Putins Rußland

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von Mendelssohn, 26 März 2018.

  1. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Das setzt aber voraus das es bei Skripal wirklich die Russen waren. Die haben das doch auch abgestritten. Auch in diesem Fall wäre es möglich das es jemand anderes war, einfach um die ungeliebten Russen in Mißkredit zu bringen. Die Wahrheit werden wir nicht erfahren und im Fall Navalny auch nicht.
     
  2. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Einmal das, aber der Punkt ist m.E. ein ganz anderer: Nord Stream 2 auf Eis zu legen bedeutet, deutsche und europäische Firmen mit reinzuziehen. Die hängen zwar eh schon zwischen Skylla und Charybdis, weil Trumps Senatoren ihnen ja auch drohen, aber es wäre der doppelte GAU.

    Und eine Art von Kompensation, sprich Schadensersatz, dürfte es geben bzw werden sie sicherlich einklagen, wenn ihre Verträge aufgrund von Sanktionen platzen. Alles ungut.

    Es gäbe intelligentere Methoden, die Putin-Administration zu zwiebeln. Keine deutschen oder EU-Visa mehr für ihn, sein Umfeld und Parlamentsabgeordnete zum Beispiel. Im Ausland geparktes Vermögen einfrieren, zum Beispiel. Und weitere Methoden, die ihnen garantiert nicht gefallen würden. Dann hätte man die ganz große Karte Nord Stream noch immer im Ärmel, auch den Amis nicht nachgeben mit ihrer Fracking-Gas-Erpressung und sich trotzdem wirksam gewehrt. Das würden sie dann schon merken. ;)
     
  3. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Für die These, dass das Militär hinter dem Anschlag auf Nawalny steht, spricht auch, dass sich gestern/heute die Nato in der causa Nawalny getroffen hat.
    https://www.boerse-online.de/nachri...tersuchung-zu-anschlag-auf-nawalny-1029563265
    Der WDR berichtete, dass sich jeder der Natopartner ausführlich geäußert habe, was eher ungewöhnlich sei. Wenn ich das richtig verstehe, wird Putin aufgefordert Ross und Reiter zu nennen. Wenn er das tut, gibt er aber zugleich zu, dass er seinen Laden nicht mehr unter Kontrolle hat, und die Panslawisten könnten sich womöglich im Kreml die nächsten 20 Jahre einrichten. Davon hätte dann keiner etwas, am wenigsten die Russen.
     
  4. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Wieso muß Rußland denn sanktioniert werden? Weil es den USA gefallen würde? Warum sollten wir uns in den Streit USA-Rußland hinein ziehen lassen?
    Einerseits Sanktionieren und andererseits Geschäfte mit ihnen machen. Wie unseriös ist das denn?
     
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  5. sommersonne
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    Ja, aber es bleibt eine These. Aber wir spekulieren ja hier alle. Die Wahrheit kommt in den seltensten Fällen ans Licht.
     
  6. EnRetard
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    Vor allem hätte ich gern handfeste Beweise dafür, dass die russische Regierung den Mordanschlag auf Nawalny veranlasst hat. Und wieso hätte sie den Mann dann nach Berlin ausfliegen lassen, wo dann auch gleich der Kampfstoff gefunden wurde. Das Theater hätte sich Putja doch ersparen können, wenn man Nawalny in Russsland hätte sterben lassen und dann wie im Fall Politkowskaja mit einer Räuberpistole und ein paar verhafteten Finsterlingen um die Ecke gekommen wäre.
     
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  7. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Äh ... vielleicht, weil "wir" längst reingezogen worden sind? o_O Nicht nur mit der legendären Petersburger Trollfabrik, die pro-russische Proganda seit Jahren quer durchs Internet verbreitet, was hier gern als vermeintlich "alternative Medien" aufgesogen wird, ohne zwischen seriösen und einseitig interessengeleiteten neuen Geschäftsmodellen zu unterscheiden - in letzten Zeit vor allem aber auch durch den Tiergartenmord.
    Der Prozess beginnt am 7. Oktober in Berlin.

