Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

J

Junimond

Guest
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

narr, ich komme mit sowas gar nicht in berührung (du dagegen jobbedingt schon). von daher, scheine ich nicht zu wissen, was wirklich los ist. alles was du schilderst, hätte ich nicht für möglich gehalten. ooooh man ist das ungerecht!!!
 

gnursch

Member
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Ich war auch schon Hartz4-Empfänger. 14 Monate lang wurde mir Geld geschenkt, Unterkunft bezahlt und ich war krankenversichert. Also ich habe mich nicht ungerecht behandelt gefühlt.
 
J

Junimond

Guest
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

ach und da ist ja noch deine frage, wen ich ausschließen würde. ausschließen würde ich nicht unbedingt, aber den totalverweigerer eines angemessenen jobs (obwohl mindestlohn 10€) würde ich die grundsicherung unter umständen kürzen.

ich muss nochmal korrigieren, für die UnterBelichteten TeddyAnhänger gäbe es keine müde ratze von mir!!!!:wink:
 
M

Mein_Ingomann

Guest
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Juni,

meiner Meinung nach ist die Entwicklung des Arbeitslosengeld II und die Abschaffung des Sozialamtes der Weg in die Armut. Man kann noch so lange in seinem Leben gearbeitet haben, irgendwann landen alle bei Hartz IV - für alleinerziehende Frauen schon fast vorprogrammiert. Wenn sie dann nicht so funktionieren wie sich Arbeitsvermittler und Jobcenter das vorstellen, nämlich so schnell wie möglich in Arbeit ( auch ein Minijob ist ein Arbeitsplatz), gibt es eine erste Sanktion, werden dann noch einmal Termine versäumt oder aufgrund des oder der Kinder kann sich der Mensch dann nicht bei dem "wunderbaren" vom JC vorgeschlagenen Minijob bewerben oder kann ihn nicht antreten, da er schon am frühen Morgen um 05:30 Uhr beginnt und leider niemand freiwillig aufsteht um Kind oder Kinder zu wecken und vielleicht zum Kindergarten zu bringen, gibt es dann die nächste Sanktion ....

Oder es werden Arbeitsplätze vorgeschlagen, die zwar aus Hartz IV herausführen, allerdings kostet dann der Kiga mehr oder der Mensch braucht eine Person, die sich während der Arbeitszeit gegen einen geringen Obulus mit den Kindern beschäftigt ...


Auf jeden Fall sammelt so manche Familie auf diese oder andere Weise die Sanktionen des Jobcenters, die Miete wird nicht mehr bezahlt und irgendwann stehen die Menschen vor einer Zwangsräumung und dann ?? Gibt es noch Obdachloseneinrichtiúngen, für Frauen mit Kindern vielleicht FRauenhäuser ... sofern dann dort Platz ist.


na ja, sorry, aber ich komme ins schwafeln, die Verschuldung mancher Familien ist wirklich erschreckend. Das war aus meiner Sicht nicht in dem Maße so bevor SGB II zu Hartz IV umgebaut wurde.

Meiner Meinung nach fördert das heutige Sozialsystem die Armut.

Diese Erfahrungen kann ich leider bestätigen. Hinzu kommt, dass das SGB 2 permanten Korrekturen durch die laufende Rechtssprechung unterliegt und weder die Betroffenen noch die Sachbearbeiter den Rahmen durchschauen. Was für die staatliche Seite eine Verzögerung oder ein ungeklärte Sachlage ist, kann für Betroffene zu existenziellen Notlagen führen.

Beim Umbau der Sozialsysteme hat man sich nicht an erfolgreichen Modellen wie in Skandinavien oder den Niederlanden orientiert, sondern einen Sanktionskatalog aufgelegt, der nichts mehr fördert aber Forderungen stellt, die kaum zu erfüllen sind.

Qualifizierte Arbeitsplätze sind für H4 Empfänger kaum noch erreichbar. Die sog. Qualifikationsrutsche wird immer steiler und selbst gut ausgebildete Menschen landen in gewerblichen Tätigkeiten oder Minijobs. Das führt dazu, dass gelernte Kräfte aus niedriger qualifizierten Berufen ebenfalls um ihre Jobs fürchten müssen.

