Geschäftsreise - Haussegen schief?

Renée

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AW: Geschäftsreise - Haussegen schief?

Mir brauchst Du das nicht zu erzählen, ich sagte ja schon, dass ich in der gleichen Position wie Reneé war. Ich akzeptiere aber die Denkweise meines Mannes aufgrund des Erlebten und erklär Reneé wie ihr Mann ticken könnte und das es nicht unbedingt nur was mit ihr zu tun hat. MIR würde das mehr helfen, als 100 Postings a là "Was das denn fürn Bauer, sowas braucht doch kein Mensch". Das weiß man ja schon selber. :biggrin:

Na ja, wie er tickt, das weiß ich schon selbst, aber was nutzt das, wenn er das Verhalten nicht abstellt, ich kann meinen Job nicht "abstellen"...
 

Renée

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AW: Geschäftsreise - Haussegen schief?

Wenn ich ehrlich bin, will ich gar keinen anderen, aber dieses Verhalten ist über die Jahre für mich unerträglich geworden. Ich kenne das nicht, dass Leute, die mich so gut kennen, mir so misstrauen. Und ich kann da auch nicht mit umgehen oder einfach drüber weggehen...
 

Renée

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AW: Geschäftsreise - Haussegen schief?

Fehlende Bereitschaft, ja... Ich frage mich auch, wie groß seine Liebe wirklich ist - all die Jahre hab immer wieder ich den ersten Schritt gemacht nach einem Krach oder anderen Missverständnissen - jetzt, wo ich es einmal drauf ankommen lasse, dass er ihn auch mal macht - kommt nichts...Was ist bloß los mit diesen Menschen? Auf der einen Seite reden sie von großer Liebe und Heirat, und dann bringen sie am nächsten Tag so einen Hammer und es kommt nichts mehr, rein gar nichts...
 

hayalım_var

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AW: Geschäftsreise - Haussegen schief?

hmmm .... erst mal eine bissige Antwort ... sag ihm doch, er soll dir das Geld, was du monatlich mit deinem Job verdienst auf dein Konto überweisen und sofort wirst du keinen Schritt mehr ohne seine Erlaubnis aus dem Haus tun .....

Aber mal ernsthaft .... warum lebt ihr solange in einer Fernbeziehung ..... das würde mich kaputt machen ..... irgendwann muss man sich doch mal auf ein gemeinsames Leben einlassen ......
 

Aylin2009

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AW: Geschäftsreise - Haussegen schief?

Manche Leute können auch einfach nicht aus ihrer Haut


Im Kopf wissen sie, dass sie sich keine Sorgen machen müssen und ihre Ängst unnötig sind, aber sie bekommen es nicht umgesetzt.

Es ist ein bischen wie Flugangst, den Leuten kannst du tausendmal erzählen, dass es seeeeeeeeeeeehr unwahrscheinlich ist, das der Flieger abstürzt, sie trauen sich trotzdem nicht, denn 100pro wird dieser abstürzen.

ich sehe das auch so. Meiner sagt mir jedes Mal dass er WEIß, dass er mir vertrauen kann. Sein Verstand sagt ihm das ganz klar. Aber die Gefühle kann er schlecht kontrollieren. das sind eben Ängste, die kommen ohne zu fragen.

Ich hab selbst auch große Schwierigkeiten zu vertrauen. Das kann im schlimmsten Fall in einer krankhaften Eifersucht enden. Das ist sogar eine anerkannte psychische Krankheit. Es ist personenunabhängig. da helfen auch keine guten Ratschläge à la "such dir nen vertrauenswürdigen Mann". Und es ist auch Situationsunabhängig. Sas heißt die Ängste kommen, egal ob er nun auf Geschäftsreise geht oder in den Supermarkt.
Und eine Therapie hilft auch nur bedingt. Das ist etwas, das schon in der frühen Entwicklung entsteht. Wenn man als Kind keine sicherheit hatte. Wenn man immer um die Liebe und Aufmerksamkeit kämpfen musste. Wenn bedingungslose Liebe, Zuneigung und Behütung keine Selbstverständlichkeit waren. Die Gründe können da sehr vielseitig sein: Oft sind es Suchtkrankheiten der Eltern. Die Mutter ist Alkoholikerin und das Kind führt einen auswegslosen Wettkampf mit dem Alkohol. Wen liebt die Mutter mehr? Das Kind wird regelmäßig verlieren und die Verlustängste, das Gefühl nicht gut genug zu sein, wird es in seinem späteren Leben nie wieder ganz besiegen können.
Oder die Eltern sind Selbstständig und müssen rund um die Uhr schwer arbeiten, nicht nur um den Lebensunterhalt zu sichern, sondern vor allem auch die Firma. Zeit für das Kind gibt es nicht immer. Mal mehr, mal weniger. Das Kind kann sich nicht drauf verlassen, dass die Mutter am nächsten Tag, wie versprochen mit ihm in den zoo geht. Die Firma geht im Zweifel vor. Und wieder entwickelt das Kind Verlustängst. Es muss mit etwas konkurrieren. Die Liebe und Zuwendung seiner Eltern ist keine Selbstverständlichkeit. Feste Strukturen gibt es nicht.
Oder die Eltern wollen das Kind in besonderer Weise fördern. Sie stellen sehr hohe, viel zu hohe Anforderungen an das Kind. Wenn das Kind erfolgreich ist, dann erhält es Lob und Bestätigung. Wenn nicht dann erfährt es Liebesentzug. Das Kind muss immer um die Liebe seiner Eltern kämpfen. Widerholt kriegt es jedoch auch zu spüren, dass es nichts wert ist. In seinem späteren Leben wird es Schwierigkeiten haben, auf die Liebe eines Liebespartners vertrauen zu können.
Es gibt noch etliche andere Möglichkeiten, wie so ein Knacks entstehen kann.
Jedenfalls ist es schwer dann im weiteren Leben damit umgehen zu lernen. Therapie kann helfen, die Dinge zu verstehen. Aber Abschalten tut sie diese Gefühle nicht.

