AW: Aus gegebenem Anlaß....
sie können sich das beste von beidem raussuchen und beides kennenlernen....
der fehler ist nur, dass viele sich für eine seite entscheiden und diese dann extremer leben...
das ist der punkt, den ich auch so verstanden habe, marleen. und ich denke, da liegst du nicht falsch. diese lebensweise betrifft ja nicht nur unsere türkischverwurzelten deutschen, sondern ist in vielen anderen ländern ähnlich. das gibts in holland mit den molukkern , in den usa mir lateinamerikanern, in spanien mit marokkanern etc etc. überall , wo andere kulturen aufeinander treffen, ist es notwendig, kompromisse zu schliessen...
die sehnsucht nach etwas, was man eigentlich nur vom hörensagen oder von sommerurlauben kennt, kann doch keine grundlage sein, sein ganzes leben lang in einer parallelgesellschaft zu leben. denn das macht diese ambivalenz zu seinen eigenen wurzeln aus und zu der neuen heimat allemal. dieses festhalten an traditionen, die man zwar anrissweise hier leben kann, aber die eben "fremd" sind, weil man die traditonen selbst logischerweise eben auch nur verfremdet erfährt, birgt die gefahr, realitätsblind zu werden. die erlebnisse oder die erfahrungen, die ich mich deutschtürkischen menschen gemacht habe, sind höchst unterschiedlich. manche wollen deutscher sein als deutsche , manche weigern sich überhaupt deutsch zu lernen, manche wollen überhaupt keinen kontakt zu deutschsprachigen nachbarn und manche wiederum, die ich kenne und die in der türkei geboren wurden, dort aufwuchsen und hier einen türkischsprachigen partner geheiratet hatten, sagen klipp und klar, eine landsmann würd ich nie wieder heiraten, weil ihre denke anders ist .
es ist eine tatsache, das man sich in einem anderen land anders entwickelt, aber es ist auch eine tatsache, das der größte teil sich in einer eigenen parallelgesellschaft anders entwickelt und zwar anachronistisch. @moonstruck, man kann doch etwas nicht schönreden, was einfach ein problem ist. idenditätsprobleme sind nun mal der alltag, auch das ist eine tatsache, denen man sich stellen muss.
man
muss nicht patriotisch sein, um seine idendität zu wahren . diese aussage beinhaltet für mich vor allen dingen in diesem kontext , sich insbesondere nationalistischer strukturen zu bedienen, nationalstolz zu instrumentalisieren und sich politisch einem land verpflichtet zu fühlen, welches man eigentlich nicht richtig kennt. die meisten türkischsprachigen deutschen sind hier geboren, hier aufgewachsen und wollen hier auch leben... da ist es wichtig, sich intensiver mit der idendität auseinanderzusetzen-und zwar konstruktiv, damit so etwas einfach nicht wiederholt, so wie geschehen: das man sich z.b. mit jemandem über jahre austauscht, sich nach hause einlädt , miteinander austauscht und man so in einem nebensatz an den kopf geknallt bekommt, das man sowieso von uns denkt, das wir schlampen sind.
wie dramatisch eigentlich dieses defizit an idenditätsfindung ist, habe ich erschreckenderweise hier in den letzten wochen lesen müssen.