. Ich nehme es weil es jeder, der sich dafür interessiert und mal vergleichen kann, bemerken wird.
    Man sieht immer noch an der Bekleidung ob jemand aus Ost oder West ist. Die Bekleidungsketten z.B. haben in Ost und West (Berlin mal ausnehmen) ein unterschiedliches Angebot. Von Anfang an gab es das schlechtere Angebot im Osten.
    Zuerst dachte ich, kann doch nicht sein. Aber es ist nicht nur mein Eindruck. Es ist mir auch von einer Einkäuferin bestätigt worden und von Frauen meiner Bekanntschaft die in westdeutsche Städte gereist sind, sowieso. Wer da nicht einen gefestigten Charakter hat, der findet das schon ungerecht und kommt sich vielleicht auch gedemütigt vor.
     
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  7. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Ein Hauptproblem dürfte wirklich sein, daß im Osten eine West-Elite implementiert wurde. Dachte man sich, gut, die kennen sich ja auch aus in dem für die Ossis neuen System, und das wächst sich schon noch raus. Aber diese West-Elite reproduziert sich, es wächst vor allem West-Elite nach, auch in der Nachfolge.

    Nur fragt sich gerade dann, warum die Ossis nicht wenigstens eine eigene Partei gebacken kriegen. Weshalb sogar da Höckes und Kalbitz' aus dem Westen dominieren.
     
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  8. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Die Linkspartei hat kostbare Zeit mit der Integration der Mauerverteidiger verschwendet. Als die dann endlich raus waren, hatte sich die AfD schon auf der verbrannten Erde breit machen können und inzwischen leider sogar eine ostdeutsche "Tradition" aufgebaut. Wenn wir die Übergangszeit von etwa 10 bis 15 Jahren abziehen, die es brauchte um alte Infrastruktur abzubauen und durch neue zu ersetzen, weitere zehn Jahre hinzuzählen, bis die alte SED in der Linkspartei endgültig abgewickelt war, dann kommen wir in die Nähe des Gründungsdatums der AfD (Februar 2013). Ihr Name, Alternative für (Gesamt-) Deutschland hat gereicht, um sie im Osten wählbar zu machen. Denn dieses "Heuschreckendeutschland", vor dem zuvor SED, PDS und die junge Linkspartei gewarnt hatten, war nicht die ostdeutsche Vision der Wiedervereinigung gewesen. Da die neue Linkspartei die erhoffte Alternative offenbar nicht durchsetzen konnte, war mehr oder weniger jeder recht, der nun einen Neustart aus der Depression versprach. Dass diese Depression als erstes herbeigeredet werden musste, war Teil der AfD-Strategie. Ihr bester Teil propagandatechnisch betrachtet. Die Installation von Neonazis auf Führrungspositionen war hingegen ein strategischer Fehler und wird sie früher oder später in die Versenkung schicken. Die Demokratien und Wirtschaftsverbände in Westeuropa sind zu stabil, als dass Nazis über ihr Dorf hinaus Geschäfte machen könnten.
     
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  9. alterali
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    Die Vereinigung ist ja vollzogen, also nicht gescheitert. Aber sie wurde nicht neutral, sondern im Sinne der USA vollzogen. Wir sind ein ja besetztes Land. Die USA hätten einer anderen Lösung gar nicht zugestimmt.
    Die spinnerten Ideen der Ossis. Jeder der wessi-Kapitalismus kannte, wusste was kam.
    Reisefreiheit und Arbeitslosigkeit. Klar auch noch blühende Landschaften.
    Und Grebes Brandenburg.

    Und das schlimmste: 80 Millionen Deutsche dominieren die EU.
     
  10. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Erstens sind wir nicht, sondern wir waren ein besetztes Land, und zweitens nicht nur von denUSA besetzt, sondern auch von den Soffjets.
     
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