Türkei nach dem Referendum

Doris

Well-Known Member
Du weißt ja sicher, warum die Türkei 1974 nach Zypern einmarschierte, nämlich um einer Annexion Zyperns an das von einer faschistischen Junta regierte Griechenland zuvorzukommen. Und du weißt sicher auch, wie es den türkischen Zyprioten zuvor schon ergangen war.

Das ist hinlänglich bekannt, aber das legitimiert keinen, auch die Schutzmacht Türkei nicht, zur Plünderung und Zerstörung von Kirchen und Klöstern.
 
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Burebista

Well-Known Member
Jep, hast Du. Die Patriarchate von Moskau und Konstantinopel liegen nämlich heftig miteinander im Clinch :(

Seitdem die römisch-katholischen und die orthodoxen Kirchen getrennte Wege gehen – rückblickend gefühlt seit 1054, real wohl erst später –, ist der Patriarch von Konstantinopel das verbleibende "Oberhaupt" der orthodoxen Kirchen. Er ist es nicht wie der römische Papst, er ist "primus inter pares", Erster unter Gleichen. Aber nur er darf z.B. zu einem großen oekumenischen Konzil einberufen (Vollversammlung), und hat dies nach Jahrhunderten im letzten Jahr erst wieder getan, nach jahrzehntelangem Vorlauf.

Nachdem Konstantinopel allerdings überrannt wurde, die Russen andererseits zum neuen Global Player aufgestiegen waren, betrachtet Moskau sich als zumindest de facto "Das dritte Rom", den faktischen Anführer der orthodoxen Welt. Beargwöhnen seither mißtraurischst das Patriarchat von Konstantinopel, nicht daß die sich zu einem Quasi-Papst aufspielen wollen.

Und haben das Konzil im vergangenen Jahr bitterlich hintertrieben :( Das fand dann trotzdem statt, aber ohne die russische und weitere wichtige, mit ihnen verbundene orthodoxe Kirchen.

Putin also versteht sich leider keineswegs als die Schutzmacht der in Anatolien verbleibenden Orthodoxen. :(

(Ich muß @Burebista mal in die Fahndungsliste eintragen :()

Hast alles gut geschrieben. Für mich ist die Türkei schon seit etwa 2 Jahren Feindland geworden. Und Putin gilt wirklich als Verräter der Ostchristen in Anatolien.

Darum kann ich gar nicht die osteuropäischen Christen aus Bulgarien, Serbien, Griechenland, die die ganze Hoffnung in Russland und Diktator Putin legen, nicht verstehen.
 

Burebista

Well-Known Member
Na gut ... geb ich mich endgültig geschlagen :(


Aber Kopf hoch!

:) Darauf ein Lied, zwo, drei! :)

Es tragen vor: Die Solisten des Chors der ehrwürdigen türkischen Denkmalschutzbehörde! :p

Habe darüber gelesen, aber bis jetzt nicht gehört oder gesehen. Es ist wirklich Demütigung aller orthodoxen Christen. Und das wird nicht vergeben und vergessen werden. Dank Erdogan ist nun die Türkei Feindland für den orthodoxen Balkan geworden.
 
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sommersonne

Well-Known Member
Ach Mensch, so wird das doch nie was. Warum immer zurück schauen. Irgend eine Partei muß doch mal aufhören vergangene Kränkungen immer und immer wieder zur Sprache zu bringen.

Wir (die Germanenstämme) wurden doch auch von den Römern erobert ohne ihnen das heute noch zum Vorwurf zu machen, sie mißtrauisch zu beäugen und abzulehnen. Die Stämme wurden sogar zwangschristianisiert und Germanen und Römer vermischten sich.

Was ist beim Balkan anders? Die Türken sind wieder weg, ein paar blieben über die Jahrhunderte auch im Balkan, vermischten sich auch und lebten ihren Glauben. Der christliche Glauben ist nicht verschwunden.
 

Burebista

Well-Known Member
Ach Mensch, so wird das doch nie was. Warum immer zurück schauen. Irgend eine Partei muß doch mal aufhören vergangene Kränkungen immer und immer wieder zur Sprache zu bringen.

Wir (die Germanenstämme) wurden doch auch von den Römern erobert ohne ihnen das heute noch zum Vorwurf zu machen, sie mißtrauisch zu beäugen und abzulehnen. Die Stämme wurden sogar zwangschristianisiert und Germanen und Römer vermischten sich.

Was ist beim Balkan anders? Die Türken sind wieder weg, ein paar blieben über die Jahrhunderte auch im Balkan, vermischten sich auch und lebten ihren Glauben. Der christliche Glauben ist nicht verschwunden.



Jawohl, die Hagia Sophia wurde Museum. Und es war gut so. Nun haben die Türken angefangen, islam. Gottesdienste zu zelebrieren.
Die Türken sind nicht weg. Sie umstalten die Hagia Sophia.
Aber das trifft Euch, die Deutschen, nicht.
 
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Burebista

Well-Known Member
Ach Mensch, so wird das doch nie was. Warum immer zurück schauen. Irgend eine Partei muß doch mal aufhören vergangene Kränkungen immer und immer wieder zur Sprache zu bringen.

Wir (die Germanenstämme) wurden doch auch von den Römern erobert ohne ihnen das heute noch zum Vorwurf zu machen, sie mißtrauisch zu beäugen und abzulehnen. Die Stämme wurden sogar zwangschristianisiert und Germanen und Römer vermischten sich.

Was ist beim Balkan anders? Die Türken sind wieder weg, ein paar blieben über die Jahrhunderte auch im Balkan, vermischten sich auch und lebten ihren Glauben. Der christliche Glauben ist nicht verschwunden.

Und was ist so schlimm, die Türkei als Feindland zu betrachten? Man fährt/fliegt dorthin nicht mehr. Das ist alles...
Weil man der Türkei gar nicht mehr vertrauen kann.
Vor Erdogan wurden die orthodoxen Griechen deportiert, ausgewiesen, sogar abgeschlachtet. Im Namen des türkischen Nationalismus. Entgegen des Vertrags von Lausanne wurden Zehntausende von orthodoxe Griechen vertrieben. Es blieben nur 2000 in Istanbul. Und das alles im Namen des türkischen Nationalismus.
Nun, nachdem die griechischen Orthodoxen abgeschlachtet und vertrieben wurden, entgegen des Vertrags von Lausanne, werden in der Erdogan-Zeit die altorientalischen Christen enteignet. Im Namen des Islams.
Sogar in der Islamischen Republik Iran dürfen die alten christlischen Gemeinden existieren. In der Türkei nicht mehr.
 
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Msane

Well-Known Member
Bzgl. des Christentums, eine Religion die von den Gläubigen nicht verteidigt wird, und "haut man dir auf die eine, dann halt noch die andere Backe hin" predigt, hat schlechte Karten in einer feindseligen Umgebung zu überleben.
In weiten Teilen Europas ist das Christentum genauso tot wie in Anatolien, das sieht man daran das sich in Europa niemand für die täglichen Diskriminierungen der orientalen Christen interessiert, es werden islamistische Aggressionen gegen Christen hierzulande ja sogar noch politisch korrekt relativiert oder gerechtfertigt.

Es ist wirklich schade, denn die Christen im Orient sind die ursprünglichsten Christen, sie haben eine 2000 jährige Geschichte und stellten auch unter islamischer Herrschaft immer eine Bildungsschicht dar, welche für Verwaltung, Handel und Handwerk unverzichtbar war.


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