Ein Umzug allein reicht nicht... Türkin & Deutscher

eruvaer

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7 April 2014
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Liebe.
Vielleicht sollten sich die Geschwister einfach Mal zusammen tun und der Mama gleichzeitig reinen Wein einschenken.
Alle kommen zu einer zum Kaffee und erzählen der Mama wie glücklich sie sind in Deutschland zu leben und ihr heute ihre deutschen Männer vorstellen wollen...
Die dann später zum Kaffee dazustoßen könnten wenn der erste Schock bzw die mögliche Überreaktion der Mutter nicht allzu groß ist...
 

Almancali

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1 April 2014
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Wenn der Vater bereits verstorben ist (Verzeichung die etwas direkte Schreibe), dann ist da eh kaum Widerstand zu befürchten. Aufregung, Ärger... Ja! Mehr aber auch nicht... In der Familie haben eher die Männer den Sitz des Oberhaupts, die halt patriarchisch autokratisch bestimmen, was Sache ist. Wenn der Kopf fehlt, dann fehlt auch jegliche Wurzel und Widerstandskraft... Reinen Wein einschenken... Außer etwas Stress wird da kaum was zu befürchten sein. Eigentlich hättet ihr es sogar - im Verhältnis zu tausenden von anderen Paaren mit ähnlichem Schicksal - sogar wesentlich einfacher...
 

Leo_69

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29 Juni 2008
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Candarli
Nein, der ist schon vor einigen Jahren verstorben ...

Danke für deine Antwort!
Das, was du über türkische Familien schreibst ist mir (inzwischen) bewusst! Aber das lasse ich eben nicht als Begründung gelten! Das ist für mich überholtes Denken und absolut weltfremd! Sorry, will dabei niemandem auf die Füße treten!
Meiner Meinung nach kann maximal Ablehnung und Gezeter entstehen. Nix mit Ticket in die Türkei etc. ... hey, wir sind schon mehr als drei mal sieben alt ... Und meine Partnerin ist bewusst weit von ihrer Mom weggezogen, um sich dieser Einmischungen der Familie zu entziehen! Und das klappt auch. Also warum hat sie noch Angst, dass dann wieder Einmischung kommt?



Der Meinung bin ich ja auch, aber mein Schatz hat davor scheinbar zu viel Angst, die ich ihr nicht nehmen kann :-(

Da hatte ich damals ein wenig mehr Glueck. Ihr Vater hatte damals noch gelebt. Ihre Mutter hatte Nein gesagt, Papa Ja.
Und Papas Wort zaehlt.
 

HeyÖzgürlük

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7 Februar 2010
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Mich wundert es um ehrlich zu sein auch. Ich kann nur beschreiben was ich selber beobachtet habe und die Meisen Damen über 40 die bereits ein Kind haben und geschieden/ getrennt sind - machen meist was ihnen beliebt. Und niemand mischt sich ein.
Selbst in der Türkei.

Frag sie doch mal, was genau sie befürchtet. Dann könnt ihr gemeinsam einen Plan ausklügeln. Wobei ich schon denke, dass man da einfach positiv ran muss. Ohne Ängste und Zweifel. Mama ich bin momentan sehr glücklich und der Grund meines Glückes ist "edriver" mein neuer Partner - den auch "NamederTochter" sehr gern hat.

Statt "Mama ich muss dir etwas erzählen und es fällt mir nicht leicht. Setz dich doch erst mal.." so wird das nix
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Die Tochter ist über 40. Dann müsste die Mutter doch eigentlich ein gutes Dutzend Jahre heller Panik hinter sich haben, dass das Kind keinen mehr abkriegt. Und auch die Panikphase müsste längst rum und durch völlige Resignation abgelöst sein. So gesehen müsste das Erscheinen von "Hans" sogar für Erleichterung sorgen. Solche Fälle, die in sehr harmonische Beziehungen zu den jeweiligen Schwiegerfamilien mündeten, habe ich in meinem Umfeld mehrfach erlebt.
 

