Alubehütet
Well-Known Member
Zuletzt bearbeitet:
(...)
Dass die Versicherungen zahlen, kann man bei einer bestehenden Reisewarnung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vergessen. Gut, man könnte es mit der Minimal-Abdeckung von 7000 € versuchen, kommt aber nicht weit damit. Siehe oben.
Das wäre ja nicht schlecht. Denn dann könnte man die Luftzirkulatin in den Schlachthöfen anpassen und so das Virus eindämmen.Vielleicht haben wir jetzt endlich eine Erklärung für den Ausbruch der Pandemie in der Lombardei, dem Schlachthof Italiens. Nur in der Lombardei ist aus geographischen Gründen Massentierhaltung und Masschenschlachtung in "deutschem Stil" möglich.
Möglicherweise kommt das Virus nicht aus den Laboren, nicht von den Märkten, sondern aus den Schlachthöfen, die überall in der Welt gleich arbeiten.
Hotspot Schlachthof mit Riesenradius.
Das Thema hatte ich auch schon im Auge - der eigentliche Witz ist dieser:
Die bis Ende August verlängerte Reisewarnung ist aber nicht nur für den Tourismus in der Türkei ein Riesenproblem. Auch Tausende türkischstämmige Deutsche sitzen auf ihren Koffern und wissen nicht, was sie machen sollen. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Gökay Sofuoğlu, sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland, vor allem die Regelung, dass Rückkehrer aus „Risikogebieten“ womöglich nach der Wiedereinreise für zwei Wochen in Quarantäne müssten, verunsichert die Leute.
Das also ist hängengeblieben vom taz-Artikel: die obligatorische Kritik an türkischen Regierungspolitikern und die Bestätigung der Reisewarnung, vermeintlich aus Sorge um die Gesundheit der deutschen Urlauber, wahrscheinlicher aber mehr aus Sorge darüber, dass diese Geld ins verhasste Land bringen könnten.
Der eigentliche Witz aus meiner Sicht ist die Reisewarnung, und zwar nicht die Reisewarnung an sich, sondern dass diese EU-Länder wie Griechenland nicht betrifft, aber das benachbarte Türkei, das inzwischen schon wesentlich mehr als Griechenland unternommen hat, die Bendeken der deutschen Politiker in Sachen Corona zu zerstreuen.
Und auch auf diesen Witz finden sich im taz-Artikel genügend Hinweise in Form von Politiker-Aussagen, die aber natürlich nicht zählen, da es sich ja um türkische Regierungspolitiker handelt und darum unbedingt falsch sein müssen.
Für mich besonders bemerkenswert, da sie sich auf eine eigentlich zwar ganz erwartbare und typische Haltung der deutschen Politik im letzten halben Jahrhundert bezieht, deshalb aber nicht weniger skandalös ist, ist folgende Passage des Artikels:
Knapp fünf Prozent der Bevölkerung in diesem Land ist türkischstämmig und hat dementsprechend einen Bezug zur Türkei nicht nur als Urlaubsland. Aber diese Bevölkerungsgruppe, die schon 50 Jahre und länger in diesem Land lebt, wird schon ebenso lange von der deutschen Politik bestenfalls ignoriert, noch häufiger als Wahlkampfthema instrumentalisiert und diskriminiert. Und das ist nur ein weiteres Beispiel dafür. Und die Reaktion in diesem Forum darauf übrigens ebenso exemplarisch.
Genausowenig, wie es verwundern darf, dass ein Großteil dieser Bevölkerungsgruppe einem Politiker hinterher rennt, der ihnen aus der fernen Türkei mehr Beachtung zukommen lässt als die quasi eigenen Politiker in ihrer Wahlheimat, genausowenig darf es auch verwundern, dass in einem Land mit solcher subtilen Mainstream-Diskriminierung, wie sie hier täglich von vermeintlich ganz unverdächtigen Usern an den Tag gelegt wird, eine Partei wie die AfD bei Wahlen auf 20% und mehr Stimmen kommen kann.
Das hängt alles miteinander zusammen, denn wir haben es mit einem grundsätzlichen Trend zu tun, der die westliche und einen Großteil der übrigen Welt erfasst hat und das mich ein wenig an ein Rattenexperiment erinnert, von dem ich während meines Studiums gelesen hatte und das mich damals sehr beeindruckt hat:
In einen Käfig bestimmter Größe mit ausreichenden Nistplätzen und ausreichender Nahrung werden ein paar Ratten gesetzt und alle paar Tage kommt eine Ratte dazu. Das friedliche Zusammenleben der Ratten klappt wunderbar, weil ja genügend Platz und Nahrung vorhanden ist, aber nur bis zu einer gewissen Anzahl, die von der Größe des Käfigs abhängig ist. Im Grunde war noch genügend Platz und Nahrung vorhanden, aber bei dieser Anzahl schlug die Stimmung um: plötzlich fielen die vormals friedlich zusammen lebenden Ratten übereinander her und zerfleischten sich. Und zwar nicht nur, bis ihre Anzahl wieder unter die besagte Grenze gesunken ist, sondern tatsächlich bis nur eine einzige Ratte in diesem Gemetzel übrig geblieben war, die dann auch kurze Zeit später verendete.
Die zunehmende Aggression im Umgangston ist unübersehbar und irgendwo auch zwangsläufig, wo wir doch seit Jahrzehnten schon auf Wettbewerb und Ellenbogengesellschaft - Kleinkrieg im Alltag - getrimmt werden. Dennoch ist es für einen Menschen wie mich doch sehr bedauerlich mitansehen zu müssen, wie erwartbar und instinktiv animalisch die Menschen mehrheitlich reagieren, wo wir doch so stolz sind auf unsere Vernunft, unser sapere aude, die Aufklärung und unseren Humanismus, übrigens alles in allem sehr untierische Errungenschaften menschlicher Zivilisation.
Jetzt könnt ihr euer Bashing wieder aufnehmen...