Gugu, Du hast voellig recht, wenn Du sagst, dass Du ganz offen und wenn noetig in aller Schaerfe Deine Meinung sagen sollst, wenn Du danach gefragt wirst. Aber sieh, das ist doch schon geschehen, und zwar nicht nur einmal, sondern fast jeder, der geantwortet hat, hat auf die problematische Seite dieser Konstellation hingewiesen. Und Tati hat darauf dann auch sehr vernuenftig und ruhig reagiert, finde ich: sie sagte, Leute, ich will nicht wissen, ob ich das machen soll, sondern wie das moeglich ist. Und das, denke ich, sollten wir respektieren, ganz gleich, wie wir sonst ueber die Sache denken.
Und ueberhaupt, ist es wirklich erstrebenswert, jede schlechte Erfahrung unbedingt zu vermeiden. Du hast weiter oben davon gesprochen, dass Du Dich mit einem anderthalbjaehrigen entscheiden musstest und nach meinem Eindruck hast Du Dich wohl dafuer entschieden, den Arsch zusammenzukneifen und das beste daraus zu machen. Und allem Anschein nach fandest Du es gut, das so gemacht zu machen. Ich gehe mal ein Stueck weiter und behaupte, dass Du nur deshalb heute auch noch das Gefuehl haben kannst, Berge versetzen zu koennen, weil Du unter anderem dich damals richtig entschieden und die Sache durchgezogen hast. Weil Du Dich hin und wieder im Leben auf ein Wagnis eingelassen hast, statt immer nur auf Nummer Sicher zu gehen und jedes Risiko zu vermeiden.
Und: muss der Entscheidung damals nicht auch ein Fehler mindestens zwei Jahre vorher vorangegangen sein?
Es ist nun einmal so: wieder aufstehen tut dem Menschen und seiner Entwicklung in der Regel gut. Wieder aufstehen kann aber nur jemand, der vorher schon gefallen ist und auf die Schnauze kann nur der fliegen, der sich aufs Glatteis begibt.
Cilek schreibt auch ueber einen Schutzinstinkt, den man entwickelt, wenn man aelter wird. Andrerseits weist sie auf schlechte Erfahrungen hin, die man anderen nicht goennen moechte. Was nun, was ja durchaus plausibel erscheint, wenn dieser Schutzinstinkt gerade durch diese schlechten Erfahrungen entwickelt wurde. Will sie nun dadurch, dass sie die anderen vor diesen schlechten Erfahrungen bewahren moechte, dass diese keinen Schutzinstinkt entwickeln. Oder sollen die Menschen ihre Lehren aus dem Leben anderer ziehen.
Ich denke, jeder sollte seine eigenen Irrtuemer leben, nicht die der anderen..