Was ärgert Euch gerade (3)

Almancali

Well-Known Member
Wenn du nix verdienst, muss deine GKV dich zum Mindestbetrag freiwillig versichern. Das ist unter 200 € (Summe aus KV und PV). Du musst dann jedes Jahr der Krankenkasse dein Einkommen erklären.
Das ist nicht ganz richtig!

Bei der GKV gibt es die Beitragsbemessungsgrenze, die irgendwo bei einem Einkommen von 4500€ liegt (genaue Zahlen liegen mir gerade nicht vor).

Es gibt bei der GKV allerdings Abstufungen

4500€ Einkommen -> 600€ KV -> 150€ PV
2500€ Einkommen -> 350€ KV -> 100€ PV
1250€ Einkommen -> 200€ KV -> 50€ PV

Sobald du dich selbststänig machst, greift einer dieser Tarife, je nach Einkommen. Der Beitrag für ein Einkommen von 1250€ ist jedoch die "Härtefall" und daher auch der Härtefallregelung untergeordnet. Allerdings gilt die Härtefallregelung nur bei Einkommen aus gewerblicher und freiberuflicher Stätigkeit... Sie gilt nicht, wenn das Einkommen aus Kapitalerträgen erzielt wird. Daher greift bei mir die nächste Stufe.

Auch wenn du 0€ Verdienst als Selbstständiger hättest (und das kann vorkommen), so muss ich jeden Monat die 450€ an die KV+PV zahlen. Wie gesagt, die Zahlen sind nicht 100% stimmig, kommen aber am Realwert heran.

Es gibt eine GKV für Arbeitslose und Erwerbslose. Diese liegt bei ca 145€ pro Monat. D.h. egal ob ich Einkommen habe oder nicht. Ich muss jeden Monat 145€ an die KV+PV zahlen. Ein Widerspruch in sich, da ein Arbeitsloser bzw. Erwebsloser keinerlei Einkommen hat (wenn er denn nicht irgendeine SGB Leistung bekommt). Dennoch kassiert hier die GKV. Das ist auch ein Grund, warum viele Arbeitslose, Geringverdiener und Aufstocker sich zum Amt flüchten, da genau diese Kosten übernommen werden.

Die Krankenversicherung ist dringends reformbedürftig und muss einer leistungsorientierten Bezahlung angepasst werden. Daher haben viele Selbstständige auch ernsthafte Probleme in der GKV (oder auch PKV), da die Zwangskrankenversicherung Selbstständige mit geringem Einkommen in die Schuldenfalle treiben. Der Grund - und auch der einzige Grund - warum ich Aufstocker bin und mich den gesetzlichen Regularien und Limitationen unterwerfe. Daher wollte ich bereits 2012/2013 für 1-2 Jahre in die TR, um dort die Arbeit aufzubauen...

Edit:

Hier die genauen Zahlen:

https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/selbststaendige/

Selbstständige Höchstbetrag = 719€ mtl.
Selbstständige Mindestbetrag = 370€ mtl.
Selbstständige Härtefall = 262€ mtl. (greift bei mir nicht, da Härtefall nicht bei Kapitalerträgen greift).

Sonstige Personen ohne Einkommen = 162€ mtl. (wäre ich dann ja nicht, da ich Selbstständig wäre und somit anders eingestuft wäre).
 

Almancali

Well-Known Member
Und nun rechnern wir rückwärts!

Angenommen man erzielt im Monat 10% Gewinn bei Investitionen. Dann sind diese 10% die ca 2500€, die ich im Monat bräuchte um über die Runden zu kommen... Also wäre das Handelskapital 25000€

25000€ = 100%
2500€ = 10%

Ich müsste mit den 25000€ jeden Monat 10% Gewinn erzielen, um im Monat auf 2500€ Einkommen zu kommen (davon werden noch die Abgeltungssteuer abgezogen... Aber lassen wir das).

Nun stell dir vor, dass dir die Märkte nur alle 2-3 Monate 10% Gewinn in Aussicht stellen (denn du kannst nur das handeln, was der Markt dir vorgibt).

Wären also 2500€ / 3 = 833€

Davon kannste dann jeden Monat 370€ an die KV+PV zahlen und es bleibt nur 463€ pro Monat übrig. Davon kannste dann Miete, Essen und Co. zahlen...

Also bräuchte man schon ein Handelskonto von 50000€, um auch mal Flauten zu überbrücken...

Alles rein hypothetische Zahlen... Was passiert, wenn du mal 10% Miese machst ?

Soweit die Theorie!

Nun bin ich Aufstocker und darf laut Gesetz nur Lebensjahre x 150€ als Kapital haben... Wären bei mir 44 x 150€ = 6600€ Kapital... Alles darüber schnappt sich das Amt... Du siehst, dass ich mir kein Büro leisten könnte. Auch sonst ist die Situation auf die eine oder andere Weise in der BRD für Selbstständige ein No-Go.

Daher war auch mein Plan, in die Türkei zu gehen und dort für 1-2 Jahre die Selbstständigkeit aufzubauen (oder gegen die Wand zu fahren).

