Die Ampelkoalition

Bintje

Well-Known Member
Das dt. "ich bitte um Entschuldigung" wird hier mit Scuza übersertzt.
"Scusa" kenne ich auch, das heißt es im Italienischen, wenn man jemanden duzt (andernfalls "scusi") und ihm beispielsweise unabsichtigt im Gedränge auf der Straße touchiert. Das kann man natürlich je nach Situation noch weiter ausführen, im Vorübergehen ist das meist nicht nötig (es sei denn, du hast z.B. jemandem deinen Kaffee to go versehentlich über den Latz gekippt). Und das Deutsche kennt natürlich auch nuanciertere Varianten, sich zu entschuldigen, nur muss man es meiner Meinung nach nicht inflationär strapazieren - erst recht nicht, wenn man dazu steht, was man sagt oder gesagt hat und jederzeit wiederholen würde. Aber das ist sicherlich Ansichtssache. Vielleicht eine persönliche Macke, aber mich irritiert es jedenfalls bis hin zur Verärgerung, die ursprünglich gar nicht vorhanden war, wenn man sich für etwas Beleidigendes entschuldigt, was man exakt so meinte und danach noch wiederholt. Wenn du etwas so meinst oder gemeint hast, ist das einfach so, kann ich damit leben. Jedenfalls besser als mit einer Entschuldigung, die einfach nur der Form und einem (=Deinem) Bedürfnis gehorcht und weniger der Aufrichtigkeit.

Mich braucht niemand für seine Art, sein So- oder Anderssein um Verzeihung zu bitten. Denn meist geht es nur um Nichtigkeiten, Kleinigkeiten, die ich schneller vergesse, als sie aufgekommen sind. Und in anderen Fällen entscheide ich selbst, was und wann ich etwas verzeihe und aus meinem Elefantengedächtnis streiche. Mit Pistole auf der Brust klappt das in der Regel nur bei Kindern, nicht bei Erwachsenen. Und das sind wir doch, oder? ;- )
Zumindest tun wir so. Also einfach weitermachen ...
 

Msane

Well-Known Member
Es geht um Atomkraftwerke die gar nicht mehr ausreichend betrieben werden können und dazu wurde ein User gefragt er soll mal den Post von Alu explizit beantworten.

Diese Frage habe ich schon 3 mal beantwortet, aber von mir aus gerne auch ein 4. mal.

Die Kurzfassung, es wurde überprüft und festgestellt das die betreffenden Kernkraftwerke weiterbetreibbar sind, zwar zeitlich begrenzt
und mit abnehmender Leistung, aber technisch ist das überhaupt kein Problem.
Es wird warscheinlich von Seiten der Grünen auf 2 AKWs hinauslaufen die befristet am Netz bleiben.

Jetzt dazu meine Meinung.
Wir befinden uns in der schlimmsten Energiekrise der Geschichte und müssen jede Möglichkeit
nutzen um den Schaden zu begrenzen.
Theoretisch könnten wir bis zu 6 Kernkraftwerke weiterbetreiben, die drei die aktuell in der Diskussion sind
und drei kürzlich abgeschaltete aber funktionierende reaktivieren, dass wäre wirklich viel Strom.
Dafür müsste man die betreffenden Kernkraftwerke mit neuen Brennelementen und Ersatzteilen
ertüchtigen - Angebote dafür liegen aus der Industie vor.
Und hier sperren sich die Grünen, denn wenn man die AKWs wieder fit macht muss man sie
sinnigerweise auch am Netz lassen - sprich die geplante Abschaltung wäre hinfällig,
Gesetze müssten entsprechend geändert werden.
Die Grünen sehen hier den Atomausstieg in Gefahr.
Ist natürlich Unfug, wir bauen ja keine neuen Kernkraftwerke, wir würden nur einen Teil
der ursprünglich vorhandenen AKWs weiterbetreiben um die Folgen der Energiekrise abzufedern.

Man muss halt wissen was man will, wollen wir der Energiekrise mutig entgegentreten und die
Probleme pragmatisch und lösungsorientiert angehen, oder wollen wir abschalten damit
Herr Trittin und seine Freunde der AntiAKW-Bewegung besser schlafen können.


