Mendelssohn
Well-Known Member
Ich frage mich, wie die Briten einen Brexit-Vertrag bis März 2019 (deadline) hinkriegen wollen, wenn May die Abstimmung über den Vertrag von morgen auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben hat? Angeblich will sie in Brüssel nachverhandeln (geht um die irische Grenze), aber Brüssel sieht keine Notwendigkeit an dem Punkt. Die verschobene Abstimmung ist real eine Abstimmungsniederlage.
Nun bleiben noch zwei Optionen innerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters: Brexit ohne Vertrag (d. h. u. a. Versorgungsengpässe durch Grenzkontrollen und Verzollung,) oder der parlamentarische Beschluss eines neuen Referendums, welches bei der aktuellen Stimmungslage auch nicht weiterhilft: 55% pro EU, 45% dagegen.
Es ist mir immer noch schleierhaft, warum sich GB ganz ohne Not in diese Krise katapultiert hat. Man kann nicht ein Referendum für den EU-Austritt starten, ohne einen Realplan für die Post-EU Ära zu haben.
Hört sich für manch einfaches Denken schön an: raus aus der EU, raus aus teuren Nettoeinzahlungen und Arbeitsmigration, raus aus Abkommen und England first (ich sage bewusst nicht: GB first). Aber wenn dann Medikamente, Ersatzteile, Versicherungen teurer werden und die beliebten deutschen Lebensmittel-Discounter entweder ihre Kassen schließen oder ihr Angebot verkleinern, dann werden sich die Probleme der unteren Mittelschicht, darunter viele Brexit-Befürworter, verdoppeln. Ganz zu schweigen von denen, die im ganz unteren Lohnsegment oder von der Sozialhilfe leben. Für die ist es nämlich schon seit Thatcher in UK sehr schwer geworden.
Die einzige produktive Lösung erscheint mir, den Brexit auf unbestimmte Zeit auszusetzen und ihn von einem konsistenten Plan für die Zeit "danach" abhängig zu machen.
Nun bleiben noch zwei Optionen innerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters: Brexit ohne Vertrag (d. h. u. a. Versorgungsengpässe durch Grenzkontrollen und Verzollung,) oder der parlamentarische Beschluss eines neuen Referendums, welches bei der aktuellen Stimmungslage auch nicht weiterhilft: 55% pro EU, 45% dagegen.
Es ist mir immer noch schleierhaft, warum sich GB ganz ohne Not in diese Krise katapultiert hat. Man kann nicht ein Referendum für den EU-Austritt starten, ohne einen Realplan für die Post-EU Ära zu haben.
Hört sich für manch einfaches Denken schön an: raus aus der EU, raus aus teuren Nettoeinzahlungen und Arbeitsmigration, raus aus Abkommen und England first (ich sage bewusst nicht: GB first). Aber wenn dann Medikamente, Ersatzteile, Versicherungen teurer werden und die beliebten deutschen Lebensmittel-Discounter entweder ihre Kassen schließen oder ihr Angebot verkleinern, dann werden sich die Probleme der unteren Mittelschicht, darunter viele Brexit-Befürworter, verdoppeln. Ganz zu schweigen von denen, die im ganz unteren Lohnsegment oder von der Sozialhilfe leben. Für die ist es nämlich schon seit Thatcher in UK sehr schwer geworden.
Die einzige produktive Lösung erscheint mir, den Brexit auf unbestimmte Zeit auszusetzen und ihn von einem konsistenten Plan für die Zeit "danach" abhängig zu machen.