Die Herausforderung ist die kritische Masse... Du musst finanziell erstmal eine Hürde überwunden haben, um tragfähig zu bleiben. Hast du die kritische Masse nicht erreicht, bleibst du ein Fall fürs SGB...
 

EnRetard

Well-Known Member
Was die Krankenkasse angeht, führt das hier zu weit. Ich kenne es anders, aber das mag auch an einem anderen Bundesland und an einer anderen Krankenkasse liegen.
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Und wie schon gesagt, über dein Geschäftsmodell kann ich nicht urteilen, es erscheint mir allerdings sehr unsicher und sehr kompliziert und als Aufstocker unter diesen Bedingungen:
Nun bin ich Aufstocker und darf laut Gesetz nur Lebensjahre x 150€ als Kapital haben... Wären bei mir 44 x 150€ = 6600€ Kapital...
auch sagen wir mal --- nicht ideal.
 

Almancali

Well-Known Member
Was die Krankenkasse angeht, führt das hier zu weit. Ich kenne es anders, aber das mag auch an einem anderen Bundesland und an einer anderen Krankenkasse liegen.
Mich würde das schon interessieren. Ich frage deshalb, da ich bei meiner Krankenkasse persönlich vorstellig wurde und dort mit dem Sachbearbeiter sprach. Allerdings habe ich gelernt, dass man nicht überall fachkompetente Beratung erhält. Wenn es andere Möglichkeiten gäbe, würde mich das interessieren.

Und wie schon gesagt, über dein Geschäftsmodell kann ich nicht urteilen, es erscheint mir allerdings sehr unsicher und sehr kompliziert und als Aufstocker unter diesen Bedingungen.
Richtig! Im Nachhinein war die Idee ziemlich naiv! Allerdings habe ich weit mehr als 9000 (Arbeits) Stunden in diese Thematik investiert. Mit zunehmender Kompetenz und Erfahrung sieht man gewisse Sachverhalte dann doch anders als man sie ursprünglich plante oder dachte.

Ich habe über die Jahre Fachwissen für mein "Daytrading" angeeignet, mich im SGB eingelesen und neue Webinare und Lernvideos (nebst Büchern) konsultiert. Einiges, wie ich es ursprünglich plante, kann ich so in der gegenwärtigen Lage nicht 1:1 umsetzen. Mir fehlt es entweder an Kapital oder weiterführendes Fachwissen. Trotz Businessplan (für das ich einige Wochen benötigte: und welches auch mal wieder geupdated werden müsste) hänge ich in einer Sackgasse fest. Um das alles nicht wegzuwerfen, "wusel" ich vor mich hin und generiere recht unterschiedliche Einnahmen (welche nicht die Welt bewegen).

Ich denke auch darüber nach, wieder in meine ursprüngliche Tätigkeit (IT-Consulting) zurückzukehren. Ich wurde 2010 von meiner damaligen Firma regelrecht kaputt gemacht und habe dann selbst gekündigt. Hatte danach sehr an mir selbst und meinen Fähigkeiten gezweifelt. Bis ich eines Tages erkannte, dass es eher mit der "Lehman" Pleite in den USA zusammenhing. Unternehmen hatte keine Aufträge. Es war ein US Amerikanisches Unternehmen. Lehman Pleite brachte das Unternehmen in Bedrängnis. Personal wurde von 120000 MA auf unter 60000 MA abgebaut... Teilweise wurden MA regelrecht schikaniert und kaputtgemacht.

Daher wollte ich viele Jahre nicht mehr in diese Branche zurück... Mich nicht nochmal kaputt machen... Ich suchte dann einen Ausweg in einer Arbeit, die keine "Chefs" oder "Kunden" hat. Wo man halt nicht Klinkenputzen bzw. auf das Wohlwollen Anderer hinbetteln musste.

Ich selbst bin IT-Berater mit operativen Abschluss auf Managementebene (geprüfter IT-Projektleiter). Hatte damals auch einen brauchbaren Verdienst (hatte den Abschluss aber noch nicht, als ich damals dort in der Firma anfing).

Habe Jahre gebraucht, um wieder Licht am Ende des Tunnels zu finden... Bin mir weiterhin unschlüssig, ob ich in den alten Beruf zurück möchte... Allerdings sind die Optionen momentan auch nicht besser... Dennoch finde ich es besser, ich beschäftige mich mit dieser "Option" als "Daytrader", statt RTL oder SAT1 zu schauen... Den Mehrwert über die Finanzwelt ist nämlich eine unermessliche Bereicherung...

Makro- und Mikroökonomie, Geldfluss, Unternehmensbewertung, Marktbewertung, Endogene und Exogene Betrachtung, Indikatoren die die Wirtschaftsstärke des Landes signalisieren usw... Hatte das alles mal im Studium aber vieles auch wieder vergessen...
 

eruvaer

Well-Known Member
...Dinge, die die Welt nicht braucht...

Einhörner.
Regenbogen. - nichts gegen die echten - die sind cool.
200m RGB-Beleuchtung zum kleben mit Fernbedienung in verschiedenen Leuchtmodi.
haufenweise dreckiges Geschirr und keine Spülmaschine.
Jan Böhmermann.

das ärgert mich heute :)
also eigentlich nen ziemlich guter Tag ;)
 
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