Es wiederholt sich die Arroganz der Mächtigen und das hilflose Draufschlagen gegen berechtigte Proteste und freie öffentliche Meinungsäusserung. Es sind die immer gleichen Verallgemeinerungen der jeweiligen Machthaber, mit denen solche Demonstrationen für "Illegal" und die Teilnehmer zu Banditen, Gesindel oder gar Terroristen erklärt werden. Wenn an einem für Deutschland so geschichtsträchtigen Tag die gleichen Worte aus der türkischen Regierung zu hören sind wie damals aus dem Parteibüro der SED, dann klingen mir die Ohren. Vielleicht kannst du das nachvollziehen? Wenn dann noch das Militär ins Spiel gebracht wird, werden die Parallelen fast schmerzhaft deutlich.
Lernen die Leute denn nie etwas aus der Geschichte? Man kann mit Gewalt kurzfristig Ruhe ins Land bringen, mittelfristig lähmt man eine Gesellschaft dadurch und langfristig macht es das Land kaputt. Dieser Umgang mit Protesten (und das ist das Thema hier), hat sich noch nie ausgezahlt. Ist es wieder "westliche Arroganz" darauf hinzuweisen? Gäbe es die DDR noch, wäre es sehr interessant die Berichterstattung aus beiden Deutschlands über die aktuellen Vorgänge in der Türkei miteinander zu vergleichen.