Flüchtlingskrise

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von nordish 2.0, 28 August 2015.

  1. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Es dauerte bis zum 19. Jahrhundert, bis sich Arbeit als moralischer Endzweck "bis zum Hungertod" (Marx) für die Arbeiterklasse durchgesetzt hatte.
    Die Sümpfe wurden, z. B. von den Römern, schon vor Calvin, trockengelegt, ganz ohne christliche Arbeitsmoral - in der Regel aus militärischen Gründen (Transport und Versorgung der Truppen, im übrigen galten Sümpfe als Infektionsherde für sämtliche Sorten von Fieber, steht alles De Bello Gallico :))
    Im katholischen Mittelalter galt Arbeit als Fron für diejenigen, die qua Stand sowieso nicht in den Himmel kamen. Die selbstgewählte Fronarbeit der Mönche führte nur über dem Umweg der Selbstkasteiung zur Tugendhaftigkeit: also Arbeiten oder sich selbst Geißeln bis zum Umfallen, um den Trieben die Stärke zu nehmen. Die Beichte tat es aber auch, wodurch sich die Sinnenzugewandtheit des Katholizismus erklärt.
    Um zur Flüchtlingskrise zurückzukehren: es gibt ja den falschen Vorwurf, dass Flüchtlinge und Asylbewerber hier nur hinkommen, um den fleißigen Bürgern auf der Tasche zu liegen. Solche Positionen, z. B. vertreten bei Pegida, atmen auch noch einen Haufen "christlicher Arbeitsmoral" ein, auch wenn man es selbst weder mit der Arbeit noch mit der Moral so ganz ernst meint.
     
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  2. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Das solche Positionen, wie die von den schmarotzenden Flüchtlingen und Asylsuchenden haben wir der Unflexibilität der Politik und der Gier des Kapitals zu verdanken. Erstere erlauben, selbst bei gegenwärtigem Arbeitskräftemangel, nicht das sie alle arbeiten dürfen und das Kapital ist zu gierig, denn sie wollen fertige Arbeitskräfte in die sie keinen Cent stecken müssen, aber das Maximale heraus holen können. Wenn das nicht funktioniert dann Arbeitskräfte für Billiglohn.
    Beide Seiten riskieren die Unzufriedenheit ihrer Bürger, der alten und der neuen und der Asylsuchenden und Flüchtlinge auch. Denn die wollen ja arbeiten.
     
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