Versteht mich nicht falsch, es hat sicher nicht jeder Askim einen Pschychoknaks und das soll das absurde Verhalten auch nicht rechtfertigen. Aber manchmal ist es nicht schlecht zu versuchen zu verstehen, woher diese Ängst kommen. Dass sie sich eben nicht mal eben ausschalten lassen.
Ich hab mich schon oft gefragt, ob in der Erziehung von türkischen Männern irgendwas so läuft, dass die automatisch diesen Knacks haben.
 

Aylin2009

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AW: Geschäftsreise - Haussegen schief?

Jedenfalls glaube ich nicht unbedingt, dass Menschen unbedingt die gleiche Bildung, die gleichen Interessen oder gar die gleiche Kultur brauchen um ein gutes Paar abzugeben. Wichtig ist dass man hinsichtlich des Vertrauens ähnlich tickt. Es bringt nichts, wenn ein Mensch selbst 100% vertrauen kann und der Partner überhaupt nicht. Da werden beide nie glücklich.

Da mein Freund und ich beide ähnliche Probleme haben, passen wir, denk ich, ziemlich gut zusammen. Wichtig ist nur, dass wir uns beide unseres Problems bewusst sind. Dass wir wissen, dass dieses Misstrauen nicht berechtigt ist und nichts mit dem Partner persönlich zutun hat. Und wichtig ist, dass wir uns wegen dieser anstrengenden Gefühle nicht verachten, sondern uns Verständnis entgegen bringen. Auch wenn es manchmal noch so absurd erscheint.

Bei uns läuft das dann in der Regel so ab: Mein Freund muss heut Nacht jemanden vom Flugahafen abholen. Ich hab probleme ihm zu vertrauen. Ich weiß, dass er die Wahrheit sagt. Aber es kommen immer wieder die Gedanken: "was wenn er feiern geht und es mir verheimlicht? was wenn er sich mit einer Frau trifft? warum muss derjenige um 1 uhr nachts ankommen, an einem Flughafen, der über 250 km entfernt ist? "

Und ich spreche ihn dann drauf an: "Schatz, ich weiß dass es blödsinn ist. Ich weiß, dass du mich nicht betrügen wirst. Aber dieses Gefühl ist wieder in mir und frist mich auf. Ich schaffe es nicht alleine, es zu unterdrücken. Ich muss drüber sprechen." Und dann spricht er mit mir. Ich erzähle ihm von meinen paranoiden Gedanken. Und dann lachen wir beide drüber. Und dann macht er mir vorschläge, wie er mich beruhigen kann. Er ruft mich dann an, wenn er am Flughafen ist, damit ich die Lautsprecher durchsagen höre. Völlig beknackt. Aber allein die Tatsache, dass wir drüber sprechen löst schon etwas in mir.
Und ähnlich würde es auch verlaufen, wenn ich ihm sagen würde, dass ich auf eine dienstliche Reise muss. Diese Kontrollen finden selten wirklich statt. Er wird heute Nacht nicht anrufen, damit ich die Lautsprecher ansagen höre. Ich habe ihm nach dem Gespräch gesagt, dass es mir wieder gut geht und ich ihm vertraue und ich keinen Anruf möchte. Aber sollte es mich in der Nacht doch überkommen, dann kann ich jederzeit anrufen und mit seinem Verständnis rechnen. Allein die Tatsache beruhigt mich so sehr, dass ich mit Sicherheit nicht anrufen werde.

Wir verbieten uns nichts in dem Sinne. Aber wir müssen viel drüber reden und uns gegenseitiges Verständnis aufbringen. Das mag für die, die so gesegnet sind, keine tiefgreifenden Vertrauensprobleme zu haben, total anstrengend erscheinen. Wäre es auch und ich würde niemandem raten sich das freiwillig anzutun. Aber manche Menschen leiden eben an dieser, ich nenne es mal Psychose. Und da ist es vielleicht besser drüber zu reden und sich die Dinge klar zu machen...
Ansonsten wird man ewig auf der Suche sein, nach dem Menschen, dem man vertrauen kann. Und der wird nicht kommen, weil es wie gesagt Personenunabhängig ist. Es ist ein tiefgreifendes Selbstwertmanko. Nicht von wegen "ich bin nicht gut" und "ich bin nicht schön" und "keiner mag mich." Ich bin gerade auch in beruflichen Dingen sehr selbstbewusst und auch optisch sehr zufrieden mit mir. Aber bezogen auf die eine Person, die einem eigentlich am nächsten sein sollte (das was in der Kindheit eben die Eltern waren), da gibt es halt diese unkontrollierbaren Verlustängste, erstanden aus der Erfahrung die man gemacht hat in der Kindheit.

So, jetzt hab ich mich wieder selbst therapiert :biggrin:
 
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