edriver

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23 Januar 2017
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Puh, wir sind jetzt bald zwei Jahre zusammen, und es hat sich an der Situation noch immer nichts geändert: Sie traut sich nicht, unsere Beziehung ihrer Mom zu beichten. Noch immer meint sie, dass dies in der Verwandtschaft auf Ablehnung stoßen und Stress geben wird. Aber selbst wenn! Sie sieht ihre Verwandten ohnehin nur alle Jubeljahre mal! Auch bei Ihrer Mutter ist sie sehr, sehr selten!
Noch immer muss ich mucksmäuschenstill sein, wenn sie mit ihr telefoniert. Was, wenn sie sich zu einem Besuch ankündigt (war schon öfters kurz davor)? Dann muss ich wohl für Tage oder Wochen in irgendeinem Erdloch verschwinden ...? Immerhin, als ihr Ex mal da war um seine Tochter zu sehen durfte ich wenigstens anwesend sein, aber nix umarmen und nix Küsschen ... kutschieren durfte ich ihn aber! Dabei wird er wohl die Sache durchschaut haben ... Ich verstehe einfach nicht diese Ängste um die Einmischung der Familie - die Bindung ist doch ohnehin kaum vorhanden!
Ich weiß nicht, so ein bisschen prägen mich deshalb Zweifel, ob ich überhaupt wichtig genug für sie bin wo sie ihr Leben in gewissen Bereichen einfach nicht mit mir teilt. Und das habe ich ihr auch gesagt ... aber es ändert nichts. Sie meint einfach, das würde doch keinen Unterschied machen und warum sie mich denn ihrer Mom vorstellen sollte.
Vorstellen? Davon habe ich doch gar nix gesagt! Es reicht doch wenn sie's wissen darf und nichts mehr verheimlicht werden muss, denn das stresst! Wenn sie mich dann kennenlernen will ok, wenn nicht dann nicht!
Immerhin wollen wir einen gemeinsamen Hausstand gründen! Und auch Weiteres ist angedacht!
Tut mir leid, an dem Punkt verstehe ich diese Kultur nicht, so weit kann ich mich nicht zurückversetzen!
 

eruvaer

Well-Known Member
7 April 2014
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Liebe.
Tut mir leid, an dem Punkt verstehe ich diese Kultur nicht
Kultur wird in den meisten Fällen nur als Ausrede oder Entschuldigung benutzt.
Wenn ich das Wort nur höre, rollen meine Augen schon fast hintenraus aus dem Kopf...

Meistens sind es andere Gründe.
Und die zu verstehen kann helfen den wahren Grund zu finden.
Oft ist es Angst.
Bei ihr vielleicht einfach eine gewisse Vorsicht, nicht dieselben Fehler zu machen wie zuvor und deshalb gewisse Schritte nicht zu machen. Was albern und sinnlos erscheinen kann, aber durchaus ein Gefühl von Sicherheit vermitteln kann wenn derjenige sich das so wünscht.

Versuch ihre heimlichen Gründe zu verstehen. Vielleicht kann sie diese seiner nicht einmal formulieren, aber nur so kommst dem ganzen auf die Schliche was "die Kultur" da so bequem aus dem weg räumt.
 

edriver

New Member
23 Januar 2017
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Oh Mann, so langsam verzweifle ich über diesen Punkt. Nichts ändert sich daran, und es ist immer mal wieder (wenn denn wieder ein "Anlass droht") ein Gesprächs- und leider auch Streitthema. Ich versuche immer wieder, ihr die wahren Gründe zu entlocken, aber da kommt nix! Was ich denn davon hätte, wenn sie mich ihrer Mutter vorstellen würde?... Nochmal: Ich rede nicht von Vorstellen, sondern nur von einem Ende der Heimlichtuerei! Diese gibt mir nämlich das Gefühl irgendwie nicht gut oder wichtig genug zu sein. Versteht ihr mich? Bei mir verursacht dies das Gefühl, dass ich an gewissen Stellen keinen Platz in ihrem Leben habe.
Selbst wenn ich gezielt danach frage, wovor sie denn konkret Angst hat, bekomme ich keinerlei Antwort :-(
So langsam bedroht das unsere Beziehung... Und ich weiß nicht, wie ich da einer Änderung herbeiführen kann oder lernen kann, damit zu leben.
Wer hat den Stein der Weisen?
 

sommersonne

Well-Known Member
19 März 2017
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Leipzig
Ich verstehe dich schon, man kann da schnell auf den Gedanken kommen nicht wichtig oder gut genug zu sein.

Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, entweder du trennst dich oder akzeptierst ihre Ängste. Wahrscheinlich sind wir garnicht in der Lage zu verstehen wie tief solche Ängste in diesen traditionellen Familien sein können.
Das wegziehen in eine andere Stadt war da bestimmt schon eine sehr mutige Tat von ihr.

Wenn sonst alles stimmt zwischen euch dann solltest du vielleicht auch mal überlegen warum es dir so wichtig ist das die Mutter Bescheid weiß. Denn eigentlich ist es ja nicht wichtig. Es sei denn, du würdest erst dann an die Beziehung glauben wenn alle Welt Bescheid weiß.