Jamaika Koalition

sommersonne

Well-Known Member
Das wäre eh wohl die letzte Legislaturperiode für Merkel gewesen. Vielleicht wirft sie ja hin.
Frau Merkel und hin werfen? Das war doch alles abzusehen. So doof ist sie nicht. Sie hätte, wenn, dann schon auf eine erneute Kandidatur verzichten müssen. Dann hätte sie gut aus dem Amt kommen können. Jetzt hat sie zu tun das Gesicht zu wahren. Die wirft nicht hin.

Ich gebe Almancali recht. Die wollten alle, bis auf CDU gern hinschmeissen und waren froh das die FDP es durchgezogen hat.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Ich tippe auf GroKo unter einem neuen Kanzler (oder -in). Minderheitsregierung ist eine feine Sache, aber nicht auf Bundesebene, nicht bei einem so gewichtigen Land wie Deutschland. Wenn ein Schäuble mit einem Varoufakis verhandelt, muß er wissen, daß er seine Versprechen auch halten kann, und nicht erst Mehrheiten zuhause dafür einwerben muß.

Merkel aber hat jetzt ein dermaßen blaues Auge, daß sie zu Neuwahlen nicht erst antreten muß. Und wozu? Sie hätte eh nach zwei oder drei Jahren übergeben an eine/n Nachfolger/in. Ich glaube nicht, daß sie machtgeil ist um jeden Preis. Macht muß schon noch Spaß machen.

Die wichtigste Leistung Merkels wird es sein, die CDU besser zu hinterlassen, als sie sie vorgefunden hat. Daran wird sie gemessen werden. Und dazu ist jetzt die letzte Gelegenheit. Ansonsten wird sie irgendwann abgesägt, und dann folgt Chaos.

Schade. Ich gönne dem Lindner seinen Triumph nicht.
 

EnRetard

Well-Known Member
Ich tippe auf GroKo unter einem neuen Kanzler (oder -in). Minderheitsregierung ist eine feine Sache, aber nicht auf Bundesebene, nicht bei einem so gewichtigen Land wie Deutschland. Wenn ein Schäuble mit einem Varoufakis verhandelt, muß er wissen, daß er seine Versprechen auch halten kann, und nicht erst Mehrheiten zuhause dafür einwerben muß.

Merkel aber hat jetzt ein dermaßen blaues Auge, daß sie zu Neuwahlen nicht erst antreten muß. Und wozu? Sie hätte eh nach zwei oder drei Jahren übergeben an eine/n Nachfolger/in. Ich glaube nicht, daß sie machtgeil ist um jeden Preis. Macht muß schon noch Spaß machen.

Die wichtigste Leistung Merkels wird es sein, die CDU besser zu hinterlassen, als sie sie vorgefunden hat. Daran wird sie gemessen werden. Und dazu ist jetzt die letzte Gelegenheit. Ansonsten wird sie irgendwann abgesägt, und dann folgt Chaos.

Schade. Ich gönne dem Lindner seinen Triumph nicht.
Was für einen Triumph? Das war eine Bankrotterklärung. Sie wollen und können nicht regieren. Und als klar war, dass Union und Grüne sich über den Familiennachzug einigen würden, stand Lindnerchen sein transplantierter Fiffi zu Berge. Bei Neuwahlen in den nächsten paar Monaten würde die FDP bestraft. Ich glaube auch, dass Merkel bei Neuwahlen wieder anträte. Nur nicht als Kanzlerin einer Groko. Das müssten dann Uschi und Siggi machen.
 

Alubehütet

Well-Known Member
@EnRetard Ich habe darüber nachgedacht, die FR und die taz haben ja eine ähnliche Wahrnehmung, aber abgesehen davon, daß Lindner von Anfang an die FDP lieber in der Opposition gesehen hätte, halte ich das für eine grüne Verschwörungstheorie.

Und zwar nur aus einem einzigen Grund: Wenn es Lindner um eine Inszenierung gegangen wäre, dann hätte er das NetzDG zum Knackpunkt gemacht. Darüber sind die Pegidisten und Neurechten mit am erbostesten: Daß sie bei Twitter und Facebook gemobbt werden. Und ich bin so boshaft, den GRÜNEN zu unterstellen, daß ihnen ihre Gesinnungsschnüffelei auszuweiten im Zweifel wichtiger gewesen wäre, als irgendwelche Braunkohlekraftwerke. Das möchte ich aus Verhandlungskreisen hören: Die FDP hat das NetzDG zu Fall gebracht (eigentlich kein Problem, das hat eh keinen Bestand vor der EU), und ist trotzdem gegangen. Dann glaube ich das.

Lindner hätte den Abgang besser inszeniert, wenn er ihn denn inszeniert hätte.

Und es gibt das Risiko Neuwahlen. Ich halte das für die FDP für sehr riskant. Die CDU wird ihr einige Stimmen abjagen, die eigentlich für Merkel als Kanzlerin waren, aber auch für ein starkes Gegengewicht zu den GRÜNEN.
 

EnRetard

Well-Known Member
Jaja, Aluhut.
Nicht nur die Grünen-Blätter FR und taz, sondern auch die wirtschaftsliberale Süddeutsche denkt in dieselbe Richtung. http://www.sueddeutsche.de/politik/...jamaika-verhandlungen-platzen-liess-1.3757550
Alles andere ergibt keinen Sinn. Hast du für deine NetzDG-Theorie irgenwelche Belege, zum Beispiel, dass die Grünen überhaupt für das Gesetz sind? Das war ein Produkt von Union und SPD. Und dass ie Rechten gemobbt werden... Kann es sein, dass du mal wieder, wenn es um die armen Rechten geht, Täter und Opfer verwechselst?
 

Alubehütet

Well-Known Member
Stefan Reinecke kommentiert in der taz:

„Lindner hat die FDP jetzt dorthin gesteuert, wo er sie von Beginn an haben wollte: als markige Opposition gegen die sogenannten Weiter-so-Parteien, gegen die Merkel-CDU und die Realo-Grünen. Mit welcher konkreten Forderung die FDP denn auf Granit gebissen hat, können Lindner & Co kurioserweise gar nicht angeben. Die FDP stürzt die Republik in eine Krise, ohne das triftig erklären zu können. Viel Pose, – „wir gegen die grün-christdemokratische Einheitsfront“ – und wenig Substanz. Wer da vage an Trump denkt, liegt nicht falsch.“

„Mit welcher konkreten Forderung die FDP denn auf Granit gebissen hat, können Lindner & Co kurioserweise gar nicht angeben.“ Das macht ihn für mich glaubwürdig. Eine andere mögliche Sollbruchstelle wäre Marcons Europapläne gewesen. Die Deutschland zu bezahlen hätte.
 
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