Kennt ihr schon den neuesten Krieg?

Alubehütet

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@simplythebest liegt meines Erachtens womöglich richtig, aber das müßte man untersuchen: Die Kirchen im Nahen Osten haben die Besinnung der Erste-Welt-Kirchen nach dem Holocaust nicht mitvollzogen, wo allerdings nostra aetate das beeindruckendste Beispiel ist. Die stecken noch immer fest im alten Anti-Judaismus.
Habe das inzwischen mal ein bißchen nachgekartet. Der Widerstand der Rechtskatholiken, der Faschisten, der zukünftigen Piusbrüder insbesondere gegen den Teil von nostra aetate, der sich mit dem Judentum beschäftigt, insbesondere die alten antijudaistischen Vorurteile („Christusmörder!“) abräumt, war mir bekannt. Daß insbesondere die Katholiken in Nahost auch massiv dagegen vorgingen, war mir nicht klar.
Eine schöne Folge übrigens: Im Februar 1965 wurde der Kölner Dom geöffnet für ein Freitagsgebet der türkischen „Muselmanen“ zum Abschluß des Ramadans. Da scheint massiv getrickst worden zu sein, im Nachhinein allerdings hat sich das Domkapitular und auch Kardinal Frings hinter die Aktion gestellt. Weiß heute auch keiner mehr. Damaliger Bericht aus der ZEIT:
 

Berfin1980

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Alubehütet

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@Alubehütet gibst du mir jetzt eine Antwort
Ich hatte mich zu spät in einen Twitter-Space mit Eliyah Havemann eingeklinkt und nur noch sein Schlußresumee mitbekommen (Sohn von Wolf Biermann, zum orthodoxen Judentum konvertiert, lebt als Informatiker mit Frau und Kindern in Israel, mit engagiert bei den Demos). Er meint, ja; die Verfassung sei dringend reformbedürftig, die Rollen von Verfassungsgericht und Parlament nicht grundlegend geklärt, nur sei diese Regierung die ungeeignetste, das anzugehen.

Gute Frage. Große Bildungslücke, muß ich mir mal ansehen, wie er das meint. Aber ganz aktuell ist das Problem doch offensichtlich: Was, wenn das Parlament mit Mehrheit den Beschluss des Gerichtes kippt? Gilt dann, daß es das aufgrund der von der Regierung geschaffenen Gesetzeslage kann, oder hat das Gericht das letzte Wort? Das eben ist die vielbeschworene drohende „Staatskrise“.
 
Zuletzt bearbeitet:

Berfin1980

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Ich hatte mich zu spät in einen Twitter-Space mit Eliyah Havemann eingeklinkt und nur noch sein Schlußresumee mitbekommen (Sohn von Wolf Biermann, zum orthodoxen Judentum konvertiert, lebt als Informatiker mit Frau und Kindern in Israel, mit engagiert bei den Demos). Er meint, ja; die Verfassung sei dringend reformbedürftig, die Rollen von Verfassungsgericht und Parlament nicht grundlegend geklärt, nur sei diese Regierung die ungeeignetste, das anzugehen.
Das meint nicht nur er dem stimmten auch viele Richter zu, Bibi will das Oberste Gericht entmachten. Über das Verfassungsrecht dort haben sich deutsch und israelische Richter schon im Sommer in Karlsruhe ausgetauscht. Mir ist übrigens durchaus bekannt wer Eliyah ist ;)
Gute Frage. Große Bildungslücke, muß ich mir mal ansehen, wie er das meint. Aber ganz aktuell ist das Problem doch offensichtlich: Was, wenn das Parlament mit Mehrheit den Beschluss des Gerichtes kippt? Gilt dann, daß es das aufgrund der von der Regierung geschaffenen Gesetzeslage kann, oder hat das Gericht das letzte Wort? Das eben ist die vielbeschworene drohende „Staatskrise

Was aber daran liegt das es keine bindende Verfassung gibt, nur die Grundgesetze.. Also kann die Knesset mit einfacher Mehrheit den Beschluss der Richter kippen.

Aber was schreibe ich hier ein Artikel dazu der das ganze ziemlich gut erklärt.
:oops: – A-a-aber hast Du denn @Bintje nicht gelesen? :eek:
Vergiss es neues Jahr und so........:p
 

sommersonne

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... "EU-Chefdiplomat: Israelische Minister-Äußerungen zu Gaza hetzerisch
05:20 Uhr
EU-Chefdiplomat Josep Borrell hat die "hetzerischen und unverantwortlichen Äußerungen" aus Israels Regierung zu einer möglichen Vertreibung von Palästinensern aus dem Gazastreifen scharf kritisiert. Die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich hätten mit ihren Äußerungen die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens verleumdet und einen Plan für ihre Auswanderung gefordert, schrieb Borrell am Mittwochabend auf der Plattform X (ehemals Twitter). "Zwangsumsiedlungen sind als schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts strengstens verboten & Worte zählen", so Borrell.

Die rechtsextremen Minister hatten sich für eine israelische Wiederbesiedlung des Gazastreifens nach dem Krieg gegen die Hamas ausgesprochen. Ben-Gvir sagte am Montag, der Krieg sei eine Gelegenheit, die "Umsiedlung der Bewohner des Gazastreifens" zu fördern. Smotrich sagte am Sonntag dem israelischen Armeesender, wenn Israel richtig vorgehe, werde es eine Abwanderung von Palästinensern geben, "und wir werden im Gazastreifen leben".

Auch von der Bundesregierung sowie von den Regierungen der USA und Frankreichs kam bereits scharfe Kritik. (dpa)

+++

Mit Material der dpa und AFP° ...

Leider bestätigen diese, zwar rechtsextremen, Minister das was ich schon die ganze Zeit denke. Sie werden nicht die Einzigen in dieser Regierung sein die so denken. Sie wähnen sich der Zustimmung der Bevölkerung so sicher das sie keine Bedenken haben das öffentlich zu äußern.
Man kann nur hoffen das sie damit falsch liegen.
 

Berfin1980

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Im Moment ist in Israel ein Kriegskabinett zuständig, in diesem sitzen beide nicht.

Was sagt man denn in Pro Palästina Kreisen zu den Angriffen auf Israel u.a. aus Syrien und dem Libanon? Keine Raketen sondern Flugzeuge und Drohnen, ob Russland die Syrien zu Verfügung stellt?
 

Alubehütet

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@sommersonne Das ist auch unsäglich. Da muß allmählich massiv Druck ausgeübt werden auf Netanjahu, daß er den Mist endlich beendet und offenlegt, was die Pläne für den Gaza sind nach Ende des Krieges. Der sagt bislang ja nur „das werden wir dann schon sehen“.
 
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