Der Fall Khashoggi

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von Bintje, 20 Oktober 2018.

  1. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Mit seiner Ermordung konnte er wohl nicht rechnen.
    Aber dass er nicht einmal mit Unannehmlichkeiten rechnete, sonst wäre er wohl nicht gegangen, bedeutet entweder eine ordentliche Portion Naivität oder dass er mit Versprechungen und Zusicherungen seitens ihm vertrauter und glaubwürdiger Personen in eine Falle gelockt wurde. Die zweite Möglichkeit erscheint mir plausibler.
     
  2. beren
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    beren Well-Known Member

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    Die Freundin bereut den Heiratswunsch.

    Die wären auch ohne Trauschein glücklich geworden. :(

    Er wurde ja im Vorfeld gewarnt.
     
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  3. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Die Arme. Die ganze Geschichte ist vermutlich ein Trauma fürs Leben. :(

    Doch, er hat damit gerechnet, dass er Schwierigkeiten bekommt. Wie @beren schon schrieb, wollten Freunde ihm offenbar ausreden, zum Konsulat zu gehen. Seine Verlobte soll später laut verschiedenen türkischen Medien erzählt haben, er habe ein ungutes Gefühl gehabt und sei sehr nervös gewesen. Beim ersten kurzen Besuch im Konsulat sollen sie aber unerwartet freundlich zu ihm gewesen sein. Sie sollen ihm versprochen haben, seine Papiere seien am 2. Oktober fertig; dann könne er sie abholen. Das habe ihn erleichtert, aber die Verlobte wollte am 2. Oktober trotzdem mit zum Konsulat. Nach dem, was ich las, sollen alle Angestellten des Konsulats dann am bewussten Tag frei bekommen haben, und die 14 oder 15 eingeflogenen Geheimagenten mimten das Personal.

    Wenn das so stimmt: teuflisch. Absolut teuflisch. Die Frau hat vermutlich Glück, dass sie noch lebt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie mitgegangen wäre ins Konsulat..?
     
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  4. eruvaer
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    eruvaer Well-Known Member

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    Nein er hätte sie nicht mitnehmen dürfen. Das war schon gut so, dass sie nicht mit ging.
    Höchstens wichtige/interessante Leute. Solche die schon in der Zeitung standen und wenn's nur als Vorsitzender des Fussballvereins zehnte Liga war, solche die als Polizist oder Anwalt arbeiten oder Ärzte oder oder.... Höchtens solche Begleitung und davon auch mehrere hätte eventuell die Aktion ausgesetzt.

    Das Trauma für seine Frau wird sicher auch ohne diese Schuldgefühle schon viel zu gross sein. Die Vorstellung was ihm wiederfahren ist, ist für uns nur eine grausame Vorstellung. Sie werden diese Vorgänge in ihren Träumen nur allzu real sein. Zusätzlich zum Verlust. Zusätzlich zu Gefühlen von Reuhe, Schuld, was wäre gewesen wenns....

    Wenn es diese Aufnahmen von seiner Uhr wirklich gibt, wird sie diese gesehen/gehört haben. Das ist der blanke Horror, der lässt einen wohl nie wieder los.
     
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  5. eruvaer
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    eruvaer Well-Known Member

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  6. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Der Autor empfiehlt die Wahl um seiner Empörung über z.B. Krieg der Saudis im Jemen und die deutschen Waffenlieferungen Ausdruck zu verleihen. Nur sind die Wahlen aller paar Jahre, das nützt garnichts. Da ist so manches Problem schon wieder aus dem Focus verschwunden. Man könnte ja denken dann müßten eben Demonstrationen die Empörung zum Ausdruck bringen. Die gab es und gibt es aber auch schon, gerade gegen Waffenlieferungen. Gestört hat es bis jetzt noch keine deutsche Regierung. Waffenlieferungen werden nach wie vor genehmigt.
     
  7. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Durch und durch unanständig.
    Da lobe ich mir doch den gemeinhin verlachten früheren Bundespräsidenten Heinrich Lübke, der sich vor seinem Staatesbesuch in Togo 1966 die rechte Hand bandagieren ließ, um Militärchef Eyadéma nicht die Hand geben zu müssen, der drei Jahre zuvor an der Ermordung des damaligen Präsidenten Olympio persönlich beteiligt gewesen sein soll. Lübke hielt dem neuen Präsidenten Grunitzky die Linke hin, an Eyadéma ging er vorbei.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46266037.html
     
  8. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    1966 war der 2. Weltkrieg vielen Menschen, auch Politikern, noch recht gut in Erinnerung. Je mehr Zeit verging und vergeht desto mehr wurden die Schrecken des Krieges vergessen.
    Krieg findet heutzutage kaum noch in Europa statt. Man sieht ihn im Fernsehen, weit weg und es berührt die Menschen wenig. Es wird ihnen eingeredet die Waffenindustrie braucht Aufträge, denn es sind viele Menschen dort beschäftigt, sollen sie alle arbeitslos werden? Das wirkt, vor allem bei Politikern.
     
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  9. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Uuuh - übles Fettnapf in der Gegend, weil die linke Hand als unrein gilt. Aber weil die andere Hand bandagiert war, haben sie wohl darüber hinweggesehen. Europäer haben eh merkwürdige Sitten. ; ) Eyadéma, der sich systematisch an die Spitze des Staates putschte, hat sich später übrigens zum Präsidenten auf Lebenszeit erklärt, nachdem er einen Flugzeugabsturz überlebt hatte.

    ---

    Hatten wir das schon?

    http://www.spiegel.de/politik/ausla...nd-andere-fordern-untersuchung-a-1236611.html

    Es wird aber vermutlich nichts nützen, weil Saudi-Arabien zu den größten Geldgebern der Uno zählt und so wie einige andere Staaten nicht zögern würde, die UN zu erpressen. Das haben sie in der Vergangenheit schon getan, worauf S/A von der UN-"Liste der Schande" gestrichen wurden, die Länder, Armeen und Terrorgruppen benennt, die Kinder verletzen, töten und als Soldaten rekrutieren. Ban Ki Moon hat diese Praktiken zum Glück öffentlich gemacht.
    https://www.deutschlandfunk.de/list...von-saudi.1773.de.html?dram:article_id=356763
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 November 2018
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  10. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Grunitzky war Sohn eines Deutschen einer Frau aus der Oberschicht und hatte in Frankreich studiert. Der dürfte nicht nicht an die Toilette gedacht haben. Eher an die tatsächlichen Machtverhältnisse im Land. Im folgenden Jahr wurde er von Eyadéma abgesetzt.
     
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