Ich kann aus meinem persönlichen Bekanntenkreis rein zufällig (!!!) nur Gutes berichten über ihre ein-Euro-Jobs.
... und hier einige Gegenbeispiele mit Begründung ...
Eine ältere Frau, auf die Rente zugehend, hatte einen Job in den letzten Jahren an einer integrativen Grundschule als fünftes Rad am Wagen. Lehrerin/Betreuerin waren wie im Schlüssel vorgesehen vorhanden; besagte Arbeitslose hat sich nur zusätzlich mit an die Tische gesetzt und den Kindern geholfen. Hat ihr selber sehr gut getan. Sie fand das spannend, mit Kindern, auch behinderten umzugehen; hatte ein soziales Umfeld usw. Nur daß sie die erste Zeit stets erkältet war, hat sie genervt.
Aus meinem persönlichen Umfeld (also erste Hand) kannte ich einen 1€ Jobber mit Ausbildung und staatlichem Abschluss als Kinderpfleger. Die Person fand leider keine Arbeit, da muslimischer Hintergrund. Die meisten Kindergärten und Kindertagesstätten waren in kirchlicher Hand.
Letztendlich wurde die Person dazu verdonnert einen 1€ Job in einer integrativen Schule anzutreten. Dort war die Person für 6 Monate. Es wurde ihm nahegelegt die 6 Monate doch nochmal zu verlängern, weil man mit seiner Arbeit sehr zufrieden war. So zufrieden, dass man ihm sogar eine Festanstellung in Aussicht stellte. Nachdem 12 Monat um waren, wurde die Person nochmals gebeten um 6 Monate zu verlängern. Die Schule hatte es so eilig damit, dass sie sogar noch vor dem Dialog zwischen den Bedürftigen und dem Jobcenter, eigenmächtig an das Jobcenter herantrat und den Vertrag hintenrum verlängerte. Nach 18 Monaten wurden zwischenzeitlich neue Mitarbeiter an der Schule eingestellt und die Person aus meinem Umfeld auf wiederliche Art und Weise abserviert.
Unter dem Strich bekam die Person 1.5€ pro Stunde, wovon sogar die Fahrkarte mit dem Bus bezahlt werden musste. Nach 18 Monaten konnte man eine Einnahme von +/- 0 Euro feststellen (eher ein Minus, wenn ich ehrlich bin). Täglich 8 Stunden kaputtgearbeitet. Mit der "Aussicht auf Festanstellung" vollverarscht worden und aus eigener Tasche noch oben drauf gezahlt. Das hat der Person richtig gut getan... So mit Kindern und verarscht werden und so.
Ein anderer wurde verdonnert, der Bahnhofsmission zu helfen. Omis Koffer zum Gleis rauftragen, Fremden den Bahnhof erklären, sowas. Kann ich nicht falsch finden.
Das gibt es... Wäre nur rechtswidrig... Es ist nicht Aufgabe eines Erwerbslosen, für lau, zur unentgeldlichen Kostenmaximierung der Bahn beizutragen...
Das ist ja genau das Problem bei den ganzen 1€ Jobs.
Verstehst du ? Wir würden diese ganze Elendsdiskussion nicht führen, würde der Staat ein Auge auf prekäre Arbeitsverhältnisse haben. Sobald diese 1€ oder 0€ Jobs abgeschafft werden, wird sich auch der Arbeitsmarkt anpassen müssen, da man keine Mitarbeiter mehr für "lau" haben kann... Dann würden auch endlich die Mindestlähne greifen und die Leute könnten für ihre Arbeit auch etwas Kohle bekommen (nebst den Sozialabgaben, Pflegegeld, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung).
Die gesamte Agenda 2010 hat diese prekären Zustände erst möglich gemacht und geschaffen.