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Alubehütet

Well-Known Member
Es wird warscheinlich von Seiten der Grünen auf 2 AKWs hinauslaufen die befristet am Netz bleiben.
Ja klar. Habeck will einen Unterschied machen zwischen seiner zukunftsweisenden, fortschrittlichen Energiepolitik im Norden, die Atomkraft überflüssig macht, und Söders Energiepolitik nach Vorbild der 70er. Dabei ist das, wie ausgeführt, alles nur Show.
Dafür müsste man die betreffenden Kernkraftwerke mit neuen Brennelementen und Ersatzteilen
ertüchtigen - Angebote dafür liegen aus der Industie vor.
Und hier sperren sich die Grünen, denn wenn man die AKWs wieder fit macht muss man sie
sinnigerweise auch am Netz lassen - sprich die geplante Abschaltung wäre hinfällig,
Die neuen Brennelemente hast Du frühestens in einem Jahr. Und müssen dann fünf Jahre laufen. Für fünf Jahre aber müssen die AKWs, die die vergangenen Jahre auf Verschleiß gefahren sind, gründlichst generalüberholt werden. Da frage ich mich wirklich, ob hier Geld in diesem Ausmaß noch in eine Technologie der Vergangenheit investiert werden soll.

Man kann gleichwohl so argumentieren, wie Du das machst. Für falsch halte ich aber, alles auf „die Grünen“ und „Ideologie“ zu schieben. Der gegenwärtige Atomausstieg ist Merkels Werk. Und deren Erweckungserlebnis war meiner Interpretation nach nicht erst Fukushima. Sondern die verheerenden Bilder von der Asse. Bilder, wie sie die Aktuelle Kamera schlimmer nicht hätte produzieren können für die These, daß eine solch gefährliche Technologie nicht gehört in die Hände skrupelloser, rein dem Profit und nicht den Menschen verpflichteter Privateigentümer im Kapitalismus.
 

Msane

Well-Known Member
Ja klar. Habeck will einen Unterschied machen zwischen seiner zukunftsweisenden, fortschrittlichen Energiepolitik im Norden, die Atomkraft überflüssig macht, und Söders Energiepolitik nach Vorbild der 70er. Dabei ist das, wie ausgeführt, alles nur Show.

Definiere bitte "zukunftsweisende, fortschrittliche Energiepolitik".
Aktuell setzt Habeck voll auf fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl um die Atomkraft zu ersetzen denn nur diese sind grundlastfähig.
Kohle, Öl und Gas - kann mir keiner erzählen dass das zukunftsweisend und fortschrittlich ist.


Die neuen Brennelemente hast Du frühestens in einem Jahr. Und müssen dann fünf Jahre laufen. Für fünf Jahre aber müssen die AKWs, die die vergangenen Jahre auf Verschleiß gefahren sind, gründlichst generalüberholt werden. Da frage ich mich wirklich, ob hier Geld in diesem Ausmaß noch in eine Technologie der Vergangenheit investiert werden soll.

"Technologie der Vergangenheit" ... dieses Negativframing ist ein Eigentor, da wir anstelle von Kernkraftwerken unter anderem maximalschädliche
Braunkohlekraftwerke wieder in Betrieb nehmen.
Außerdem hätte man schon Ende des Jahres neue Brennelemente haben können, hat man aber nicht gemacht
weil man abschalten will - gut dann halt wieder mit Kohle und dem wertvollen Gas *schulterzuck*


Man kann gleichwohl so argumentieren, wie Du das machst. Für falsch halte ich aber, alles auf „die Grünen“ und „Ideologie“ zu schieben. Der gegenwärtige Atomausstieg ist Merkels Werk. Und deren Erweckungserlebnis war meiner Interpretation nach nicht erst Fukushima. Sondern die verheerenden Bilder von der Asse. Bilder, wie sie die Aktuelle Kamera schlimmer nicht hätte produzieren können für die These, daß eine solch gefährliche Technologie nicht gehört in die Hände skrupelloser, rein dem Profit und nicht den Menschen verpflichteter Privateigentümer im Kapitalismus.

Die Ampelkoalitionäre sind an der Macht und verfügen damit auch über die Mittel um jederzeit den politischen Kurs den Bedürfnissen anzupassen.
Worauf warten die denn noch, wir sind in einer Energiekrise und uns steht das Wasser bis zum Hals.


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sommersonne

Well-Known Member
Bilder, wie sie die Aktuelle Kamera schlimmer nicht hätte produzieren können für die These, daß eine solch gefährliche Technologie nicht gehört in die Hände skrupelloser, rein dem Profit und nicht den Menschen verpflichteter Privateigentümer im Kapitalismus.
Das ist ein schwaches Argument. Denn sowohl Kohle, Öl, Gas und auch die erneuerbaren Energien werden von Kapitalisten "hergestellt" und verkauft. Bei Atomstrom ist es genauso. Mineralölkonzerne machen es uns gerade anschaulich vor.
Natürlich gibt es Stadtwerke, die allerdings auch im gewissen Rahmen Profit erarbeiten müssen.

