Guten Morgen! Laschet, Tönnies.

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von Alubehütet, 18 Juni 2020.

  1. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Wahrscheinlich hat Wuppertal genausowenig einen eigenen Schlachthof wie Dortmund oder Castrop-Rauxel, die bis ungefähr in den 1970er Jahren städtisch betrieben wurden und wohl auch unter entsprechender Kontrolle standen. Alle kommunalen Schlachthöfe hat man auf Großstandorte auf der grünen Wiese ausgelagert unf auf den ehemaligen Betriebsgeländen große und gewinnbringende Wohnraumbebauungen mit Landesmitteln hingesetzt.
    Ich wollte @Alubehütet darauf hinweisen, dass durch die Transportwege Wuppertal mit Tönnies oder Wiesenhof ähnlich eng verbunden ist wie Gütersloh oder Herten. Der Hotspot sitzt im Schlachthof, der Radius reicht aber bis in die ganze Republik. Bei kommunalen Schlachthöfen wäre der Radius wesentlich kleiner und Infektionsketten wesentlich übersichtlicher nachzuvollziehen.
    Oder noch anders: die grundsätzliche Kasernierung der Schlachtarbeiter, die aus vielen Gründen dafür sorgt, dass sie unter sich bleiben müssen - wenn sie ihr sauer verdientes Geld nicht beim ÖPV und in der teueren Innenstadt lassen wollen - hat einerseits ein großflächiges Überspringen in die anwohnende Bürgerwelt verhindert, andererseits durch die Transportwege zur Bildung neuer Hotspots beigetragen. Die Entstehehung eines solchen neuen Hotspots, z. B. ein Wuppertaler Kühlhaus, kann durch eine verschärfte Isolation des Kreises Gütersloh nicht verhindert werden. Es gibt nur eine Form der Prävention: Schließung sämtlicher Schlachthöfe, in dem mehr als 1000 Tiere pro Tag geschlachtet werden (bei Tönnies sind es 30 000). Mit der Schlachtmenge könnte eine Stadt wie Wuppertal wohl ernährt werden.
     
  2. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Leipzig hat auch sofort nach der Wende seinen Schlachthof verloren. Auf dem Gelände tummelt sich jetzt der MDR.
    Früher war es interessant von der Brücke, die über den Schlachthof ging, die Gehege zu beobachten in die die Tiere erst einmal kamen um sich von der Fahrt zu "erholen". Geschlachtet wurden sie ja trotzdem, aber diese Ruhe soll dem Fleisch zugute gekommen sein.
    Ich finde regionale Schlachthöfe viel besser. Durch den Transport werden die Tiere noch einmal unnötig gequält.
     
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  3. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Sagt euch Upton Sinclair etwas? Mir jedenfalls nicht. US-Schriftsteller, der gleich mit einem Bestseller 1906 debütierte über die Verhältnisse in einem Chicagoer Schlachthof. SPIEGEL Geschichte.
     
  4. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Doch sagt mir was. Habe ich bei meinen Eltern gelesen. Er war ja Sozialist in der Zeit und wohl deshalb gab es ihn in der DDR. Ich erinnere mich aber weder an den Titel, noch an den Inhalt. Hatte jetzt sofort einen gelbes Buch mit einer großen schwarzen Kugel vorn drauf im Kopf. Da scheine ich mich aber geirrt zu haben. Habe keinen Titel gefunden der dazu gepaßt hätte. Na ja ist auch mindestens 45 Jahre her. "Der Dschungel" war es aber nicht, glaube ich wenigstens. Keiner mehr da den ich fragen könnte.
     
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  5. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Den Schweinen in der DDR ging es auch nicht gut, wenn ich an die endlosen Reihen von Blechställen der LPG's in Meck-Pom denke. Die letzten Schweine auf der Weide habe ich ca 1975 auf einem kleinen Bauernhof im Münsterland gesehen, der noch in Wochenendarbeit betrieben wurde. Beim Großbauern, Luftlinie 300 m entfernt, standen zum gleichen Zeitpunkt schon 1000 Schweine in einem Stall, in dem ich als Naivling aus der Stadt vielleicht 100 Tiere vermutet hätte. Beim Großbauern hatten wir als Studenten den ehemaligen Gesindetrakt gemietet. Und er machte uns Vorschriften, auch moralische, die uns unter Druck setzten und unsere Lebensform einschränkten. Von heute aus betrachtet: ein Tierquäler verbietet Studenten das Kiffen. Man hätte ihn anzeigen sollen, statt selbst Angst vor der Polizei zu haben.
     
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  6. sommersonne
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    Habe ich auch nicht behauptet.
     
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  7. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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  8. Mendelssohn
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    Betriebsschädigung ist ein Kündigungsgrund, auch dann, wenn berechtigte Missstände öffentlich gemacht werden. Insofern die Kündigung (fristgerecht und mit Abfindung) im April ausgesprochen wurde, also lange vor "dem Skandal", sieht es nach meiner Einschätzung so aus, dass es angesichts der Zuspitzung der öffentlichen Kritik an Tönnies et al um eine höhere Abfindung geht. Vielleicht springt Bild ja auf.
     
  9. sommersonne
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    Im Artikel steht das es nicht vor dem Skandal gefilmt wurde. Betriebsschädigend, jedenfalls nicht für Tönnies, da war sie nicht angestellt sondern bei einem Subunternehmer. Wenn Betriebsschädigung eines "fremden" Unternehmens als Kündigungsgrund gilt, dann müßten auch Journalisten gekündigt werden, die Mißstände öffentlich machen.
     
  10. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Seit 19 Jahren ist gerichtlich festgestellt, daß die Haltung der Sauen illegal ist. Klöckner hat das Problem jetzt gelöst: Sie wird legalisiert. Eine bittere Analyse im SPIEGEL betrübt besonders, daß das ohne Unterstützung der GRÜNEN im Bundesrat nicht gegangen wäre.
     
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