Der bekannte Drehtüreffekt hat in einem Mass zugenommen, das dieses System der Verwaltung von Arbeitslosen nicht zu weniger, sondern zu mehr Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen führt. Das installierte System ist nicht sozial, sondern asozial. Es hilft nicht denen, für die es gedacht war und es führt noch mehr Menschen in die Armut.
 

solresol

Gesperrt
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Beim Umbau der Sozialsysteme hat man sich nicht an erfolgreichen Modellen wie in Skandinavien oder den Niederlanden orientiert, sondern einen Sanktionskatalog aufgelegt, der nichts mehr fördert aber Forderungen stellt, die kaum zu erfüllen sind.

man kann diese Systeme gar nicht vergleichen!

seit wann hat NL ein Land "absorbiert", wie Löschpapier geschluckt, das so gross ist wie 20 % seiner bisherigen Bevölkerung?

ganz im Gegenteil! die Benelux-Union, absolut vergleichbar mit der Bundesrepublik, wurde

aufgelöst!

Und das reichere Flandern möchte heute noch gerade diesen Weg gehen!

In D hat man ein Staat, das Bankrote war, dagegen unter den Armen gegriffen!

Auch lebt nicht D wie Skandinavien von Offshore-Ressourcen. Und die Dimension der einzelnen Ländern ist absolut nicht vergleichbar, und damit die Sachzwängen...

Es ist schlecht-populistisch, solche Vergleich in den Raum zu stellen!

Desweiteren sind in D ganze früher führende Wirtschaftbereiche vollkommen zusammengekracht!

Vor dem PC-Zeitalter gab es Büro-Maschinen, bei welchen D weltweit einen Löwenanteil hatte

Unteraltungselektronik

Photo und Optik (wahrscheinlich hatten die Ost-Betriebe mit ihrer extrem anspruchsvoller Tradition da bessere Chancen als DDR-Betriebe als heute als Wettbewerber der west-deutschen Nachkriegs-Ersatzbetriebe)

Uhren

Textil.

Auch in der Chemie wackelt es kräftigt: wer will den giftigen Mist, der die Stärke der D-Betriebe waren, komplexe Molekülen, langatmige Forschung, Geheimniskrämerei! Zurück zur Natur, zurück zum Mais-Stärkekleber!

D will nicht zugeben:

wir haben zu viele Arbeitskräfte

wir müssen sie schlicht und ergreifend stilllegen

wie löst man dabei die berechtigte Frage der Einkommensverteilung?
 
M

Mein_Ingomann

Guest
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

man kann diese Systeme gar nicht vergleichen!

seit wann hat NL ein Land "absorbiert", wie Löschpapier geschluckt, das so gross ist wie 20 % seiner bisherigen Bevölkerung?

ganz im Gegenteil! die Benelux-Union, absolut vergleichbar mit der Bundesrepublik, wurde

aufgelöst!

Und das reichere Flandern möchte heute noch gerade diesen Weg gehen!

In D hat man ein Staat, das Bankrote war, dagegen unter den Armen gegriffen!

Auch lebt nicht D wie Skandinavien von Offshore-Ressourcen. Und die Dimension der einzelnen Ländern ist absolut nicht vergleichbar, und damit die Sachzwängen...

Es ist schlecht-populistisch, solche Vergleich in den Raum zu stellen!

Desweiteren sind in D ganze früher führende Wirtschaftbereiche vollkommen zusammengekracht!

Vor dem PC-Zeitalter gab es Büro-Maschinen, bei welchen D weltweit einen Löwenanteil hatte

Unteraltungselektronik

Photo und Optik (wahrscheinlich hatten die Ost-Betriebe mit ihrer extrem anspruchsvoller Tradition da bessere Chancen als DDR-Betriebe als heute als Wettbewerber der west-deutschen Nachkriegs-Ersatzbetriebe)

Uhren

Textil.

