Brexit - das Phantom

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von Mendelssohn, 3 Mai 2017.

  1. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Maggie hätte kein Referendum riskiert, sondern weitere Sonderrechte ausgehandelt. Sie würde sich im Grab umdrehen. Egal, ob Brexit oder Exit vom Brexit, GB hat Macht verloren. Das gefällt den Tories nicht. U. U. kooperieren sie deshalb mit Labour, weil eine von Labour geführte (Übergangs-)Regierung, die den Brexit rückgängig machen oder aussetzen würde, so etwas wie Gesichtswahrung ermöglichen würde.
    Allerdings: mit einer Minderheitsregierung ein nicht bindendes Referendum durchzusetzen, hätte Maggie wohl auch nicht geschafft.
     
  2. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Au ja. Eine britische Dolchstoßlegende. :) Selber den Kladderadatsch anrichten und Labour auslöffeln lassen. :p
     
  3. beren
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    beren Well-Known Member

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  4. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Friedrich Merz wird Brexitbeauftragter der NRW-Landesregierung. ;)
    http://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/merz-brexit-beauftragter-nrw-100.html
    Die SPD sieht Interessenkonflikte, die Grünen wundern sich, daß ein Paradise -, also ein Steuervermeidungsexperte die steuervermeidenden Briten bei Stange halten soll.
    So wird das jedenfalls nix mit der finanziellen Stärkung der Kommunen.

    Die neue Steueroase zwischen NRW und London soll offenbar Amsterdam werden. Offenbar soll bereits in zwei Jahren der Hauptsitz Thyssens in Amsterdam sein, weil dies die Mitte zwischen den beiden Regionen sei, wo Thyssen die meisten Geschäfte abwickle (seitdem die Inder den Laden übernommen haben).
    http://www.wiwo.de/my/unternehmen/i...tml?ticket=ST-518435-I3Y9GsRBlWUzydTJ0cIB-ap1

    Ich glaube, daß Laschet nicht den Knall gehört hat mit seinem Brexitbeauftragten.
    Der ist Aufsichtsratchef von Blackrock
    https://www.blackrock.com/
    "BlackRock is trusted to manage more money than any other investment firm..."

    Inzwischen glaube ich, daß das Phantom Brexit eine Erfindung der Steueroptimierungs-Kanzleien ist, die jetzt auch noch die Staatskanzleien ihre Kunden nennen dürfen.
    Es ist mehr als skandalös, Steuervermeidungsberater in den Dienst der Landesregierung zu stellen und damit NRW in den Ruf einer Steueroase zu bringen, in welcher die Briten ihre Brexitkosten abfedern können.
     
  5. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Ich frage mich für was man in D einen Brexitbeauftragten benötigt. Oder hat da jemand einfach nur ein Pöstchen benötigt. Man kann Geld auch besser verbrennen.
     
  6. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    D braucht keinen Brexitbeauftragten.
    NRW's bedeutendster Handelspartner sind die Niederlande, dann kommt die Insel. Insofern die Insel und die Niederlande eine ganz besondere Freundschaft sowie eine gleiche Handelstradition einschließlich eines Steuerschlupflochsystems verbindet, gibt es aus Sicht einer konservativ-liberalen Regierung gute Gründe, es sich mit den Freibeutern nicht zu verderben. Berlin hat demgegenüber alle Zeit der Welt abzuwarten, ob das Phantom Brexit Wirklichkeit wird. Der Bundeshaushalt wäre erst sehr viel später betroffen.
     
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  7. univers
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    univers Well-Known Member

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    Die Lösung:
    Da Great Britannien eine Grenze auf den Inseln nicht (Nord- und Irland) dulden will und die Schotten den Katalanen und Kurden nacheifert sprich, sich von England lös lösen..wenn noch Wales mit Schottland verschmilzt, könnte Nor-Irland aufgrund der politisch und wirtschaftlich geschwächten Engländer sich den anderen Zwei anschließen.
    Hab auch einen Namen für den neuen Staat:
    New
    New ....
    will mir nicht einfallen.
    Ihr könnt ja mit an Europas Zukunft justieren.
    THE NEW FOUR (?)
     
  8. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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  9. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Es wird noch absurder:
    Die Briten wollen über den Ausstieg verhandeln, ohne sich auf konkrete Zahlen der Schuldenrückzahlung an die EU festzulegen.

    Die britischen Steuerzahler, so wird der Brexit-Minister Davis zitiert, wollen nicht, "dass ich einfach daherkomme und Milliarden von Pfund weggebe".
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/so...-der-eu-konkrete-schuldensumme-a-1177618.html

    Das hätten die Exit-Befürworter den britischen Steuerzahlern vor dem Referendum sagen müssen, dann hätten sie jetzt nicht das Problem eines riesigen Schuldenbergs, der keinen Namen haben darf.
    Wenn ich das richtig verstehe, gibt es gar keine Verhandlungsmasse. Über was will man denn dann verhandeln, wenn seitens der Briten kein Zahlenangebot kommt.
    Die EU ist mit 60-100 Milliarden eingestiegen.
     
  10. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    @Mendelssohn Nein, das sind verschiedene Verhandlungsstrategien, von Anfang an. Die Briten wollen den Brexit verhandeln als Gesamtpaket. Wenn Ihr unseren Steueroasen weiterhin Zugang gewährt zum europäischen Finanzmarkt, dann legen wir bei der Endabrechnung noch soundsoviel Milliarden drauf. Können wir uns dann ja auch leisten. Die Europäer sagen: Nix, erst einmal legen wir die Endabrechnung auf den Tisch und wollen wissen, was Ihr davon anerkennt. Alles andere regeln wir anschließend.

    Die Schulden sind ja real. Es geht ja nicht um irgendein Austrittsgeld. Die Briten stellen EU-Parlamentarier: Für die hat die EU noch Pension zu blechen, wenn der Brexit längst gelaufen ist. Das will die EU selbstverständlich erstattet kriegen. Aber da ist natürlich Interpretationsspielraum, „Verhandlungsmasse“: Wie lange lebt denn so ein Parlamentarier, wieviel Pension mag er denn in Gänze schließlich bezogen haben? Jetzt nur mal so als Beispiel.

    Das ist ja klar, daß die Briten ihre stärksten Karten nicht schon gleich am Anfang ausspielen müssen wollen: Das liebe Geld. Bei allem Rabatt, die Briten sind Nettoeinzahler, ihr Ausstieg kommt die Europäer teuer. Die Europäer wollen natürlich genau das: Bei den weiteren Verhandlungen – Freizügigkeit von Waren, Menschen und Dienstleistungen – möglichst wenig „erpressbar“ sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 November 2017
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