    Logo. Den Spin pflegt auch der russische Duma-Abgeordnete Andrej Lugowoi, der den Ball wenig elegant nach Deutschland zurückspielt: seinen desinformativen Beschuldigungen zufolge wurde Nawalny erst in Berlin vergiftet. Was man so raushaut, wenn man laut britischer Staatsanwaltschaft Litwinenko ermordet haben soll und der seit Jahren beantragten Auslieferung nach GB per plötzlichem Mandat in der Duma entgangen ist.
    Mal ab davon, dass die Charité-Ärzte erstmal "nur" damit ausgelastet sein dürften, Nawalny durchzubringen, haben sie Infos zum mutmaßlichen chemischen Kampfstoff bei allen möglichen internationalen Kliniken und Instituten eingeholt. Natürlich steht es Dir frei, sie und/oder das Pflegepersonal nebenbei als verdeckte Geheimdienstagenten zu verdächtigen, aber Du merkst hoffentlich selbst, wie verquer das wäre...

    Dass es höchstwahrscheinlich niemals handfeste Beweise geben wird, ist auch klar. Das würde nämlich eine umfassende Kooperation Russlands voraussetzen. Die es nicht gibt, weil Moskau mauert bzw Desinformationen verbreitet. Die aus Eurer Sicht aber offenbar schon damit erledigt war, den schwerkranken Patienten entgegen allen Vereitelungsversuchen irgendwann doch zur Behandlung nach Deutschland bringen zu lassen.

    Natürlich kann man jetzt mit der Unschuldsvermutung um die Ecke kommen, als habe man es mit blumenumkränzten Dreijährigen zu tun: blendet damit aber eine ganze Reihe von politischen Provokationen aus wie die teils sehr aktive Unterstützung rechtsradikaler Parteien und Bewegungen in der EU durch Moskau. Zum Beispiel.
    Natürlich kann man auch auf Gandhi machen und sagen, was soll's, Peace, was schert es uns.

    Aber Deutschland steckt längst (!) und nicht erst seit gestern in der Sandwich-Position zwischen der momentan sehr aggressiven US- und der verdeckt nicht minder aggressiv operierenden Kreml-Politik.

    Oder meint Ihr, man sollte das einfach stehen lassen und zur Tagesordnung übergehen?
    Dann wäre man so oder so irgendwann nur noch der Bettvorleger.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 September 2020
  8. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Schon möglich wir sind mittendrin. Muß man sich dann für eine Seite entscheiden? Im Grunde hat sich Deutschland jedoch bereits für eine Seite entschieden indem es ein Geschäft was den USA nicht paßt mit Rußland abgeschlossen hat. Frau Merkel bringt z.B. bei jedem Putin Besuch in Moskau diesem einen Kasten Bier einer bestimmten Marke mit. Wie nett, wie freundschaftlich. Warum dann sanktionieren? Vielleicht damit die andere Seite des Sandwiches ruhig gestellt wird? Die sind doch auch nicht dumm (auch wenn man das in letzter Zeit hier und da bezweifeln kann).

    In so einer Position, also zwischen den Fronten ist man immer der Bettvorleger und jede Seite erwartet Loyalität auch für den größten Unsinn. Neutralität wäre die bessere Wahl, aber längst zu spät.
     
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  9. EnRetard
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    Wer soll es denn sonst gewesen sein? ist keine Rechtsgrundlage für irgendetwas. Warum ein Giftanschlag, an dem das Opfer nicht stirbt und dann die Erlaubnis zur Behandlung auszureisen, Beweismaterial in Gestalt von Giftspuren inklusive? Wenn ein mit absoluter Macht herrschender Präsident unbequeme Leute entsorgen will, gibt es elegantere Wege. Jetzt werden mit ordentlich Schaum vor dem Mund Saktionen verlangt, vor allem der Stopp des Pipeline-Projekts kurz vor dem Abschluss - so wie von der Trump-Regierung gefordert, die einem Markt für ihr Fracking-Gas braucht. Die Ironie dabei ist, ausgerechnet Trump sieht die Urheberschaft des Kreml an dem Mordversuch nicht als erwiesen an.
    Aus Anlass des Nawalny-Falls Sanktionen zu verhängen, erscheint mir verlogen. China beseitigt völkerrechtswidrig den Status von Hongkong und betreibt die Auslöschung der uigurischen Kultur in Ost-Turkestan. Von den Drohungen gegen das demokratische Taiwan ganz zu schweigen. Sanktionen? Fehlanzeige.
     
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  10. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Die Moskauer Politologin, immerhin von Welt und NTV (ziemlich konservativ) zitiert, sieht jedenfalls nicht Putin/Lawrow am Werke. Die deutschen und verschiedene andere Geheimdienste scheinen das ähnlich zu sehen. Was die Regierungen verlangen, ist, dass Putin die Nummer aufklärt, die eigentlich schon aufgeklärt ist. Das ist sein Problem. Also die (militärische) Rechte innerhalb seines Systems. Die hat er nicht im Griff.