Auch in der Chemie wackelt es kräftigt: wer will den giftigen Mist, der die Stärke der D-Betriebe waren, komplexe Molekülen, langatmige Forschung, Geheimniskrämerei! Zurück zur Natur, zurück zum Mais-Stärkekleber!

D will nicht zugeben:

wir haben zu viele Arbeitskräfte

wir müssen sie schlicht und ergreifend stilllegen

wie löst man dabei die berechtigte Frage der Einkommensverteilung?

Ich habe nicht gesagt, dass man skandinavische Modelle 1:1 übernehmen sollte, sondern dass man sich bei den Reformen daran hätte orientieren sollen. Viele Elemente, die Hartz 1 -3 noch vorgesehen haben, stammten nämlich aus diesen erfolgreicheren Sozialsystemen. Diese Elemente sind nahezu alle weggefallen.

Die NL haben z.B. eine ganz andere Kultur Arbeitslose nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. Das bleibt hierzulande auf der Strecke. Die Frage der Einkommenverteilung beantwortet man auch nicht damit, indem man die Einkommen von Unten nach Oben verteilt.
 

solresol

Gesperrt
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Ich habe nicht gesagt, dass man skandinavische Modelle 1:1 übernehmen sollte, sondern dass man sich bei den Reformen daran hätte orientieren sollen. Viele Elemente, die Hartz 1 -3 noch vorgesehen haben, stammten nämlich aus diesen erfolgreicheren Sozialsystemen. Diese Elemente sind nahezu alle weggefallen.

es war mir klar, aber es war auch vielleicht der Fehler...

denn

Die NL haben z.B. eine ganz andere Kultur Arbeitslose nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern.Das bleibt hierzulande auf der Strecke.

es ist nicht möglich, in Gegenden, wo ein Triumph-Adler (Nürnberg, kaum andere Aktivitäten im Umland, die nicht auch von TA abhängig waren), oder ein KBC (größte Stoffdruckerei der Welt, und das Problem von 2 unmittelbar davor existierenden Staatsgrenzen! also so gut wie kein Rückland, und Chancen null sich mit dem schweiz. und / oder franz. Arbeitsamt zu einigen: Europa existiert nicht, nur die europäische Staatsangehörigkeit!), rund 7000 Mitarbeiter auf einem Schlag praktisch auf der Strasse!

welche Förderung erwartest Du? Umschulung? Wozu? In einem Länderstrich, wo es, auf Deiner Seite zumindest nur das gibt (und Basel könnte nicht so viele in Not geratene Deutschen helfen! wie denn! Mulhouse hat selbst eine exakt gleich grosse Stoffdruckerei mit den gleichen Problemen).

und das gab es Tausend Mal in den 2 letzten Jahrzehnten auf deutschem Boden. neue Werke hätten her gemusst! die deutschen Konzerne haben sie auch gebaut, aber sonst wo... und ich sprach nur von den verschwundenen Aktivitäten! dazu kommen die Arbeitsplatz- also Arbeitsmarktverschlechterungen durch Verlagerung der Produktion oder der neuen Modelle von West nach Osten, oder nach sonst wo in die Welt!

bleib realistisch!

die Arbeitsplätze sind GRÖSSTENTEILS unwiederbringlich weg!

es bleiben nur noch die Probleme der Verteilung des Einkommens und der Verteilung der Strickliesel, damit sich die Leute aus lauter Langeweile nicht den Kopf einschlagen (ein Weg wäre die Förderung der Internet-Diskussionsforen :idea: :lol: ; an sich sollten die Betreiber statt Gebühren einen Orden kriegen!)

aber wenn Du nicht an der Verteilung des Einkommens ran gehen willst, ok, alles bleibt beim Alten und wird unsozial, ist doch logisch!

Ah!

«Geht aber nicht!»


Die Frage der Einkommenverteilung beantwortet man auch nicht damit, indem man die Einkommen von Unten nach Oben verteilt.

«Geht aber nicht!»

