Mängelwirtschaft, richtig gar keine Frage. Manche Betriebe konnten längere Zeiten aus Rohstoffmangel nicht das herstellen für was sie eigentlich da waren und mußten irgendwelche anderen Kosumgüter produzieren.
Aber daraus entstand nach der Wende nicht die Pleite und die Arbeitslosigkeit. Die entstand zum großen Teil weil die Betriebe oftmals an ihre westdeutschen Konkurrenten verkauft wurden. Diese strichen Fördergelder ein, produzierten eine Weile und stellten dann die Produktion ein.
Wäre das nicht gewesen hätte sich so mancher Betrieb wieder aufrappeln können, die Rohstoffe gab es ja nun. Und das DDR-Produkte gut und begehrt waren, das kann man schon daran sehen wenn man nur mal die Otto-Kataloge der Zeit vor der Wende betrachtet. Darin findet man einen großen Teil Produkte aus der DDR.
Westdeutsche Unternehmen haben quasi schon vor der Wende mit dem Ausnutzen der Zwangslage der DDR (um Devisen zu bekommen mit denen Rohstoffe gekauft werden konnten, mußten die Produkte billig verkauft und den eigenen Bürgern vorenthalten werden) mit dafür gesorgt das die DDR-Wirtschaft auf der Stelle trat. Sie hatten höchstwahrscheinlich das nicht im Sinn, haben aber dazu beigetragen.
Zweifelsohne war die ostdeutsche Wirtschaft in der Lage hervorragende Produkte herzustellen.
Die entscheidende Frage ist ob man in der Lage ist diese Produkte auch
produktiv herstellen zu können.
Betriebe die aus Mangel an Rohstoffen einfach irgendwas herstellen, sind darin niemals so gut wie dafür spezialisierte Betriebe, das treibt die Kosten in die Höhe, die Produktion wird unproduktiv, selbst wenn das Produkt selbst gut ist.
Das Ende eines solchen Betriebes ist absehbar.
Man erzählt sich gerne die Geschichte von den Heuschrecken aus dem Westen, die uns aufgeplündert und alles weggenommen haben.
Das ist populär weil es auf schwierige Fragen einfach Antworten liefert.
Dazu kommt dann noch die Nostalgie.
"Jahrzehntelang habe ich hier gearbeitet, und jetzt soll alles weg sein?"
Die Menschen im Osten waren damit emotional verbunden.
In Wahrheit waren die großen DDR-Betriebe aber das was man heute sinngemäß Zombieunternehmen nennt.
Diese konnte man nicht künstlich am Leben halten, da half nur noch die Abwicklung.
.