Wenn man das alles nicht will müsste man den Energiesektor verstaatlichen oder dafür sorgen das jedes Haus sich autonom mit Energie versorgen kann. Damit ist erst einmal nicht zu rechnen.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Definiere bitte "zukunftsweisende, fortschrittliche Energiepolitik".
Aktuell setzt Habeck voll auf fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl um die Atomkraft zu ersetzen denn nur diese sind grundlastfähig.
Kohle, Öl und Gas - kann mir keiner erzählen dass das zukunftsweisend und fortschrittlich ist.
Ich hätte klarstellen müssen, daß das nicht meine Ansicht ist, sondern Habecks Selbstdarstellung wiedergeben soll. Aber klar, da geht es um seine vergangene, nicht gegenwärtige Politik.
"Technologie der Vergangenheit" ... dieses Negativframing ist ein Eigentor, da wir anstelle von Kernkraftwerken unter anderem maximalschädliche
Braunkohlekraftwerke wieder in Betrieb nehmen.
Aber wir investieren nicht noch dutzende von Millionen hinein. Bin mir nicht sicher, da lasse ich mich korrigieren, falls das doch geschieht. Es wird mehr Braunkohle abgebaggert, aber wir legen uns nicht noch neue Baggerschaufeln zu.

Da bin ich dann tatsächlich auf Seiten Habecks. Vorhandene Ressourcen vielleicht mehr nutzen, als wünschenswert wäre und geplant war. Aber nicht noch im grossen Stil hinein investieren.
Außerdem hätte man schon Ende des Jahres neue Brennelemente haben können, hat man aber nicht gemacht
weil man abschalten will - gut dann halt wieder mit Kohle und dem wertvollen Gas *schulterzuck*
Das dauert 12-15 Monate, neue herzustellen. Die Folgen der Ukraine-Invasion für unsere Energiepolitik waren erst Mitte, Ende März im allgemeinen Bewußtsein.
 
Zuletzt bearbeitet:

Alubehütet

Well-Known Member
Das ist ein schwaches Argument. Denn sowohl Kohle, Öl, Gas und auch die erneuerbaren Energien werden von Kapitalisten "hergestellt" und verkauft.
Da droht aber kein Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima. – Merkel war von Westerwelle ein Grundmißtrauen gegen den Staat attestiert worden aufgrund ihrer DDR-Erfahrungen, insofern in dieser Frage grosse FDP-Affinität. Ich teile diese Einschätzung. Inzwischen hat sie aber gelernt, daß reine, freie Marktwirtschaft auch an ihre Grenzen stößt, insbesondere in der Finanzkrise. Daß es da ohne Staat nicht geht, hat sie einigermaßen überrascht. Ich meine, wahrgenommen zu haben, daß auch die Asse so ein Moment war.
 

sommersonne

Well-Known Member
Aber wir investieren nicht noch dutzende von Millionen hinein. Bin mir nicht sicher, da lasse ich mich korrigieren, falls das doch geschieht. Es wird mehr Braunkohle abgebaggert, aber wir legen uns nicht noch neue Baggerschaufeln zu.
Aber wir baggern jetzt gerade noch ein Dorf weg.
Da droht aber kein Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima. – Merkel war von Westerwelle ein Grundmißtrauen gegen den Staat attestiert worden aufgrund ihrer DDR-Erfahrungen, insofern in dieser Frage grosse FDP-Affinität. Ich teile diese Einschätzung. Inzwischen hat sie aber gelernt, daß reine, freie Marktwirtschaft auch an ihre Grenzen stößt, insbesondere in der Finanzkrise. Daß es da ohne Staat nicht geht, hat sie einigermaßen überrascht. Ich meine, wahrgenommen zu haben, daß auch die Asse so ein Moment war.
Wie gesagt, die Mineralölkonzerne machen es uns gerade anschaulich vor wie exorbitant man an Krise und Krieg im Energiesektor verdienen kann und der Staat wagt sich nicht einzugreifen, selbst wenn seine Vorgaben umgangen werden.
 

EnRetard

Well-Known Member
Aber wir baggern jetzt gerade noch ein Dorf weg.
schaun wir mal. Hambi ist auch noch da. Eher fliegt diese Mona Neubaur von den sogenannten Grünen, die sich mit Wüst und Reul ins Bett gelegt hat und jetzt RWE-Politik macht. Die Tagebau-Gegner werden sich an Lützerath genauso festkrallen wie am Hambi. Reul wird wieder über Leichen gehen und Neubaur und der Rest der Ausverkaufsgrünen wird es hinwegfegen.
 
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