(hatte ich erwartet: man müsste für manche etwas nehmen :rolleyes: . also muss, nachdem die Mittel nicht vom Himmel herunterregnen, diese Mittel von irgendwo her kommen, und das ist völlig klar, aber von woher ist dafür vollkommen unklar :idea: . ja, man kann Wortspiele darüber machen, oder weinen...)

und dann,

und da wird Ingo in die Luft springen

wird «woher» ganz sicher vorschreiben

«aber nur für unsere :wink: , kapiert :roll: !»

Vielleicht deshalb schon allein, versagt jede Regierung, eine nach der anderen, bislang, vernünftige Massnahmen ergreifen zu wollen...
 
F

~FiNi~

Guest
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Ich war auch schon Hartz4-Empfänger. 14 Monate lang wurde mir Geld geschenkt, Unterkunft bezahlt und ich war krankenversichert. Also ich habe mich nicht ungerecht behandelt gefühlt.

6 monate war ich dabei...und hab mich nur ungerecht behandelt gefühlt.

ungerecht in der möglichkeit der massnahme, z.b ..ich wollte gerne meine edv-kenntnisse vertiefen..was haben sie mir für 2 wochen aufs auge gedrückt..einen kurs zum lebenslauf schreiben..
2 wochen in einem raum, mit einem dozenten, der schon an tag 1 zwei mal betont hat, das er ungern steuern für sozialschmarotzer zahlt..

..ich dachte ich hör nicht richtig...30 jahre hab ich steuern gezahlt um mir von einem dozenten?????? sagen zu lassen man wäre womöglich ein sozialschmarotzer?..

post an frau von der leyen ging aber direkt mal eben online raus..

ich habe in diesen 6 monaten soviel inkompetenz erlebt, in allen bereichen dieses amtes, das ich das deutsche solzialsystem in der form sofort abschaffen würde..da wird gutes geld verbrannt..täglich in unmengen.

inklusive der chefin..der frau von und zu ich hab viele kinder....

jetzt ist der punkt, wo ich die edv kenntnisse gut gebrauchen könnte..den job hab ich nicht durch meinen schriftlichen lebenslauf bekommen..soviel steht schon mal fest..die 2 wochen hätte ich besser in meinem garten verbracht.

eindeutig pro bedingungsloses grundeinkommen.

ein jahrhundert lang haben die menschen maschinen gebaut, die für sie arbeiten sollen..jetzt haben wir sie und haben nichts davon.
 
F

~FiNi~

Guest
AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

ach und da ist ja noch deine frage, wen ich ausschließen würde. ausschließen würde ich nicht unbedingt, aber den totalverweigerer eines angemessenen jobs (obwohl mindestlohn 10€) würde ich die grundsicherung unter umständen kürzen.


stimme dir in vielen punkten zu...

aber..

interessant am bedingungslosen grundeinkommen empfinde ich gerade die möglichkeit, sich der "arbeit" total verweigern zu können, ohne sanktionen zu befürchten..

ich möchte nicht wissen wieviele verborgene talente so entdeckt werden könnten, wenn die menschen die möglichkeit hätten ihren wirklichen interessen nachzugehen..

statt für andere zu arbeiten..

bzw..arbeit und deren wertigkeit müssten eh anders definiert werden.

also hätte ich ein grundeinkommen..mein weg würde ganz anders verlaufen, in den nächsten jahren...ich würde mich wesentlich mehr noch ausprobieren wollen..vielleicht sogar ein studium ( gäbe mehrere bereiche die mich interessieren könnten..), ich hätte mehr zeit, z.b um mal nen schönen garten zu gestalten..mich um den einen oder anderen menschen mal besser zu kümmern..ich hätte einfach den kopf frei und könnte mich so in der gesellschaft auf meine art einbringen..
und sei es das ich in einem spontananfall irgendwelche blumeninseln pflanze..die dann andere menschen zum lächeln bringen..
ist so eine arbeit nicht auch eine gute arbeit?..in ihrem wert.


( im gegensatz dazu..würde man mich für nen euro die stunde dazu verpflichten, würde ich die dinger falschrum einbuddeln..sprich, es ist keinem damit geholfen..)
 
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